Birkenwerder

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Birkenwerder (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Birkenwerder
Birkenwerder
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Birkenwerder hervorgehoben
52.68888888888913.27944444444432Koordinaten: 52° 41′ N, 13° 17′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Oberhavel
Höhe: 32 m ü. NHN
Fläche: 18,12 km²
Einwohner: 7833 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 432 Einwohner je km²
Postleitzahl: 16547
Vorwahl: 03303
Kfz-Kennzeichen: OHV
Gemeindeschlüssel: 12 0 65 036
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 34
16547 Birkenwerder
Webpräsenz: www.birkenwerder.de
Bürgermeister: vakant
Lage der Gemeinde Birkenwerder im Landkreis Oberhavel
Fürstenberg/Havel Zehdenick Liebenwalde Oranienburg Mühlenbecker Land Glienicke/Nordbahn Birkenwerder Hohen Neuendorf Hohen Neuendorf Hennigsdorf Leegebruch Velten Oberkrämer Kremmen Löwenberger Land Gransee Gransee Schönermark Sonnenberg Großwoltersdorf Stechlin Großwoltersdorf Berlin Mecklenburg-Vorpommern Mecklenburg-VorpommernKarte
Über dieses Bild

Birkenwerder ist eine Gemeinde im Landkreis Oberhavel im Land Brandenburg.

Geographie[Bearbeiten]

Alte Häuser am Werder

Birkenwerder liegt im Süden des Landkreises. Die nördliche Grenze des Berliner Stadtteils Frohnau (Bezirk Reinickendorf) ist knapp drei Kilometer und das Zentrum Berlins ungefähr 25 km entfernt. Birkenwerder grenzt an Hohen Neuendorf und ist von dessen Stadtteilen fast umschlossen. Im Osten grenzt der Ort an die Gemeinde Mühlenbecker Land und im Nordosten an den Stadtteil Wensickendorf der Kreisstadt Oranienburg. Das Ortszentrum wird von der Briese durchflossen, die an der Westgrenze von Birkenwerder in die Havel mündet.
Zu Birkenwerder gehören die Wohnplätze Briese und Lindenhof.[2]

Ortsbild[Bearbeiten]

Birkenwerders Ortsbild wird geprägt durch weitläufige Wohngebiete mit Einfamilienhäusern und Gartengrundstücken sowie durch die Briese mit ihren beiden Seen Boddensee und Mönchsee. Der Ortskern wird bestimmt durch das Rathausgebäude, die evangelische Kirche sowie die Clara-Zetkin-Straße bis zum Bahnhofsvorplatz, der ringsum durch den Bahnhof, die Post und ein Hotel begrenzt wird. Nahe der Kirche befindet sich die integrativ-kooperative Pestalozzi-Grundschule Birkenwerder. Durch den Ort verlaufen die Berliner Nordbahn, die beiden Bundesstraßen B 96 und B 96a und die Autobahn A 10. Im Ostteil des Ortes befinden sich ein Kloster des Teresianischen Karmelitenordens sowie die Asklepios Klinik und die Regine Hildebrandt-Schule, eine integrativ-kooperative Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe.

Geschichte[Bearbeiten]

Birkenwerder wurde namentlich im Jahre 1355 erstmals erwähnt. Bereits im 12. Jahrhundert bestand allerdings ein slawischer Burgwall an der Briesemündung, der später von deutschen Adligen ausgebaut wurde. Ausgrabungen im Jahre 2005 zufolge entstand östlich der Burg die erste deutsche Siedlung, die aber bald zugunsten des heutigen Ortskerns aufgegeben wurde. Birkenwerder war als Kirchen- und Mühlenstandort der bedeutendste Ort in der Umgebung. Im Jahre 1840 begann mit dem Bau von Ziegeleien die industrielle Entwicklung des Ortes. Im Jahre 1877 erhielt Birkenwerder einen Bahnhof an der Berliner Nordbahn und damit Bahnanschluss nach Berlin. Es begann eine rasante Umwandlung vom Bauerndorf zum Villenvorort und Ausflugsziel von Berlin. Diese Entwicklung war in den 1920er Jahren größtenteils abgeschlossen. Birkenwerder hatte von 1961 bis 1990 zudem wegen seiner Lage im Eisenbahnnetz eine große Bedeutung als Umsteigebahnhof für Bahnreisende zwischen den „Sputnik“-Zügen und den aus Oranienburg bzw. Berlin kommenden S-Bahnen. Erst nach 1990 erfolgten wieder größere Baumaßnahmen. Hierzu zählen neben einer erheblichen Verdichtung mit Einfamilienhäusern auch der Anschluss an das Kanalisationsnetz, der Ausbau der Straßen, der Aufbau von Geschäftshäusern gegenüber dem Rathaus, eines Gewerbegebietes an der Autobahn, eines Wohngebietes nördlich der Autobahn und eines in Richtung Havelwiesen, Modernisierung und Ausbau beider Schulen, des Krankenhauses und der Freiwilligen Feuerwehr, die Errichtung eines Sportplatzes sowie eines Baumarktes.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Birkenwerder:
Bevölkerungsentwicklung in den Grenzen von 2013
Jahr Einwohner
1875 951
1890 1 167
1910 2 318
1925 3 387
1933 4 993
1939 6 648
1946 7 023
1950 7 148
1964 6 967
1971 6 911
Jahr Einwohner
1981 6 325
1985 6 122
1989 5 602
1990 5 510
1991 5 422
1992 5 377
1993 5 370
1994 5 423
1995 5 417
1996 5 491
Jahr Einwohner
1997 5 721
1998 6 055
1999 6 290
2000 6 518
2001 6 632
2002 6 800
2003 6 961
2004 7 108
2005 7 219
2006 7 360
Jahr Einwohner
2007 7 492
2008 7 650
2009 7 774
2010 7 819
2011 7 748
2012 7 827
2013 7 833

Die Quellen der Daten finden sich detailliert in Wikimedia Commons[3].

