Binding-Brauerei

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Binding-Brauerei
Binding Römer Pils

Die Binding-Brauerei AG ist eine Brauerei in Frankfurt am Main.

Geschichte[Bearbeiten]

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Der Gründer, Conrad Binding, war ein Küfer und Bierbrauer, der 1870 eine kleine Brauerei in der Frankfurter Altstadt erwarb, die er 1881 auf den Sachsenhäuser Berg verlegte. Er erbaute dort eine neue, moderne Brauerei, die er 1884 in eine Aktiengesellschaft umwandelte.

Nachdem 1919 die Actien-Brauerei Homburg v. d. Höhe in die Binding-Brauerei überging, fusionierte diese 1921 mit der Hofbierbrauerei Schöfferhof aus Mainz und der Frankfurter Bürgerbrauerei zur Schöfferhof-Binding-Bürgerbräu AG. Im Jahr 1939 wurde das erste Fass der auch heute noch bekannten Marke „Römer Pils” angestochen.[1] Die Brauerei wurde im Zweiten Weltkrieg durch einen Luftangriff zu 70 Prozent zerstört.

Die Brauerei gehört seit 1953 zum Oetker-Konzern.

Das Ende der 1950er Jahre gebaute Sudhaus mit den großen Glasfenstern, hinter denen die fünf kupfernen Sudkessel gut sichtbar sind, ist heute das markanteste Gebäude der Brauerei.

Bis 1985 befand sich gegenüber dem Sudhaus - auf der anderen Straßenseite - die Binding-Mälzerei, in der bis in die 1970er Jahre das eigene Braumalz produziert wurde. Dieses große Backsteingebäude stammte zu wesentlichen Teilen noch aus dem 19. Jahrhundert, mit einem Anbau aus den 1950er Jahren. Weithin sichtbar war eine große eiserne Belüftungshaube (Hutze) mit dem Schriftzug BINDING, die sich mit dem Wind drehte.

Die Braustätte ist heute die größte Brauerei in Hessen und beschäftigt auf dem etwa 56.000 m² großen Firmengelände in Frankfurt rund 500 Mitarbeiter.

Bekanntes Markenzeichen ist ein stilisierter Adler[2], da auch die Stadt Frankfurt am Main einen Adler im Wappen trägt.

2001 wurden die in- und ausländischen Vertriebsrechte der benachbarten Henninger Brauerei übernommen. Die Unternehmensgruppe Binding-Brauerei AG firmiert seit 2002 als Radeberger Gruppe, zu der Großbrauereien wie die Radeberger Exportbierbrauerei und die Berliner-Kindl-Brauerei gehören. Sie ist mit einem Ausstoß von rund 13 Millionen Hektolitern der größte Braukonzern in Deutschland.

Die 1995 aus Anlass des 125jährigen Bestehens der Brauerei gegründete Binding-Kulturstiftung verleiht seit 1996 den hoch dotierten Binding-Kulturpreis.

In den Jahren 2008 und 2009 wurde in den Medien mehrfach über eine Sitzverlegung diskutiert, insbesondere nach Bad Vilbel, wobei bis heute der traditionelle Sitz beibehalten worden ist.[3]

Übernommene Unternehmen[Bearbeiten]

Verschiedene Weizen von Schöfferhofer

Seit den 1960er Jahren hat die Binding-Brauerei AG in Rheinland-Pfalz, in Hessen und Nordbaden stark expandiert. Zahlreiche Brauereien, mit zum Teil akuten wirtschaftlichen Problemen, wurden übernommen und in den meisten Fällen umgehend geschlossen. Zwei Markennamen von heute (Schöfferhofer, Clausthaler) stammen von diesen Brauereien. Vorläufig abgeschlossen wurde diese Entwicklung mit der Übernahme der Marken- und Vertriebsrechte der anderen großen Frankfurter Brauerei, der benachbarten Henninger Brauerei.

