Birgitte Hjort Sørensen

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Birgitte Hjort Sørensen auf dem Poster zum Film Marie Krøyer.

Birgitte Hjort Sørensen (* 16. Januar 1982) ist eine dänische Schauspielerin. Neben Auftritten im Theater hat sie seit Mitte der 2000er Jahre in mehr als einem Dutzend Film- und Fernsehproduktionen mitgewirkt. Bekanntheit erlangte sie unter anderem durch die wiederkehrende Rolle der Katrine Fønsmark in der dänischen Fernsehserie Borgen – Gefährliche Seilschaften (seit 2010).

Biografie[Bearbeiten]

Ausbildung und Theaterarbeit[Bearbeiten]

Birgitte Hjort Sørensen wuchs als jüngste von drei Töchtern eines Ärzte-Ehepaares in Birkerød, auf der dänischen Insel Seeland, auf. Mit der Schauspielerei in Berührung kam sie erst nach ihrem Schulabschluss, als sie Mitglied des Væksthuset (dt. etwa: „Gewächshaus“) des Gladsaxe-Theaters in Buddinge wurde. Dort wurde Gesangs-, Tanz- und Schauspielunterricht für Interessierte zwischen dem 18. und 23. Lebensjahr angeboten.[1] Daraufhin absolvierte Hjort Sørensen bis 2007 ein Schauspielstudium an der Staatlichen Theaterschule in Kopenhagen.

2007 erschien Hjort Sørensen in dem dänischen Musical Mød mig på Cassiopeia am Nørrebro Teater.[2] Nur wenige Monate nach Ende ihrer Schauspielausbildung gab sie ihr professionelles Theaterdebüt am Kopenhagener Det Ny Teater in der 1996er-Broadway-Fassung des Musicals Chicago mit Jesper Asholt.[3] Die Hauptrolle der Roxie Hart brachte ihr erstes Kritikerlob ein und war mit mehr als 100.000 verkauften Karten auch der größte Publikumserfolg des Jahres für das Schauspielhaus.[4] Daraufhin erschien Hjort Sørensen in weiteren Musical- und Theaterinszenierungen u. a. am Gladsaxe Teater (Cabaret) und am Grønnegårds Teatret (Das Wintermärchen). Ab Ende Februar 2008 wirkte sie für drei Monate in der englischsprachigen Inszenierung von Chicago am Londoner Cambridge Theatre mit.[5][6] Im selben Jahr gewann sie den Nachwuchspreis bei der Verleihung des dänischen Reumert-Theaterpreises.[7]

Film- und Fernsehrollen[Bearbeiten]

Parallel zu ihrer Arbeit im Theater übernahm Hjort Sørensen Rollen in dänischen Film- und Fernsehproduktionen. Bereits während ihrer Schauspielausbildung hatte sie in verschiedenen Kurzfilmen mitgewirkt und ihr Fernsehdebüt mit einer kleinen Rolle in einer Folge der Serie Der Adler – Die Spur des Verbrechens (2005) absolviert. Ihr Spielfilmdebüt gab Hjort Sørensen mit einem kleinen Part in Kasper Barfoeds Thriller Der Kandidat mit Nikolaj Lie Kaas in der Titelrolle. Erneut neben Kaas sah man sie in der weiblichen Hauptrolle in Tomas Villum Jensens Kinokomödie Das Ende der Welt (2009). In dem schwarzhumorigen Abenteuerfilm spielte Hjort Sørensen die attraktive aber wenig kompetente Assistentin eines Psychiaters (Kaas), die in die Jagd auf eine ewige Jugend versprechende Blume in Indonesien verwickelt werden. Die Darstellung der Beate brachte ihr Nominierungen für die dänischen Filmpreise Robert und Zulu Award ein.

Einem internationalen Fernsehpublikum wurde Hjort Sørensen ab 2010 durch eine der Hauptrollen in der von Adam Price konzipierten Politserie Borgen – Gefährliche Seilschaften bekannt. In der international hochgelobten und vielfach preisgekrönten DR-Produktion übernahm sie die Rolle der ambitionierten Fernsehjournalistin und -moderatorin Katrine Fønsmark, die mit dem Spin-Doctor (dargestellt von Pilou Asbæk) der neu gewählten dänischen Ministerpräsidentin (Sidse Babett Knudsen) befreundet ist. Gegen Ende der ersten Staffel kündigt Hjort Sørensens Figur ihre Arbeit beim Fernsehsender, um in der zweiten Staffel von einem Zeitungsredakteur (Peter Mygind) für dessen eigenen politischen Rachefeldzug missbraucht zu werden. Die Frankfurter Rundschau charakterisierte Katrine Fønsmark als „moralische Rigoristin, die von selbstgerechtem Ehrgeiz getrieben wird“,[8] während die britische Tageszeitung The Independent zur BBC-Fernsehausstrahlung von Borgen – Gefährliche Seilschaften Hjort Sørensen ein Titelcover widmete. In Vorbereitung auf die Rolle hatte die Schauspielerin einen dänischen Journalisten bei der Arbeit begleitet und die preisgekrönte US-amerikanische Schauspielerin Allison Janney in der Politserie The West Wing – Im Zentrum der Macht studiert.[6]

2011 spielte Hjort Sørensen die Titelrolle in Linda Wendels wenig beachteten Spielfilm Julie. In der modernisierten Fräulein Julie-Variante war sie als Tennisspielerin zu sehen, die eine Liaison mit ihrem Trainer eingeht. Im selben Jahr wurde Hjort Sørensen mit dem mit 15.000 DKK dotierten Preis des dänischen H. K. H. Prinsgemalens Fond ausgezeichnet, der an Menschen verliehen wird, die das Ansehen Dänemarks in Kultur, Wirtschaft oder Wissenschaft gesteigert haben.[9] 2012 verpflichtete Bille August Hjort Sørensen als Titelheldin für seine Filmbiografie Marie Krøyer, in der sie als gleichnamige dänische Malerin und Architektin (1867–1940) zu sehen ist.

Privatleben[Bearbeiten]

Birgitte Hjort Sørensen lebt im Kopenhagener Stadtteil Vesterbro[10] und ist mit dem vier Jahre älteren dänischen Schauspielkollegen Christian Tafdrup liiert. Zuvor führte sie eine Beziehung mit dem freischaffenden Theaterregisseur und Schauspieler Heinrich Christensen.[11]

Theater und Shows (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 2007: Mød mig på Cassiopeia (Nørrebro Teater)
  • 2007: Chicago (Det Ny Teater, Kopenhagen – Rolle: Roxie Hart)
  • 2008: Chicago (Cambridge Theatre, London)
  • 2008: Gratis Øl (Rønne Theater, Rønne)
  • 2011: Danmark (Black Box Theatre, Holstebro)

Filmografie[Bearbeiten]

Filme[Bearbeiten]

  • 2006: Tre somre (Kurzfilm)
  • 2007: Canoe (Kurzfilm)
  • 2007: Knus (Kurzfilm)
  • 2008: Alliancen (Kurzfilm)
  • 2008: Begravelsen (Kurzfilm)
  • 2008: Der Kandidat (Kandidaten)
  • 2008: Anja & Viktor – I medgang og modgang
  • 2009: Das Ende der Welt (Ved verdens ende)
  • 2010: Die Wahrheit über Männer (Sandheden om mænd)
  • 2011: Magi i luften
  • 2011: Julie
  • 2012: Marie Krøyer

Fernsehserien[Bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • 2008: Reumert-Talentpreis
  • 2010: Robert-Nominierung für Das Ende der Welt (Beste Hauptdarstellerin)
  • 2010: Zulu-Award-Nominierung für Das Ende der Welt (Beste Hauptdarstellerin)
  • 2011: Preis des dänischen H. K. H. Prinsgemalens Fond

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Olsen, Mette: Denpæne pige fra Borgen. In: Politiken & Politiken Weekly. 16. Januar 2012 (abgerufen via LexisNexis Wirtschaft).
  2. Lyding, Henrik: Musical-år på Det Ny Teater bei jyllands-posten.dk, 11. Mai 2007 (abgerufen am 28. Oktober 2012).
  3. Lyding, Henrik: Godt salg i "Chicago" bei jyllands-posten.dk, 28. August 2007 (abgerufen am 28. Oktober 2012).
  4. Chicago stor-hitter bei jyllands-posten.dk, 4. Dezember 2007 (abgerufen am 28. Oktober 2012).
  5. Lyding, Henrik: Dansk debut i London-musical bei jyllands-posten.dk, 19. Februar 2008 (abgerufen am 28. Oktober 2012).
  6. a b Annesley, Jackie ; Orange, Richard: Success, Sex and the Blonde. In: Evening Standard, 3. Februar 2012, S. 22.
  7. Galla med det bedste af dansk teater bei jyllands-posten.dk (abgerufen am 28. Oktober 2012).
  8. Brachmann, Jan: Ein Krieg, nur mit anderen Mitteln. In: Frankfurter Rundschau, 14. August 2012, S. 31.
  9. Apropos. In: Politiken & Politiken Weekly. 1. Juni 2011 (abgerufen via LexisNexis Wirtschaft).
  10. Hansen, Signe: Birgitte Hjort Sørensen: From West End seductress to historic femme fatale bei scanmagazine.co.uk, 4. April 2012 (abgerufen am 28. Oktober 2012).
  11. Profil bei danskefilm.dk (dänisch; abgerufen am 28. Oktober 2012).