Bingen (Rhein) Hauptbahnhof

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Bingen (Rhein) Hbf
Hauptbahnhof Bingen (Rhein)
Blick auf den Binger Hauptbahnhof vom Übergang aus
Daten
Kategorie 4[1]
Betriebsart Trennungsbahnhof
Bauform Inselbahnhof
Bahnsteiggleise 6[2]
Abkürzung FBGK
FBGKG (Bingen (Rhein) Gbf)
FBGKV (Bingen (Rhein) Vorbahnhof)
IBNR 8000039 (Hbf)
Eröffnung 15. Juli 1858
Webadresse bahnhof.de
Lage
Stadt Bingen am Rhein
Ort Bingerbrück
Land Rheinland-Pfalz
Staat Deutschland
Koordinaten 49° 58′ 8″ N, 7° 53′ 3″ O49.9688888888897.8841666666667Koordinaten: 49° 58′ 8″ N, 7° 53′ 3″ O
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe in Rheinland-Pfalz
i7i12i13i15i16i16i18i20

Bingen (Rhein) Hauptbahnhof (früher: Bahnhof Bingerbrück) ist der wichtigste Bahnhof von Bingen am Rhein. Er liegt im Stadtteil Bingerbrück. Es handelt sich um einen Trennungsbahnhof, in dem die Nahetalbahn von der linken Rheinstrecke abzweigt. Neben dem heutigen Personenbahnhof befand sich ferner ein heute abgebrochener Rangierbahnhof.

Lage[Bearbeiten]

Bingen (Rhein) Hauptbahnhof liegt im Stadtteil Bingerbrück der Stadt Bingen am Rhein und erstreckt sich entlang des Rheins bis fast an die Nahe. Knapp 1,5 Kilometer östlich liegt der Bahnhof Bingen (Rhein) Stadt. Dieser liegt zentral in der Stadt und bietet durch seinen Busbahnhof eine bessere Anbindung an den öffentlichen Busverkehr.

Geschichte[Bearbeiten]

Aufnahme von Bingerbrück aus dem Jahr 1945

Der Bahnhof wurde am 15. Juli 1858 als Bahnhof Bingerbrück zusammen mit dem ersten Teilstück der Nahetalbahn eröffnet. Auf der gegenüberliegenden Flussseite der Nahe lag der Bahnhof Bingen der linksrheinischen Strecke der Hessischen Ludwigsbahnen.

Am 17. Oktober 1859 wurden mittels einer Brücke beide Bahnhöfe verbunden. Der Bahnhof Bingerbrück war also ein Grenzbahnhof an der damaligen königlich preußisch / großherzoglich hessischen Grenze. Am 15. Dezember 1859 wurde der Streckenabschnitt Koblenz–Bingerbrück der Rheinischen Eisenbahn-Gesellschaft eröffnet. Um den Gütertransport aus dem Saargebiet in den Raum von Wiesbaden und Frankfurt am Main zu verbessern, beschlossen Rhein-Nahe-Eisenbahn und Nassauische Staatsbahn die Einrichtung des Trajekts Bingen–Rüdesheim für Güterwagen. Dieses Trajekt nahm am 1. September 1862 seinen Betrieb auf und verkehrte auf dem Rhein zwischen Bingerbrück und Rüdesheim. Im Jahr 1900 wurde der Betrieb eingestellt und einige Jahre später durch die Hindenburgbrücke ersetzt. Diese Eisenbahnbrücke zwischen Bingerbrück und Rüdesheim wurde in den Jahren 1913 bis 1915 erbaut und im Zweiten Weltkrieg wieder zerstört. Seitdem gibt es bei Bingen für Züge keine Möglichkeit mehr zur Überquerung des Rheins.

Im Jahr 1960 wurde von der Deutschen Bahn auf dem Areal des ehemaligen Bingerbrücker Hafens eine Wagenausbesserungshalle erbaut. Die 3000 Quadratmeter große Halle wurde von drei nebeneinander liegenden Gleisen durchzogen, die beidseitig an das Bahnnetz angeschlossen waren. Bereits 18 Jahre später, im Jahr 1978, wurde aufgrund von Zentralisierung der Reparaturarbeiten die Wagenausbesserungshalle wieder geschlossen.[3]

Seit der Gemeindereform 1969 gehört Bingerbrück zur Stadt Bingen am Rhein. Seitdem hat Bingen mehrere Bahnhöfe und Bahnhaltepunkte. Weil die Nahetalbahn in Bingerbrück mit der linken Rheinstrecke verknüpft wird und dieser Bahnhof auch ein Fernverkehrshalt ist, ist er der wichtigste in der Stadt Bingen. Aus diesem Grund wurde er 1993 von Bingerbrück in Bingen (Rhein) Hauptbahnhof umbenannt.

