Birgit Nilsson

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Märta Birgit Nilsson (* 17. Mai 1918 in Västra Karup, Gemeinde Båstad; † 25. Dezember 2005 in Bjärlöv, Gemeinde Kristianstad) war eine schwedische Opernsängerin. Mit ihrer hochdramatischen Sopranstimme gehörte sie seit Ende der fünfziger bis zu ihrem Bühnenabschied Mitte der 1980er Jahre unangefochten zu den führenden Interpretinnen der Opern von Richard Wagner und Richard Strauss in der Nachkriegszeit.

Birgit Nilsson (1948)
Birgit Nilsson als Lady Macbeth in Stockholm, 1947

Leben[Bearbeiten]

Besuchte zunächst eine Landwirtschaftsschule, musikalische Ausbildung 1941 bis 1944 an der Königlichen Musik-Akademie in Stockholm und von 1944 bis 1946 an der dortigen Opernschule. Ihr Debüt gab Nilsson 1946 in Stockholm als Agathe in Webers Der Freischütz. Aufmerksamkeit erregte sie 1947 als Lady Macbeth in einer Aufführung von Giuseppe Verdis Macbeth an der Königlich Schwedischen Nationaloper (Kungliga Operan) in Stockholm. 1953 sang sie in Bayreuth unter Paul Hindemith die Solopartie in Beethovens 9. Symphonie. 1954 wurde sie zur schwedischen Hofsängerin ernannt und war im gleichen Jahr erstmals an der Wiener Staatsoper zu sehen.

In Nordamerika eroberte sie 1959 die Metropolitan Opera in New York als Isolde in Wagners Tristan und Isolde. Nilsson war auf vielen großen Bühnen zu sehen, darunter München, Wien, Berlin, Tokio, Paris, Mailand, Buenos Aires, Chicago, San Francisco und Hamburg. Bei den Bayreuther Festspielen trat sie zwischen 1954 und 1970 auf und war namentlich als Brünnhilde im Ring des Nibelungen und als Isolde sehr erfolgreich. Zusammen mit Wolfgang Windgassen, unter der Leitung Karl Böhms, gelten ihre Auftritte in Bayreuth heute noch als Mythos und unumstößliche Sternstunden der Festspiele. Eine Sensation waren ihre Darstellung der Turandot 1969 in der Arena di Verona und ihre Isolde neben Jon Vickers' Tristan im antiken Amphitheater von Orange in Südfrankreich 1973. 1984 gab sie ihren Rückzug von der Bühne bekannt. 1996 erschien in Schweden ihre Autobiografie, die in Deutschland unter dem Titel Mein Leben für die Oper publiziert wurde. Für ihr humorvolles Buch erhielt sie in ihrem Heimatland den Humorpreis '97.

Birgit Nilsson war Ehrenmitglied der Wiener Philharmoniker. Zu ihren zahlreichen Platteneinspielungen gehören u. a. richtungsweisend die Isolde, die Brünnhilde im Ring des Nibelungen von Richard Wagner und die Titelpartien der Elektra und der Salome sowie die Färbersfrau in Richard Strauss' Die Frau ohne Schatten. Für ihre ausdrucksstarken Wagner-Interpretationen erhielt sie im Jahr 2002 den Anton Seidl Award der Wagner Society of New York.

Laut den schwedischen Tageszeitungen Expressen und Svenska Dagbladet starb sie am Weihnachtstag, dem 25. Dezember 2005, in ihrem Haus im südschwedischen Bjärlöv; ihr Tod wurde jedoch erst am 11. Januar 2006 nach dem Begräbnis auf dem Dorffriedhof ihres Geburtsortes Västra Karup publik gemacht. Die Diva, die seit einiger Zeit an schweren Herz- und Nierenproblemen litt, wurde dort neben ihren Eltern, dem Landwirt Nils Svensson und der Justina Pålsson, bestattet. Die genauen Todesumstände wurden nicht bekannt.

Nilsson war seit 1948 mit dem Tierarzt Bertil Niklasson verheiratet. Das Paar hatte keine Kinder. Die Sopranistin war für ihren Humor bekannt. Als 80-jährige berichtete sie davon, dass ein Großteil ihrer Fanpost an den Sex-Star Brigitte Nielsen gerichtet sei, und meinte, dass sie und ihre um 45 Jahre jüngere Beinahe-Namensvetterin durchaus „ein üppiger Brustkasten“ vereine.

Birgit Nilssons Familie hat das Archiv der Hofsängerin der Königlichen Bibliothek zu Stockholm, Schwedens Nationalbibliothek, als Schenkung vermacht. Das seit dem 16. Mai 2008 für Forscher zugängliche Archiv beinhaltet ihre offizielle Korrespondenz, Manuskripte, Tagebuchaufzeichnungen, Photographien, Noten und Zeitungsausschnitte.

Birgit-Nilsson-Preis[Bearbeiten]

Einige Jahre vor ihrem Tod gründete Birgit Nilsson die Birgit Nilsson Foundation. Deren einziger Zweck ist, mit dem Birgit-Nilsson-Preis den weltweit höchstdotierten Musikpreis zu verleihen.

Schriften[Bearbeiten]

  • Mein Leben für die Oper. Aus dem Schwedischen von Susanne Dahmann. 3. Auflage. Fischer-Taschenbuch-Verlag, Frankfurt am Main 2006, ISBN 3-596-14430-2.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]