Binsenschneide

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Binsenschneide
Binsenschneide (Cladium mariscus)

Binsenschneide (Cladium mariscus)

Systematik
Monokotyledonen
Commeliniden
Ordnung: Süßgrasartige (Poales)
Familie: Sauergrasgewächse (Cyperaceae)
Gattung: Schneiden (Cladium)
Art: Binsenschneide
Wissenschaftlicher Name
Cladium mariscus
(L.) Pohl

Die Binsenschneide (Cladium mariscus), auch Binsen-Schneide,[1] Schneidried[2] oder Schneide genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Schneiden (Cladium) innerhalb der Familie der Sauergrasgewächse (Cyperaceae). Diese Sumpfpflanze wurde früher zum Decken der Dächer verwendet und ihre sehr scharf gezähnten, starren, schneidigen Blätter können bei Berührung Verletzungen hervorrufen.

Beschreibung[Bearbeiten]

Illustration
Scharf gezähnte, dicke Laubblätter
In diesem Artikel oder Abschnitt fehlen wichtige Informationen. Du kannst Wikipedia helfen, indem du sie recherchierst und einfügst.

Vegetative Merkmale[Bearbeiten]

Die Binsenschneide wächst als wintergrüne ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 0,8 bis 2 Metern. Sie bildet mit langen Ausläufern, meist an Gewässerrändern, große, dichte Bestände. Der dicke, etwas dreikantige Stängel ist bis zum Blütenstand beblättert. Die Laubblätter sind 0,7 bis 1,5 Zentimeter breit und am Rand sehr scharf gezähnt.

Generative Merkmale[Bearbeiten]

Die unauffälligen Einzelblüten stehen in einer endständigen, bis zu 70 Zentimeter langen, köpfchenförmigen Spirre, die zudem mehrere seitenständige Nebenspirren ausbildet. Jede Blüte weist drei Narben auf.

Ökologie[Bearbeiten]

Bei der Binsenschneide handelt es sich um einen Kryptophyten und Hydrophyten.

Vorkommen[Bearbeiten]

Mit Schneidried gedecktes Dach eines Gotländischen Hofes

Das Verbreitungsgebiet von Cladium mariscus reicht von Mitteleuropa bis Westasien und gedeiht nur in den gemäßigten Gebieten des Flachlandes.

In Mitteleuropa fehlt sie in größeren Gebieten oder sie ist sehr selten, sie kommt dort nur vereinzelt, dann aber meist in kleineren Beständen vor, beispielsweise am Bodensee und im Alpenvorland.[3] Die gegen Stickstoffsalze empfindliche Binsen-Schneide geht an fast allen ihren mitteleuropäischen Standorten zurück. Wesentlich liegt das an der Erschließung der Seeufer für den Badebetrieb bzw. für Campingplätze. Als Ursache für den Rückgang wurden auch klimatische Änderungen diskutiert, da die Binsen-Schneide, wie Samenfunde aus der Jungsteinzeit bezeugen, damals in Mitteleuropa weiter verbreitet war als heute.[3]

Die Binsen-Schneide gedeiht am besten einen sommerwarmen, wenigstens zeitweise überschwemmten, basenreichen, oft schlammigen und meist kalkhaltigen, ja kalkreichen Böden.[3] Sie gedeiht nur in klimatisch günstigen Gegenden am Ufer stehender Gewässer hinter dem Schilfgürtel, sowie in Gräben oder in Flach- und Wiesenmooren.[3]

Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt. Bitte hilf der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst. Näheres ist eventuell auf der Diskussionsseite oder in der Versionsgeschichte angegeben. Bitte entferne zuletzt diese Warnmarkierung.

Die Binsenschneide tritt in Deutschland meist an Rändern von Gewässern auf; solche sehr feuchten Stellen sind häufig saisonal überflutet, oder können zeitweilig trockenfallen. Meist handelt es sich um relativ kleine Standgewässer wie Seen, Teiche, Tümpel oder Gräben. Sie kommt auch in Brachen von Niedermooren vor. In Deutschland sind ihre Bestände seit Jahrzehnten bedroht u. a. durch die Absenkung des Grundwasserspiegels und der Kultivierung von Mooren. In vielen deutschen Bundesländern steht sie 1996 deshalb auch auf der Roten Liste der Gefäßpflanzen. Sie kommt in allen Teilen von Deutschland relativ selten vor.

Einzelne größere Bestände gibt es noch auf der Insel Gotland in Schneidriedsümpfen (Agmyr). Dieses „Gras“, schwedisch „Ag“, wurde dort früher zum Decken der Dächer von Häusern und Schafunterständen verwendet.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Eckehart J. Jäger, Klaus Werner (Hrsg.): Exkursionsflora von Deutschland. Begründet von Werner Rothmaler. 10., bearbeitete Auflage. Band 4: Gefäßpflanzen: Kritischer Band, Elsevier, Spektrum Akademischer Verlag, München/Heidelberg 2005, ISBN 3-8274-1496-2.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Cladium mariscus (L.) Pohl, Binsen-Schneide. In: FloraWeb.de.
  2. Verzeichnis der Syntaxa im Tabellenband der „Pflanzengesellschaften Mecklenburg-Vorpommerns und ihre Gefährdung“. C. Berg et al., 2001, S. 2, abgerufen am 23. September 2010 (download; MS Word; 90 kB): „12.2b Unterordnung: Kalk-Sumpfsimsen- und Schneiden-Riede mäßig nährstoffarmer, kalkreicher Senken- und Uferstandorte“.
  3. a b c d Dietmar Aichele, Hans-Werner Schwegler: Die Blütenpflanzen Mitteleuropas, Band 5, Schwanenblumengewächse bis Wasserlinsengewächse. 2. überarbeitete Auflage, Franckh-Kosmos, Stuttgart 2000, ISBN 3-440-08048-X.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Binsenschneide (Cladium mariscus) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien