Birkenfeld (Württemberg)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Birkenfeld
Birkenfeld (Württemberg)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Birkenfeld hervorgehoben
48.8697222222228.6361111111111352Koordinaten: 48° 52′ N, 8° 38′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Karlsruhe
Landkreis: Enzkreis
Höhe: 352 m ü. NHN
Fläche: 19,04 km²
Einwohner: 10.166 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 534 Einwohner je km²
Postleitzahl: 75217
Vorwahl: 07231
Kfz-Kennzeichen: PF
Gemeindeschlüssel: 08 2 36 004
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Marktplatz 6
75217 Birkenfeld
Webpräsenz: www.birkenfeld-enzkreis.de
Bürgermeister: Martin Steiner
Lage der Gemeinde Birkenfeld im Enzkreis
Birkenfeld Eisingen Engelsbrand Friolzheim Heimsheim Illingen Ispringen Kieselbronn Knittlingen Knittlingen Knittlingen Knittlingen Maulbronn Mönsheim Mühlacker Neuenbürg Neuhausen Niefern-Öschelbronn Ötisheim Sternenfels Tiefenbronn Wiernsheim Wimsheim Wurmberg Wurmberg Keltern Remchingen Straubenhardt Neulingen Kämpfelbach Ölbronn-Dürrn Ölbronn-Dürrn Ölbronn-Dürrn Königsbach-SteinKarte
Über dieses Bild

Birkenfeld ist eine Gemeinde im Enzkreis in Baden-Württemberg.

Geografie[Bearbeiten]

Birkenfeld liegt im Enztal in 260 bis 352 Meter Höhe, etwa sieben Kilometer von Pforzheim entfernt.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Zur Gemeinde Birkenfeld gehört die ehemalige Gemeinde Gräfenhausen. Zur Gemeinde Birkenfeld in den Grenzen von vor der Gemeindereform in den 1970er Jahren gehören das Dorf Birkenfeld und die Häuser Haltepunkt Engelsbrand. Zur ehemaligen Gemeinde Gräfenhausen gehören die Dörfer Gräfenhausen und Obernhausen, die zusammengewachsen sind.[2]

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Folgende Städte und Gemeinden grenzen an die Gemeinde Birkenfeld: Pforzheim, Keltern, Straubenhardt, Neuenbürg und Engelsbrand.

Geschichte[Bearbeiten]

Die erste durch Gräberfunde nachgewiesene Besiedlung Birkenfelds reicht auf das Jahr 400 v. Chr. zurück. Die damaligen Siedler waren Kelten. Um das Jahr 100 n. Chr. gehörte die Gegend um Birkenfeld zum römischen Herrschaftsbereich. In dieser Zeit wurde ein römischer Gutshof errichtet. Ab dem Jahr 500 wurde Birkenfeld durchgängig von Alemannen und später Franken besiedelt.

Birkenfeld wird erstmals 1302 urkundlich erwähnt. Seit 1322 gehörte Birkenfeld zu Württemberg. Im selben Jahr wurde erstmals das Vorhandensein einer Mühle dokumentiert. Die erste Schule im Ort wurde im Jahre 1566 errichtet. Im Dreißigjährigen Krieg wurde Birkenfeld zwar nicht zerstört, aber mehrfach geplündert. 1856 eröffnete der erste Industriebetrieb, ein Zweigwerk der Sensenfabrik Neuenbürg. Mit der Eröffnung der Enztalbahn 1886 und des Bahnhofs Birkenfeld wurde die Gemeinde verkehrstechnisch an Pforzheim angeschlossen.

Am 1. Januar 1972 wurde die Gemeinde Gräfenhausen nach Birkenfeld eingemeindet.

Religion[Bearbeiten]

Evangelische Kirche

Bis 1490 gehörte Birkenfeld zur Pfarrei Brötzingen. In Birkenfeld gab es eine alte Marienkapelle, die 1490 bei der Erhebung des Ortes zur eigenständigen Pfarrei durch eine größere Kirche ersetzt wurde. Aufgrund der Zugehörigkeit zu Württemberg wurde der Ort 1534 reformiert und blieb bis ins 19. Jahrhundert rein evangelisch. 1828 wurde eine neue Kirche erbaut. Nachdem diese 1875 abgebrannt war, wurde auf ihren Grundmauern die heutige evangelische Kirche des Ortes errichtet.

Die Katholiken des Ortes wurden zunächst vom Pfarramt Wildbad von Neuenbürg aus versorgt, wo 1958 schließlich eine eigene katholische Pfarrei gegründet wurde. 1960 erbauten sich die Birkenfelder Katholiken die Kirche St. Klara.

Seit 1967 besteht eine evangelisch-methodistische Gemeinde im Ort, die sich 1970/71 die Christuskirche erbaute.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

  • 1825: 928
  • 1910: 3.215
  • 2005: 10.610
  • 2009: 10.510

Ortsteile[Bearbeiten]

Gräfenhausen[Bearbeiten]

Gräfenhausen ist älter als Birkenfeld. Schon um 1100 hatte es eine eigene Kirche. Ursprünglich straubenhardtisch, kam der Ort 1422 unter württembergische Herrschaft. Anfang der 1970er Jahre wurde Gräfenhausen mit Obernhausen nach Birkenfeld eingemeindet.

Obernhausen[Bearbeiten]

Obernhausen ist der kleinste Ortsteil der Gemeinde Birkenfeld. In Obernhausen gibt es einen Faustballplatz und eine historische, gut erhaltene Kelter.

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten]

Der älteste Nachweis eines Schultheißen in Birkenfeld stammt aus der Heiligenrechnung von 1395, in der ein Schultheiß Hans als Stifter einer Frühmesse erwähnt wird. Seit 1705 sind die Schultheißen des Ortes lückenlos bekannt. Mit Ernst Neuhaus trug 1929 erstmals ein Birkenfelder Ortsvorsteher die Amtsbezeichnung Bürgermeister.

Schultheißen:

  • 1705 bis 1718: Caspar Hell
  • 1718 bis 1730: Johann Fr. Schroth
  • 1730 bis 1777: Georg Fr. Regelmann
  • 1792 bis 1814: Johann Friedrich Regelmann
  • 1814 bis 1818: Gottlieb Friedrich Volz
  • 1818 bis 1837: Christian Dittus
  • 1837 bis 1839: Michael Ilg
  • 1840 bis 1849: Georg Adam Tränkle
  • 1849 bis 1866: Philipp Wessinger
  • 1866 bis 1891: Friedrich Josef Wagner
  • 1891 bis 1919: Immanuel Holzschuh
  • 1919 bis 1929: Heinrich Fazler

Bürgermeister:

  • 1929 bis 1934: Ernst Neuhaus
  • 1934 bis 1937: Theodor Steinle
  • 1937 bis 1945: Wilhelm Frank
  • 1945 bis 1955: Paul Aymar
  • 1955 bis 1987: Hermann Gross (SPD)[3]
  • 1987 bis 31. Juli 2011: Reiner Herrmann (FW)
  • seit 1. August 2011: Martin Steiner (CDU)[4]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl 2014 führte zu folgendem Ergebnis:

  • CDU 9 Sitze
  • UWB 5 Sitze
  • SPD 4 Sitze
  • UGLB 4 Sitze

Wappen[Bearbeiten]

Wappen der Gemeinde Birkenfeld
Wappen der eigenständigen Gemeinde Birkenfeld
Wappen der eigenständigen Gemeinde Gräfenhausen

Das Wappen, das die Gemeinde Birkenfeld seit dem 27. Dezember 1979 führt, wurde aus Teilen der Wappen der davor eigenständigen Gemeinden Birkenfeld und Gräfenhausen gebildet. Die drei Eicheln stehen heute symbolisch für die drei Ortsteile Birkenfeld, Gräfenhausen und Obernhausen.

In der Urkunde zur Verleihung ist es so beschrieben: Unter blauem Schildhaupt, worin eine durchgehende, viergliedrige goldene Kette beheftet mit einem quadratischen, auf die Spitze gestellten, golden bordierten roten Edelstein, in Gold ein zweiblättriger grüner Eichenzweig mit drei grünen Eicheln.

Im Wappen der vormals eigenständigen Gemeinde Birkenfeld weist ein auf die Spitze gestellter Rubin auf den Stellenwert der Schmuckindustrie hin. Die abgebildete Pflugschar symbolisiert die Bedeutung der damals noch wichtigen Landwirtschaft. Das Wappen der vormals eigenständigen Gemeinde Gräfenhausen bildet drei Eicheln ab. Über die Bedeutung ist nichts bekannt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Hauptwirtschaftszweig ist die Schmuck- und Uhrenindustrie. Daneben hat sich auch die Metallbe- und verarbeitung, Elektronik- und Präzisionswerkzeugebau sowie die Galvanikindustrie etabliert. In der Gemeinde gibt es aktuell drei Gewerbegebiete: das Gewerbegebiet Oberes Enztal, das Gewerbegebiet Nord und das Gewerbegebiet West im Ortsteil Gräfenhausen. Des Weiteren wird zur Zeit - zusammen mit der Gemeinde - das interkommunale Gewerbegebiet Dammfeld angelegt. Das Unternehmen STRATEC Biomedical hat seinen Sitz in Birkenfeld.

Verkehr[Bearbeiten]

Seit 1868 ist Birkenfeld an die Enztalbahn (Pforzheim - Bad Wildbad) und damit an das Schienennetz angeschlossen. Der ÖPNV auf dieser Strecke wird vom Verkehrsverbund Pforzheim-Enzkreis organisiert. Daneben gibt es noch zahlreiche Buslinien, welche von Pforzheim aus durch die Gemeinde fahren. Es fahren die Linen 708 (Langenalb/Ittersbach), 712 (Birkenfeld), 716 (Bad Herrenalb), 717 (Langenalb/Ittersbach) und 718 (Pfinzweiler) durch die Gemeinde.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kultur[Bearbeiten]

Das Alte Rathaus

Seit 1981 finden bei der Veranstaltungsreihe Musik aus Dresden Begegnungen mit Künstlern aus dem sächsischen Raum statt. Jährlich fünf Veranstaltungen verschiedenster Ausrichtung wie Jazz, Kabarett, Liederabende, Kammermusik oder Kirchenkonzerte, an so unterschiedlichen Orten wie z. B. in der Kirche oder im Autohaus, locken Konzertbesucher weit über den Enzkreis hinaus nach Birkenfeld.

Bauwerke[Bearbeiten]

Katholische Kirche St. Klara
  • Das Alte Rathaus in Birkenfeld ist ein Fachwerkgebäude aus dem Jahr 1584. Pläne zu einem Rathausneubau bestanden seit 1871. Als man 1890 ein neues Schulhaus erbaute, wechselte die Verwaltung in das 1866 erbaute Alte Schulhaus, das bis heute als Rathaus dient.
  • Die evangelische Kirche von 1875/76 wurde 1955 umfangreich saniert. Dabei erhielt die Kirche eine Walcker-Orgel, die ein älteres Instrument derselben Orgelwerkstatt ersetzte. Die Bilder der Kanzelwand stammen von Prof. Yelin. 1973 erhielt die Kirche eine neue Bestuhlung. Die Glocken der Kirche wurden 1950 bei Kunz in Stuttgart gegossen.
  • Katholische Kirche St. Klara von 1960

Ortsteil Gräfenhausen:

  • Michaeliskirche von 1108
  • alte Kelter von 1583 mit erhaltenen alten Kelterbäumen

Sport und Freizeit[Bearbeiten]

Freizeitangebot[Bearbeiten]

Durch die Lage am nördlichen Schwarzwaldrand ist Birkenfeld Ausgangspunkt für Wanderungen und Mountainbike-Touren. Birkenfeld liegt am Beginn des Westwegs von Pforzheim nach Basel und damit auch am Europäischen Fernwanderweg E1.

Sporteinrichtungen[Bearbeiten]

Schwarzwaldhalle Birkenfeld
  • Erlach-Stadion (Fußballstadion mit Kampfbahn Typ B, Rasen- und Hartplatz)
  • Schwarzwaldhalle
  • Sixthalle Gräfenhausen
  • Turnhalle Friedrich-Silcher-Schule

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

  • seit 1970: Paul Aymar (1890–1977), Gemeinderat 1928–1933 und Bürgermeister 1945–1955[5]
  • seit 1987: Hermann Gross (1919–2005), Bürgermeister 1955–1987 und Mitglied des Landtags 1960–1976[6][7][8]
  • seit 1991: Hans Haag (1929–1998), evangelischer Pfarrer 1966–1991[9]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

  • Martin Kügelin (um 1505–1559), Theologe, lehrte an der Universität Freiburg
  • Johann Abraham Sixt (1757−1797), Komponist, geboren in Gräfenhausen
  • René Weller (* 1953), ehemaliger Boxweltmeister im Superfedergewicht, wohnhaft ehemals in Gräfenhausen
  • Harry Wörz (* 1966), Justizopfer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band V: Regierungsbezirk Karlsruhe, S. 536–538, Kohlhammer, Stuttgart 1976, ISBN 3-17-002542-2
  3. Pforzheimer Zeitung (Hrsg.): Noch einmal Schultes-Wahl. In: Pforzheimer Zeitung vom 11. Mai 1987, S. 9.
  4. Pforzheimer Zeitung (Hrsg.): Neuer Bürgermeister wird verpflichtet. Abgerufen am 6. August 2011.
  5. Pforzheimer Zeitung (Hrsg.): Paul Aymar erster Ehrenbürger Birkenfelds. In: Pforzheimer Zeitung vom 13. November 1970 , S. 20.
  6. Pforzheimer Zeitung (Hrsg.): In Birkenfeld das Wirtschaftswunder organisiert. In: Pforzheimer Zeitung vom 6. Dezember 1994, S. 21.
  7. Pforzheimer Zeitung (Hrsg.): Zur Person : Hermann Gross. In: Pforzheimer Zeitung vom 6. Februar 2003, S. 30.
  8. Pforzheimer Zeitung (Hrsg.): Nachruf : Die Gemeinde Birkenfeld trauert um Herrn Hermann Gross. In: Pforzheimer Zeitung vom 18. März 2005, S. 19.
  9. Pforzheimer Zeitung (Hrsg.): „Mister Kindergarten" auch Ehrenbürger. In: Pforzheimer Zeitung vom 8. Oktober 1991, S. 25.

Literatur[Bearbeiten]

  • August Engelhardt: Birkenfeld. Die Geschichte eines Ortes und seiner Bewohner, Birkenfeld 1980

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Birkenfeld (Württemberg) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien