Birkenwerder

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Birkenwerder (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Birkenwerder
Birkenwerder
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Birkenwerder hervorgehoben
52.68888888888913.27944444444432Koordinaten: 52° 41′ N, 13° 17′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Oberhavel
Höhe: 32 m ü. NHN
Fläche: 18,1 km²
Einwohner: 7827 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 432 Einwohner je km²
Postleitzahl: 16547
Vorwahl: 03303
Kfz-Kennzeichen: OHV
Gemeindeschlüssel: 12 0 65 036
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 34
16547 Birkenwerder
Webpräsenz: www.birkenwerder.de
Bürgermeister: Angelika Huhle (amtierend)
Lage der Gemeinde Birkenwerder im Landkreis Oberhavel
Fürstenberg/Havel Zehdenick Liebenwalde Oranienburg Mühlenbecker Land Glienicke/Nordbahn Birkenwerder Hohen Neuendorf Hohen Neuendorf Hennigsdorf Leegebruch Velten Oberkrämer Kremmen Löwenberger Land Gransee Gransee Schönermark Sonnenberg Großwoltersdorf Stechlin Großwoltersdorf Berlin Mecklenburg-Vorpommern Mecklenburg-VorpommernKarte
Über dieses Bild

Birkenwerder ist eine Gemeinde im Landkreis Oberhavel, im Land Brandenburg.

Geographie[Bearbeiten]

Alte Häuser am Werder

Birkenwerder liegt im Süden des Landkreises. Die nördliche Grenze des Berliner Stadtteils Frohnau (Bezirk Reinickendorf) ist knapp drei Kilometer und das Zentrum Berlins ungefähr 25 km entfernt. Birkenwerder grenzt an Hohen Neuendorf und ist von dessen Stadtteilen fast umschlossen. Im Osten grenzt der Ort an die Gemeinde Mühlenbecker Land und im Nordosten an den Stadtteil Wensickendorf der Kreisstadt Oranienburg. Das Ortszentrum wird von der Briese durchflossen, die an der Westgrenze von Birkenwerder in die Havel mündet.

Ortsbild[Bearbeiten]

Birkenwerders Ortsbild wird geprägt durch weitläufige Wohngebiete mit Einfamilienhäusern und Gartengrundstücken sowie durch die Briese mit ihren beiden Seen Boddensee und Mönchsee. Der Ortskern wird bestimmt durch das Rathausgebäude, die evangelische Kirche sowie die Clara-Zetkin-Straße bis zum Bahnhofsvorplatz, der ringsum durch den Bahnhof, die Post und ein Hotel begrenzt wird. Durch den Ort verlaufen die Berliner Nordbahn, die beiden Bundesstraßen B 96 und B 96a und die Autobahn A 10. Im Ostteil des Ortes befinden sich ein Kloster des Teresianischen Karmelitenordens sowie die Asklepios Klinik und die Regine Hildebrandt-Schule, eine integrativ-kooperative Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe.
Etwa drei Kilometer vom Ortszentrum entfernt befindet sich der Ortsteil Briese.

Geschichte[Bearbeiten]

Birkenwerder wurde namentlich im Jahre 1355 erstmals erwähnt. Bereits im 12. Jahrhundert bestand allerdings ein slawischer Burgwall an der Briesemündung, der später von deutschen Adligen ausgebaut wurde. Ausgrabungen im Jahre 2005 zufolge entstand östlich der Burg die erste deutsche Siedlung, die aber bald zugunsten des heutigen Ortskerns aufgegeben wurde. Birkenwerder war als Kirchen- und Mühlenstandort der bedeutendste Ort in der Umgebung. Im Jahre 1840 begann mit dem Bau von Ziegeleien die industrielle Entwicklung des Ortes. Im Jahre 1877 erhielt Birkenwerder Anschluss an die Berliner Nordbahn und damit auch nach Berlin. Es begann eine rasante Umwandlung vom Bauerndorf zum Villenvorort und Ausflugsziel von Berlin. Diese Entwicklung war in den 1920er Jahren größtenteils abgeschlossen. Birkenwerder hatte von 1961 bis 1990 zudem wegen seiner Lage im Eisenbahnnetz eine große Bedeutung als Umsteigebahnhof für Bahnreisende zwischen den „Sputnik“-Zügen und den aus Oranienburg bzw. Berlin kommenden S-Bahnen. Erst nach 1990 erfolgten wieder größere Baumaßnahmen. Hierzu zählen neben einer erheblichen Verdichtung mit Einfamilienhäusern auch der Anschluss an das Kanalisationsnetz, der Ausbau der Straßen, der Aufbau von Geschäftshäusern gegenüber dem Rathaus, eines Gewerbegebietes an der Autobahn, eines Wohngebietes nördlich der Autobahn und eines in Richtung Havelwiesen, Modernisierung und Ausbau beider Schulen, des Krankenhauses und der Freiwilligen Feuerwehr, die Errichtung eines Sportplatzes sowie die Errichtung eines Baumarktes.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Birkenwerder:
Bevölkerungsentwicklung in den heutigen Grenzen

