Birdy (Fahrrad)

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Riese und Müller Birdy
Birdy Rohloff mit Schutzblechen und Gepäckträgern vorn und hinten
hintere Schwinge mit Elastomer (rot)
faltbarer Gepäckträger
vordere Federung, klappbarer Vorbau und Lowrider

Das Birdy ist ein Faltrad, das vom deutschen Fahrradhersteller Riese und Müller entwickelt und vom taiwanesischen Hersteller Pacific Cycles gebaut wird. Inzwischen (Stand: 2010) wurden weltweit über 100.000 Stück verkauft. Als das Fahrrad nach dreijähriger Entwicklung im Jahr 1995 auf den Markt kam, war es das erste vollgefederte Faltrad. Das Fahrrad verfügt über einen einteiligen Aluminiumhauptrahmen ohne Gelenk und 18-Zoll-Felgen. Das Birdy wurde mit dem iF product design award 2006 ausgezeichnet.

Technische Details[Bearbeiten]

Das Birdy verfügt über Standardausfallenden, was die Verwendung einer Vielzahl von Naben und Gangschaltungen erlaubt. Standardmäßig ist das Fahrrad mit der 8-Gang-Nabenschaltung von Shimano, mit einer 8-Gang-Kettenschaltung, mit der DualDrive von SRAM oder der Speedhub 500/14 des deutschen Herstellers Rohloff erhältlich. Auch normale Nabendynamos passen in die Gabel des Birdy. Eine Pedelec-Ausstattungsvariante des Fahrrads (Birdy hybrid) wird seit Oktober 2009 von Riese und Müller vertrieben.[1]

Zusammengefaltet misst das Birdy 68×57×35cm. Die Größe des Rades ist dann mit dem 20-Zoll-Faltrad von Dahon vergleichbar, etwas größer als ein Brompton und deutlich kleiner als ein Bike Friday. Je nach Ausstattung wiegt das Birdy zwischen 10,2 und 12 kg und ist bis zu einem Gesamtgewicht von 120 kg zugelassen. Optional erhältliche Gepäckträger sind bis zu einem Gewicht von 10 (vorn) bzw. 15 kg (hinten) zugelassen.

Vorteile[Bearbeiten]

Der Hauptvorteil des Birdy ist das äußerst schnelle Falten des Rades und das geringe Packmaß. Dadurch kann es sehr einfach in öffentlichen Verkehrsmitteln mitgenommen werden, selbst wenn eine Fahrradmitnahme eigentlich nicht vorgesehen ist.

Trotz der kleinen Räder werden durch die Vollfederung des Birdy Stöße gedämpft. Auch ist die Federung so konzipiert, dass sie nur einen sehr geringen Einfluss auf den Pedalrückschlag hat. Durch das Verwenden verschieden weicher Elastomere kann die Dämpfung reguliert werden. Durch den speziellen Faltmechanismus ohne Scharnier im Rahmen ist es unmöglich, dass sich das Rad während der Fahrt zusammenfaltet.

Durch die große Anzahl möglicher Gangschaltungen und die Vollfederung wird das Birdy nicht nur für das Fahren in der Stadt, sondern auch für Touren genutzt. Auch ein Lowrider ist erhältlich, womit auch am Vorderrad Packtaschen angebracht werden können.

Nachteile[Bearbeiten]

Das Birdy fällt durch einen vergleichsweise hohen Preis auf. Die Preisspanne der Serienmodelle bewegt sich zwischen 1199 € (Birdy europe) und 3499 € (Birdy hybrid, beide Stand 2011).

Die Laufradgröße von 18 Zoll macht das Birdy zwar etwas kompakter. Gleichzeitig ist aber die Auswahl von Reifen und Felgen geringer als zum Beispiel bei Rädern mit 20 Zoll, die bei Fahrrädern gebräuchlicher sind.

Wie bei vielen anderen Falträdern auch sind Vorbau und Sattelstütze des Birdy extrem lang. Dies führt dazu, dass man nicht unbedingt ergonomisch optimal auf dem Fahrrad sitzt.

Vertrieb[Bearbeiten]

In Europa wird das Birdy von Riese und Müller vertrieben, in Japan von Mizutani Bikes und in den USA von B-Fold, NYCeWheels und RAD-Innovations LLC.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Birdy bicycles – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Birdy Hybrid: Akkutasche muss überprüft werden, fahrradtest.de, abgerufen 15. August 2012