Die drei Stellwerke Bingerbrück Ostturm – Bot, Bingerbrück Kreuzbach – Bkb (Reiterstellwerk, das unten näher beschrieben wird) und Bingerbrück Westturm – Bwt, genauso wie das Stellwerk Bingen Stadt – Bnb im benachbarten Bahnhof Bingen (Rhein) Stadt gingen am 3. Februar 1996 außer Betrieb und wurden durch das Zentralstellwerk Bf an der Eisenbahnbrücke ersetzt.[4] Das mechanische Stellwerk Bingerbrück Ostturm war 1920 für das Stellen der Weichen und Signale an der Rheinstrecke sowie für den Rangierbetrieb in Richtung Mainz erbaut worden.[5]

Zur rheinland-pfälzischen Landesgartenschau, die 2008 in Bingen stattfand, erhielt der Hauptbahnhof seine neue Gestalt. Der stillgelegte, zugehörige Rangier- und Güterbahnhof, der ein Gebiet von 150.000 Quadratmeter umfasste und zwei Ablaufberge besaß, wurde demontiert und in das Gelände der Gartenschau integriert.[6][7] Außerdem wurde das 1996 stillgelegte Stellwerk Bingerbrück Ostturm für die Gartenschau saniert und zu einem Museum umgebaut.[5] Der ca. 100 Meter lange, doppelröhrige Backsteingang, der früher Angestellte unter den Gleisen zum Bahnbetriebswerk führte, musste aufgrund gravierender Schäden verfüllt werden. Der Eingangsbereich des Tunnels wurde in eine Bühne für ein Freilufttheater umfunktioniert. Der alte Treppenabgang am Eingangsbereich wurde restauriert und dient dem Publikum als Sitzbereich. Diese Bauarbeiten geschahen auch zur Vorbereitung auf die Landesgartenschau.[8] Außerdem wurde extra eine Brücke, die mit Aufzügen ausgestattet war und auf das Gelände der Gartenschau führte, errichtet, so dass Besucher vom Bahnsteig aus barrierefrei zur Gartenschau gelangen konnten.[9]

Stellwerk Bingerbrück Kreuzbach[Bearbeiten]

Das Stellwerk (Foto 2009)

Im Norden des Binger Hauptbahnhofs befindet sich beim ehemaligen südlichen Ablaufberg des Güterbahnhofs das Stellwerk Bingerbrück Kreuzbach (Bkb). Obwohl es sich um die Stellwerks-Bauform eines Brückenstellwerks (mit dem Bedienraum erhöht quer über den Gleisen angeordnet) handelt, wird es heute meist fälschlicherweise als (altes) Reiterstellwerk bezeichnet, wobei dieser Fehler auch durch den Eintrag in der Denkmalliste fixiert wurde.

Das Befehlsstellwerk wurde von dem Architekten und Reichsbahn-Baubeamten Hans Kleinschmidt als Stahlskelettbau geplant und im Jahr 1937 fertiggestellt. Auf der westlichen Seite enthält ein in Bruchstein-Mauerwerk ausgeführter, turmartiger Bauteil den Zugang zum Bedienraum mit einem 15 Meter langen Stellraum und den Betriebsräumen; darunter enthält das Bauwerk auch eine Fußgängerbrücke, die über die Länge des Stellraums hinaus bis auf die andere Seite der Gleisanlagen reicht. Die elektromechanische Stellwerkanlage der Bauart E 43 von Siemens ist 10 Meter lang. Zu Spitzenzeiten war das Stellwerk mit fünf Personen besetzt, die insbesondere für den Zugauflösungs-, Ablauf- und Zugbildungsverkehr im Güterbahnhofsteil zuständig waren. Nach 60 Jahren Betrieb wurde das Stellwerk im Jahr 1996 zusammen mit den anderen Stellwerken außer Betrieb genommen und durch das neue Zentralstellwerk Bf an der Nahebrücke ersetzt. Das Reiterstellwerk steht seit 8. November 2005 als Kulturdenkmal unter Denkmalschutz[10] Außerdem gehört es zum UNESCO Welterbe Oberes Mittelrheintal.[11] Bei einer im Jahr 2006 durchgeführten Brückenuntersuchung wurden Mängel festgestellt und der Brücksteg gesperrt.[9] Im April 2009 beantragte der Stadtrat bei Bund und Land Fördergelder für den Erhalt des Weltkulturerbes zur Sanierung des Stellwerks.[12]

Personenhaltepunkt[Bearbeiten]

Bahnsteige des Hauptbahnhofs von Bingen am Rhein

Im Binger Hauptbahnhof existieren auch drei Bahnsteige mit sechs Bahnsteiggleisen für den Personenverkehr. Die Mittelbahnsteige an den Gleisen 101 bis 103 und 201 haben eine Höhe von 55 Zentimeter und der Mittelbahnsteig an den Gleisen 202 und 203 hat eine Höhe von 38 Zentimeter. Einzelne Intercity und Eurocity der Linien 31, 32 und 55 halten im Hauptbahnhof Bingen (Rhein) an den Gleisen 101 und 102. Außerdem verkehren im Bahnhof drei Bahnlinien des Nahverkehrs. Der RE 2, der zwischen Koblenz und Frankfurt am Main verkehrt, verwendet die gleichen Bahnsteige. Die MRB 32, die zwischen Koblenz und Mainz pendelt, hält auf den Gleisen 201 (Richtung Mainz) und 103 (Richtung Koblenz) und wird dort von den Zügen des Fernverkehrs beziehungsweise vom Regional-Express planmäßig überholt. Die RB 65, die in Bingen (Rhein) Hauptbahnhof beginnt beziehungsweise endet und nach Kaiserslautern pendelt, verkehrt normalerweise von Gleis 203. Verstärkerzüge dieser Linie verkehren auch von Gleis 202.

Linie Linienname Zuglauf Takt
RE 2 Mittelrhein-Main-Express Koblenz – Boppard – Bingen (Rhein) – Mainz – Frankfurt (Main) Flughafen Regionalbf Frankfurt (Main) Hbf 120 min
MRB 32 Mittelrheinbahn Koblenz – Boppard – Oberwesel – Bingen (Rhein) – Ingelheim – Mainz Stündlich
RB 65 Alsenztalbahn Kaiserslautern – Enkenbach – Winnweiler – Alsenz – Rockenhausen – Bad Münster am Stein – Bad Kreuznach – Langenlonsheim – Bingen (Rhein) Stündlich

Planungen[Bearbeiten]

Im Zuge des Rheinland-Pfalz-Taktes 2015 soll die Hunsrückquerbahn reaktiviert werden und ein Bahnanschluss am Flughafen Frankfurt-Hahn entstehen. Dieser Bahnhof würde mit einer Regional-Express-Linie bedient, die über Bingen und Mainz bis nach Frankfurt verkehrt. Außerdem soll eine neue Regional-Express-Linie, die zwischen Koblenz und Kaiserslautern über Bingen verkehrt, umgesetzt werden.[13]

Aktuellen Berichten zufolge wird sich die Reaktivierung der Hunsrückquerbahn von Langenlonsheim zum Flughafen Frankfurt-Hahn nicht nur bis 2018Vorlage:Zukunft/In 3 Jahren verzögern, sondern möglicherweise ganz gestrichen werden. Dennoch kündigte Infrastrukturminister Roger Lewentz an, das Planungsverfahren fortzuführen.[14]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bingen (Rhein) Hauptbahnhof – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.deutschebahn.com/site/shared/de/dateianhaenge/vertraege__agb/stationspreisliste__2012.pdf
  2. http://www.deutschebahn.de: Gleise in Serviceeinrichtungen (FBGK) (PDF; 241 kb) Abgerufen am 18. April 2011
  3. www.kulturufer-bingen.de: Ehemalige Wagenausbesserungshalle Abgerufen am 19. April 2011
  4. www.entlang-der-gleise.de: Stellwerke B Abgerufen am 19. April 2011
  5. a b www.kulturufer-bingen.de: Stellwerk Bot Abgerufen am 19. April 2011
  6. www.spd-koblenz.de: Binger Botschaften begeistern Abgerufen am 19. April 2011
  7. www.egb-bingen.de: Tätigkeitsbereiche der EGB Bingen am Rhein GmbH Abgerufen am 19. April 2011
  8. www.kulturufer-bingen.de: Tunneltheater Abgerufen am 20. April 2011
  9. a b www.kaltnaggisch.net: Arbeiten zur Landesgartenschau – Bingerbrücker Gelände Abgerufen am 19. April 2011
  10. Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler Kreis Mainz-Bingen (PDF; 2,0 MB). Koblenz 2009.
  11. www.kulturufer-bingen.de: Alter Reiter Abgerufen am 19. April 2011
  12. Seite nicht mehr abrufbar, Suche im Webarchiv:[1] [2] Vorlage:Toter Link/www.allgemeine-zeitung.deCDU-Mehrheit schickt Sanierung auf den Weg – Kosten werden gedrittelt Abgerufen am 20. April 2011
  13. www.der-takt.de: Neues Konzept Regionalexpress Abgerufen am 19. April 2011
  14. Rhein-Zeitung vom 11. September 2011: Bahn zum Hahn: Zug ist abgefahren