Gebietsstand 1. Januar 2013
Jahr Einwohner
1875 951
1890 1167
1925 3387
1933 4993
1939 6648
1946 7023
1950 7148
1964 6967
1971 6911
1981 6325
Jahr Einwohner
1985 6122
1989 5602
1990 5510
1991 5422
1992 5377
1993 5370
1994 5423
1995 5417
1996 5491
1997 5721
Jahr Einwohner
1998 6055
1999 6290
2000 6518
2001 6632
2002 6800
2003 6961
2004 7108
2005 7219
2006 7360
2007 7492
Jahr Einwohner
2008 7650
2009 7774
2010 7819
2011 7748
2012 7827

Die Quellen der Daten, die Grundlage der Darstellungen sind, finden sich detailliert in den Wikimedia Commons[2].

Politik[Bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten]

Das Rathaus im Zentrum von Birkenwerder

Die Gemeindevertretung besteht aus 18 Mitgliedern sowie dem Bürgermeister[3]:

Wahlgruppe Stimmen Prozent Sitze
SPD 1.569 14,06 3
Die Linke 1.498 13,42 2
Initiative Ortsentwicklung Birkenwerder 1.395 12,5 2
CDU 1.288 11,54 2
Alternative Liste Birkenwerder 1.069 9,58 1
Grüne 897 8,04 1
ProBirkenwerder 788 7,06 1
Bürger für Birkenwerder 614 5,5 1
Senioren für Birkenwerder 590 5,29 1
BÜRGER im Fokus 551 4,94 1
Briesetalverein 438 3,92 1
Feuerwehrtreff 347 3,11 1
FDP 198 1,77 0

(Stand: Kommunalwahl am 25. Mai 2014) Die Wahlbeteiligung lag bei 58,6%.[4]

Bürgermeister[Bearbeiten]

Kurt Vetter (SPD) wurde in einer Stichwahl am 11. November 2001 zum Bürgermeister gewählt. Im Herbst 2009 wurde das Bürgermeisteramt wieder neu gewählt. Die Stichwahl am 11. Oktober 2009 gewann der parteilose Norbert Hagen mit Unterstützung der CDU. Er wurde am 3. April 2014 vom Landrat des Landkreises Oberhavel vorläufig suspendiert, als Bürgermeisterin amtiert zunächst Kämmerin Angelika Huhle.[5]

Wappen[Bearbeiten]

Wappen Birkenwerder

Das Wappen wurde am 21. Juni 1994 genehmigt.

Blasonierung: „In Silber mit blauem Wellenschildfuß eine aus einem goldenen Dreiberg wachsende naturfarbene Birke.“[6]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Asklepios Klinik in Birkenwerder

In Birkenwerder sind beispielsweise die Unternehmen Francotyp-Postalia, die Asklepios Klinik Birkenwerder sowie die Unternehmensgruppe Gegenbauer ansässig.

Verkehr[Bearbeiten]

Bahnhof Birkenwerder Empfangsgebäude

Birkenwerder hat eine Anschlussstelle an der Bundesautobahn 10 (A 10, Berliner Ring). Ebenso führen die B 96 und die B 96a durch den Ort. Da die B 96 zwischen Rügen und Berlin stark frequentiert ist, ist die Lärmbelästigung an den Hauptstraßen im Ort relativ hoch.

Der Bahnhof Birkenwerder liegt an der Berliner Nordbahn. Er wird von den S-Bahnlinien S1 und S8 sowie von der Regionalbahnlinie RB20 bedient.

Birkenwerder liegt außerdem am Radfernweg Berlin–Kopenhagen und am Havelradweg.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Denkmäler[Bearbeiten]

Clara-Zetkin-Gedenkstätte

In der Liste der Baudenkmale in Birkenwerder sowie in der Liste der Bodendenkmale in Birkenwerder stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Baudenkmale bzw. Bodendenkmale.

Religionen[Bearbeiten]

Evangelische Kirche in Birkenwerder

Am nördlichen Rand der Ortsmitte befindet sich die evangelische Kirche, ein Stülerbau aus gelben Birkenwerderaner Klinkern von 1849.

Nahe dem Ortsausgang in Richtung Bergfelde befindet sich seit 1988 das Karmelitenkloster. Ein Kloster und ein Kinderheim entstanden hier bereits 1920 durch den Umbau einer ehemaligen Gaststätte. Die Klosterkirche wird auch für die Gottesdienste der Birkenwerderaner Katholiken genutzt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Birkenwerder – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2012 (XLS-Datei; 83 KB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Population Projection Brandenburg at Wikimedia Commons
  3. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatBrandenburgische Kommunalverfassung. Abgerufen am 06.06.2013.
  4. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatWahlen am 25.05.2014. Abgerufen am 30.05.2014.
  5. Märkische Allgemeine: Landrat suspendiert Hagen (abgerufen am 4. April 2014)
  6. Wappenangaben auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg
  7. Kuntzemüller, Dr. Otto: Die Denkmäler Kaiser Wilhelms des Großen, Bremen o.J. (1903), S. 325.