Politik[Bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten]

Das Rathaus im Zentrum von Birkenwerder

Die Gemeindevertretung besteht aus 18 Mitgliedern sowie dem Bürgermeister[4]:

Wahlgruppe Stimmen Prozent Sitze
SPD 1.569 14,1 3
Die Linke 1.498 13,4 2
Initiative Ortsentwicklung Birkenwerder 1.395 12,5 2
CDU 1.288 11,5 2
Alternative Liste Birkenwerder 1.069 9,6 2
Grüne 897 8,0 1
ProBirkenwerder 788 7,1 1
Bürger für Birkenwerder 614 5,5 1
BÜRGER im Fokus 551 4,9 1
Senioren für Birkenwerder 510 4.6 1
Briesetalverein 438 3,9 1
Feuerwehrtreff 347 3,1 1
FDP 198 1,8 -

(Stand: Kommunalwahl am 25. Mai 2014, Wahlbeteiligung 58,6 %) [5]

Es bildeten sich folgende Fraktionen:

Fraktion Wahlvorschläge Sitze
Fraktion Birke Alternative Liste Birkenwerder,

Feuerwehrtreff,
ProBirkenwerder und
Senjioren für Birkenwerder

5
Sozial-Ökologisches Bürgerbündnis Die Linke,

Grüne,
Bürger für Birkenwerder und
BRIESETALVEREIN

5
SPD SPD 3
IOB/B.i.F. Initiative Ortsentwicklung Birkenwerde und

BÜRGER im Fokus

3
CDU CDU 2

(Stand: 28. Nov. 2014)[6]

Bürgermeister[Bearbeiten]

In einer Stichwahl am 11. November 2001 wurde Kurt Vetter (parteilos) zum Bürgermeister gewählt.

Im Herbst 2009 wurde der Bürgermeister neu gewählt. Die Stichwahl am 11. Oktober 2009 gewann der parteilose Norbert Hagen mit Unterstützung der CDU. Wegen mehreren Korruptions-Vorwürfen wurde er am 3. April 2014 vom Landrat des Landkreises Oberhavel vorläufig suspendiert.[7] Bei einem Bürgerentscheid am 16. November 2014 stimmte schließlich eine Mehrheit der Bürger für die Abwahl Hagens. Nun entscheidet die Gemeindevertretung über die Ansetzung von Neuwahlen.[8]

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen wurde am 21. Juni 1994 genehmigt.

Blasonierung: „In Silber mit blauem Wellenschildfuß eine aus einem goldenen Dreiberg wachsende naturfarbene Birke.“[9]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Asklepios Klinik in Birkenwerder

In Birkenwerder sind die Unternehmen Francotyp-Postalia, die Asklepios Klinik Birkenwerder sowie die Unternehmensgruppe Gegenbauer ansässig.

Verkehr[Bearbeiten]

Birkenwerder hat eine Anschlussstelle an der Bundesautobahn 10 (Berliner Ring). Die Bundesstraßen B 96 und B 96a führen durch den Ort.

Bahnhof Birkenwerder Empfangsgebäude

Der Bahnhof Birkenwerder liegt an der Berliner Nordbahn. Er wird von den S-Bahnlinien S1 und S8 sowie von der Regionalbahnlinie RB20 bedient.

Birkenwerder liegt am Radfernweg Berlin–Kopenhagen und am Havelradweg.

Motorisierung in Birkenwerder 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014
Zugelassene PKW (zum 1.1.)[10] 3 962 4 012 4 076 4 139 4 208 4 244 4 330
PKW je 1.000 Einwohner (31.12.Vj.) 529 524 524 529 543 542 553

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Denkmäler[Bearbeiten]

Clara-Zetkin-Gedenkstätte

In der Liste der Baudenkmale in Birkenwerder sowie in der Liste der Bodendenkmale in Birkenwerder stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Baudenkmale bzw. Bodendenkmale.

Religionen[Bearbeiten]

Evangelische Kirche in Birkenwerder

Am nördlichen Rand der Ortsmitte befindet sich die evangelische Kirche, ein Stülerbau aus gelben Birkenwerderaner Klinkern von 1849.

Nahe dem Ortsausgang in Richtung Bergfelde befindet sich seit 1988 das Karmelitenkloster. Ein Kloster und ein Kinderheim entstanden hier 1920 durch den Umbau einer ehemaligen Gaststätte. Die Klosterkirche wird auch für die Gottesdienste der Birkenwerderaner Katholiken genutzt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten]

Mit Birkenwerder verbundene Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Birkenwerder – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 83 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg: Gemeinde Birkenwerder
  3. Population Projection Brandenburg at Wikimedia Commons
  4. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatBrandenburgische Kommunalverfassung. Abgerufen am 06.06.2013.
  5. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatErgebnis der Kommunalwahl 2014. Abgerufen am 28.11.2014.
  6. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatGemdeidevertretung Birkenwerder. Abgerufen am 28.11.2014.
  7. Märkische Allgemeine: Landrat suspendiert Hagen (abgerufen am 4. April 2014)
  8. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatBürgerentscheid am 16. November 2014. Abgerufen am 18.11.2014.
  9. Wappenangaben auf dem Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg
  10. Kraftfahrt-Bundesamt Statistik Fz3
  11. Kuntzemüller, Dr. Otto: Die Denkmäler Kaiser Wilhelms des Großen, Bremen o.J. (1903), S. 325.