  • Unionbrauerei Groß-Gerau (geschlossen 1967)
  • Engelbräu Heidelberg (geschlossen 1967)
  • Brauerei Schrempp-Printz Karlsruhe (geschlossen 1970)
  • Brauerei Heinrich Fels Karlsruhe (geschlossen 1971)
  • Brauerei Schöfferhof Mainz (geschlossen 1971)
  • Brauerei Engelhardt Bad Hersfeld (geschlossen 1973)
  • Germania-Brauerei Wiesbaden (übernommen von Henninger 1972, geschlossen 1973)
  • Oranien-Brauerei Dillenburg (geschlossen 1974)
  • Brauerei Nicolay Hanau (geschlossen 1974)
  • Bayerische Aktien-Bierbrauerei Aschaffenburg (geschlossen 1975)
  • Gesellschaftsbrauerei Homberg/Efze (geschlossen 1976)
  • Schwanenbräu Groß-Umstadt (geschlossen 1976)
  • Schwanenbrauerei Kleinschmitt Schwetzingen (geschlossen 1978)
  • Caspary Brauerei, Trier (übernommen 1978, geschlossen 1983)
  • Städtische Brauerei Clausthal (geschlossen 1978)
  • Guntrum-Bräu Bensheim (geschlossen 1979)
  • Aktienbrauerei Ludwigshafen (geschlossen 1979)
  • Murgtal-Brauerei Degler Gaggenau (geschlossen 1982)
  • Fecher-Bräu Seligenstadt (geschlossen 1983)
  • Mainzer Aktien-Bierbrauerei (übernommen 1969, 1983 geschlossen)
  • Städtische Brauerei Northeim (geschlossen 1984)
  • Frankfurter Brauhaus AG (geschlossen 1987)
  • Prinz-Bräu, vorm. Brauerei Steinhäusser Friedberg/Hessen (k. A.)
  • Brauerei Habereckl Mannheim (geschlossen 1993)
  • Bayerische Brauerei Schuck-Jaenisch Kaiserslautern (geschlossen 1993)
  • Herkules-Brauerei Kassel und deren Marke Schöfferhof (übernommen 1972, geschlossen 1999)
  • Brauhaus J. Wörner Erbach (übernommen 1988, geschlossen 2006)
  • Henninger-Bräu (übernommen/geschlossen 2001/2002)

Produkte[Bearbeiten]

Logo Clausthaler
  • Binding Adler-Pils[4]
  • Binding Export
  • Binding Export Privat (für die Gastronomie)
  • Binding Lager
  • Binding Römer Pils
  • Braumeisters Kraftmalz
  • Carolus Doppelbock (von September bis März erhältlich)
  • Clausthaler Classic alkoholfrei
  • Clausthaler Extra Herb alkoholfrei
  • Clausthaler Radler alkoholfrei
  • Henninger Export
  • Henninger Kaiser Pilsner
  • Henninger Radler
  • Schöfferhofer Weizen - Weizenbier, erhältlich als helles und dunkles Hefe-Weizen, Kristallweizen und als alkoholfreies Hefe-Weizen sowie als Biermischgetränk mit Grapefruit, Kaktusfeige, Birne-Ingwer und seit 2012 Weizen Sprizz (Bitterorange).
  • Habereckl Märzen

Trivia[Bearbeiten]

Traditionelles Werbegesicht in den TV-Spots von Schöfferhofer Weizen ist der Schauspieler Oliver Mommsen (Tatort).

Literatur[Bearbeiten]

  • Elmar Wolfart (Hrsg.): Conrad Binding 1846-1933. Waldemar Kramer Verlag, Frankfurt am Main 2001
  • Vinz de Rouet: Ich liebe Sachsenhausen! 33 Gründe Sachsenhausen zu lieben. Berlin 2010

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Markenregister Binding Römer Pils
  2. Markenregister Binding
  3. Bericht über Binding Brauerei
  4. Pressemitteilung zur Einführung des Binding Adler-Pils (PDF; 38 kB)