Birda

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Birda
Birda führt kein Wappen
Birda (Rumänien)
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Basisdaten
Staat: Rumänien
Historische Region: Banat
Kreis: Timiș
Koordinaten: 45° 26′ N, 21° 21′ O45.42972222222221.34333333333392.5Koordinaten: 45° 25′ 47″ N, 21° 20′ 36″ O
Zeitzone: OEZ (UTC+2)
Höhe: 92,5 m
Fläche: 68,67 km²
Einwohner: 1.846 (20. Oktober 2011[1])
Bevölkerungsdichte: 27 Einwohner je km²
Postleitzahl: 307187
Telefonvorwahl: (+40) 02 56
Kfz-Kennzeichen: TM
Struktur und Verwaltung (Stand: 2012)
Gemeindeart: Gemeinde
Gliederung: Birda, Berecuṭa, Mânăstire, Sângeorge
Bürgermeister: Gheorghe Marius Stoian (USL)
Postanschrift: Str. Principală, nr. 110
loc. Birda, jud. Timiș, RO–307187
Webpräsenz:
Lage von Birda im Kreis Timiș
Kloster Birda 2011

Birda (deutsch und ungarisch auch Birda) ist eine Gemeinde im Kreis Timiș im rumänischen Banat. Zur Gemeinde Birda gehören die Dörfer Berecuṭa, Mânăstire und Sângeorge.

Geographische Lage[Bearbeiten]

Birda liegt an der Nationalstraße DN 52 und an der Eisenbahnstrecke Timișoara–Reșița. Der Ort befindet sich im Südosten des Kreises Timiș, 43 Kilometer von der Kreishauptstadt Timișoara (Temeswar) und 56 Kilometer von Reșița (Reschitza) entfernt. Birda liegt 92,5 Meter über dem Meeresspiegel.

Nachbarorte[Bearbeiten]

Voiteg Liebling Tormac
Deta Nachbargemeinden Gătaia
Denta Jamu Mare Clopodia

Geschichte[Bearbeiten]

Urkundlich wurde Birda 1690 erstmals als ein Ort mit rumänischer und slawischer Bevölkerung erwähnt. Die Besiedlung mit Deutschen erfolgte in Birda erst nach dem Abschluss der Schwabenzüge durch Binnenwanderungen im Banat. Die meisten deutschen Zuwanderer kamen aus dem 18 Kilometer entfernten Liebling und waren evangelischen Glaubens. Desgleichen kamen Siedler aus Mezőberény, dem heutigen Komitat Békés. Weitere Zuwanderer kamen aus Kleinschemlack, Harta, Jarek, aus der Zips, aus Butin, Torschau, Clopodia, Vadkert, Rittberg, Altker, Werbass und aus Franzfeld.

Am 4. Juni 1920 wurde das Banat infolge des Vertrags von Trianon dreigeteilt. Der größte, östliche Teil, zu dem auch Birda gehörte, fiel an Rumänien.

Infolge des Waffen-SS Abkommens vom 12. Mai 1943 zwischen der Antonescu-Regierung und Hitler-Deutschland wurden alle deutschstämmigen wehrpflichtigen Männer in die deutsche Armee eingezogen. Noch vor Kriegsende, im Januar 1945, fand die Deportation aller volksdeutschen Frauen zwischen 18 und 30 Jahren und Männer im Alter von 16 bis 45 Jahren zur Aufbauarbeit in die Sowjetunion verschleppt statt. Das Bodenreformgesetz vom 23. März 1945, das die Enteignung der deutschen Bauern in Rumänien vorsah, entzog der ländlichen Bevölkerung die Lebensgrundlage.

Am 18. Juni 1951 fand die Deportation in die Bărăgan-Steppe unabhängig von der ethnischen Zugehörigkeit statt. Zu diesem Zweck wurde von der rumänischen Regierung ein Plan zur Säuberung des Grenzgebiets zu Jugoslawien „von politisch unzuverlässlichen Elementen" entworfen. Als die Bărăganverschleppten 1956 heimkehrten, bekamen sie die 1945 enteigneten Häuser und Höfe zurück, der Feldbesitz wurde jedoch kollektiviert.

Wirtschaft[Bearbeiten]

In der Gemeinde Birda war die Landwirtschaft der wichtigste Wirtschaftszweig. Die bäuerlichen Betriebe beschäftigten sich vorwiegend mit dem Anbau von Mais, Weizen, Gerste, Roggen und Hafer. Im Laufe der Jahre kam der Anbau von Sonderkulturen wie z. B. Tabak, Hanf, Paprika, Melonen, Zuckerrüben, Sojabohnen, Sonnenblumen, Luzerne und andere Kleesorten hinzu.

An Handwerkern gab es Maurer, Wagner, Schmiede, Tischler, Ölpresser, Friseure, Schuhmacher, Zimmerleute, Schneider, Sattler, Schornsteinfeger, Seiler, Leinenweber, Müller, Spengler und Metzger später kamen noch Schlosser, Elektriker, und Hutmacher hinzu.

Die Gemeinde konnte ebenfalls zwei Gasthäuser und einen Lebensmittelladen aufweisen.

Kulturelles Leben[Bearbeiten]

Die Kirchengemeinde Birda gehörte bis zum Ersten Weltkrieg dem Montandistrikt der evangelisch ungarländischen Kirche an. Da Birda nach dem Vertrag von Trianon Rumänien angeschlossen wurde, beschloss die Gemeinde 1922 sich der siebenbürgischen Landeskirche anzuschließen. Bereits 1854 gab es in Birda ein Bethaus. Die heutige Kirche wurde 1907 ihrer Bestimmung übergeben.

Schulunterricht gab es in Birda bereits im Jahr 1842, allerdings fand der Unterricht in einem Wohnhaus statt. Dank großzügiger Spenden der Dorfbewohner konnte das Schulgebäude 1862 fertiggestellt werden. Nach der Fertigstellung der neuen Kirche im Jahr 1907 wurde das ehemalige Bethaus in eine Schule umfunktioniert.

Literatur[Bearbeiten]

  • Elke Hoffmann, Peter-Dietmar Leber, Walter Wolf: Das Banat und die Banater Schwaben, Band 5: Städte und Dörfer, München 2011

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Volkszählung 2011 in Rumänien bei citypopulation.de