Birkel

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Birkel Teigwaren GmbH
Rechtsform GmbH
Gründung 1874
Sitz Waiblingen, Deutschland
Leitung Christian Strasoldo-Graffemberg
Mitarbeiter 260 (2010)[1]
Umsatz ca. 90 Mio. EUR (2010)[1]
Branche Nahrungsmittelindustrie
Produkte Teigwaren
Website www.birkel.de
BW

Die Birkel Teigwaren GmbH ist der größte Nudelhersteller in Deutschland. Der Sitz des Unternehmens ist in Waiblingen, Produktionsstätten gibt es in Mannheim und Waren an der Müritz. 2006 wurden 80.000 Tonnen Nudeln hergestellt. Der Jahresumsatz betrug 90 Millionen Euro. Der Marktanteil am deutschen Nudelmarkt lag bei 18%.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

1874 gründete Balthasar Stephan Birkel einen Mühlen- und Produkthandel in Schorndorf. 1896 erfolgte dort die Grundsteinlegung zur ersten Nudelfabrik. Die ersten Nudeln wurden 1902 unter dem Markennamen Victoria auf den Markt gebracht. 1950 wurde die Produktion auf Vollautomatisierung umgestellt. 1980 übernahm Birkel die TAG Nahrungsmittel GmbH in Mannheim.

Der Flüssigei-Skandal Mitte der 1980er Jahre führte zu einer Krise bei deutschen Nudelherstellern. Die Öffentlichkeit wurde vom Stuttgarter Regierungspräsidium über die mutmaßliche Verwendung bebrüteter, befruchteter, und mikrobiell verseuchter Eiprodukte (Flüssigei) in Nudeln informiert. Bei Birkel traf dies – so jedenfalls die damalige Ansicht – nicht zu; der damalige Stuttgarter Regierungspräsident Manfred Bulling trat in der Folge zurück. Klaus Birkel konnte vor Gericht Schadensersatz in Millionenhöhe erstreiten.[2] Der Umsatzeinbruch jedoch war immens, und die Danone-Gruppe übernahm Birkel.[3]

Nach späteren Pressemeldungen sollen tatsächlich mikrobielle Verunreinigungen vorgelegen haben, die durch das Zusammenwirken von Unternehmen, einem beteiligten Gutachter und der damaligen Landesregierung verschleiert wurden.[4] Aus Unterlagen, die dem Stern vorliegen, ergeben sich Hinweise darauf, dass in Birkel-Produkten nicht nur Brut- und Schmutzeier, sondern auch Schlachtabfälle verarbeitet worden waren.[5]

Das heutige Unternehmen wurde 1999 durch einen Management-Buy-out wieder selbständig. 2000 fusionierte es mit Drei Glocken. 2001 wurde die ostdeutsche Möwe Teigwarenwerk GmbH übernommen. 2007 kaufte der spanische Konzern Puleva Birkel für 30 Millionen Euro.[6]

[Bearbeiten] Sammelbilder

Ab Ende der 50er Jahre wurden den Packungen für Nudeln Sammelbilder beigefügt, Vorlage für dieses Werbemittel waren die Liebigbilder. Titel waren zum Beispiel Branko – Eine Erzählung aus der Vorzeit des Menschen (1962), Was weißt du von der Welt? (1966), Auf Piratenjagd (1964), Was wächst und blüht? (1965) und Die Welt von Morgen (1959-1962).

[Bearbeiten] Sonstiges

Produktionsstandort in Waren[7]

Die drei großen B, Birkel (Ebro Puleva, S.A., spanischer Konzern), Barilla S.p.A. (italienischer Konzern) und Buitoni (Nestlé S.A., Schweizer Konzern), beherrschen 50% des Nudelmarktes in Deutschland. In Mannheim und am Firmensitz in Waiblingen gibt es jeweils einmal wöchentlich einen Werksverkauf für die Allgemeinheit.

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Quellen

  1. a b Nudelhersteller Birkel vor gravierenden Einschnitten. BörseGo, 19. April 2011, archiviert vom Original am 20. April 2011, abgerufen am 20. April 2011.
  2. OLG Stuttgart, NJW 1990, 2690.
  3. Stuttgarter Nachrichten vom 21. Oktober 2005
  4. Stuttgarter Regierung unterdrückte Beweise, Stern-Artikel aus Heft 12/2008
  5. Darmpakete und Persilscheine, Stern-Artikel vom 14. März 2008
  6. Süddeutsche Zeitung 18. Juli 2007
  7. http://www.birkel.de/ueber-uns/geschichte/moewe/ Möve wurde 2002 von Birkel übernommen
Meine Werkzeuge
Namensräume

Varianten
Aktionen
Navigation
Mitmachen
Drucken/exportieren
Werkzeuge