Bilma

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18.68777777777812.918611111111Koordinaten: 18° 41′ N, 12° 55′ O

Stadtgemeinde Bilma
Stadtgemeinde Bilma (Niger)
Stadtgemeinde Bilma
Stadtgemeinde Bilma
Basisdaten
Staat Niger
Region Agadez
Departement Bilma
Einwohner 6.178 (2010)
ISO 3166-2 NE-1

Bilma ist die Hauptstadt des gleichnamigen Departements Bilma in Niger.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geographie

Oase Bilma
Klimadiagramm von Bilma
Sole-Verdunstungsbecken und Viehsalz-Kantus (hinten) in der Saline Kalala bei Bilma

Bilma ist ein Oasenort im Kaouar-Tal in der Wüste Ténéré. Die Nachbargemeinden sind Dirkou im Norden und Osten, N’Gourti im Süden und Fachi im Westen. Das Gemeindegebiet ist in die vier Stadtviertel Djoulari, Jularie, Jularie et Boula und Quartier Administratif, die zwei administrativen Dörfer Aquer und Zoo Baba sowie die zwei Weiler Kourmossour und N’Gini Boulla gegliedert.[1]

[Bearbeiten] Geschichte

1907 wurde im französischen Militärterritorium Niger ein Kreis Bilma geschaffen. Dessen Hauptort war jedoch nicht die Oase Bilma, sondern N’Guigmi am Tschadsee. Erst 1911 wurden im Zuge einer Verwaltungsreform, bei der das Militärterritorium in sechs Kreise eingeteilt wurde, sowohl N’Guigmi als auch Bilma zu Hauptorten von jeweils nach ihnen benannten Kreisen.[2]

Im August 2006 war Bilma von einer Flutkatastrophe betroffen, die von den stärksten Regenfällen in der Stadt seit Beginn der Aufzeichnungen 1923 verursacht wurde. Mehr als 1.194 Wohnungen wurden zerstört und 4.369 Menschen obdachlos. Für die in behelfsmäßigen Unterkünften untergebrachten Menschen erschwerte sich die Lage in den darauffolgenden Monaten durch extreme Temperaturunterschiede.[3]

[Bearbeiten] Bevölkerung

Bilma hatte bei der Volkszählung 1988 2.421 Einwohner und bei der Volkszählung 2001 2.300 Einwohner.[4] Für das Jahr 2010 wurden 6.178 Einwohner berechnet.[5] Die Bevölkerung gehört überwiegend den Volksgruppen Kanuri und Tubu an.

[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur

Die kleine Stadt lebt von Oasenwirtschaft, vorwiegend von Dattelpalmen, und der Salzherstellung, die seit dem 15. Jahrhundert hier betrieben wird. Die Salinen von Kalala befinden sich etwa drei Kilometer nordöstlich des Ortszentrums. Zwischen der Oase und den Salinen lagern oft zu Tausenden die Dromedare der Salzkarawanen, die von Bilma aus entlang der Bornustraße nach Süden verkehren. Die Bornustraße ist die Verbindung von Tripolis durch Fezzan und die Große Sandwüste von Bilma bis zum Tschad-See. Die Hauptroute des Karawanenhandels verläuft allerdings in Ost-West-Richtung und führt nach Agadez und in das Aïr-Gebirge.

Bilma ist Sitz eines Militärpostens. Auch Zoll- und Polizeidienststellen sowie eine Post sind vorhanden. Eine Infrastruktur für den Tourismus, zum Beispiel Hotels, existiert noch nicht. Nach dem Stand von 2003 stehen lediglich ein paar bescheidene Lebensmittelläden, eine Bar und ein Restaurant zur Verfügung.

Bilma ist eine Oase mit zahlreichen flachen kleineren Seen und dorthin führenden Bachläufen. Zahlreiche Fische tummeln sich in den Gewässern. Das war nicht immer so. Erst moderne Technik machte es möglich, denn man hat inzwischen mehrere Brunnen gebohrt, aus denen durch artesischen Druck Wasser sprudelt. Im Ort befinden sich einige Wasserzapfstellen, der überschüssige Rest fließt in die erwähnten Bäche und Teiche. Dies ist ein Phänomen im gesamten Kaouar-Tal: Salzwasser und Süßwasser drängen in geringen Abständen nach oben. Durch eine komplexe Bruchtektonik in diesem Teil der Ténéré-Wüste dringt Wasser aus großen Tiefen durch artesischen Druck in schrägliegende Gesteinsschichten. Dort, wo es salzhaltige Schichten aus der Kreidezeit durchströmt, gelangt es als Kochsalzlösung an die Oberfläche und dient nach starker Reduzierung durch Verdunstung der Salzherstellung. Ansonsten nutzen die Dattelpalmen das Grundwasser und benötigen deshalb keine zusätzliche Bewässerung.

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Répertoire National des Communes (RENACOM). Website des Institut National de la Statistique, abgerufen am 8. November 2010.
  2. Edmond Séré de Rivières: Histoire du Niger. Berger-Levrault, Paris 1965, S. 236.
  3. Internationale Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung: Niger: Harsh Weather in Bilma DREF Operation No. MDRNE001 Final Report (Online-Version), veröffentlicht am 13. Juni 2008, abgerufen am 16. Januar 2012.
  4. bevölkerungsstatistik.de: Bilma, abgerufen am 5. Januar 2012.
  5. Institut Nationale de la Statistique du Niger (Hrsg.): Annuaire statistique des cinquante ans d’indépendance du Niger. Niamey 2010 (Online-Version), S. 53.
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