Birni-N’Konni

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Stadtgemeinde Birni-N’Konni
Stadtgemeinde Birni-N’Konni (Niger)
Stadtgemeinde Birni-N’Konni
Stadtgemeinde Birni-N’Konni
Koordinaten 13° 47′ N, 5° 15′ O13.7897222222225.2491666666667Koordinaten: 13° 47′ N, 5° 15′ O
Basisdaten
Staat Niger

Region

Tahoua
Departement Birni-N’Konni
Einwohner 149.414 (2012)
Politik
Bürgermeister Moussa Ladan (2004)
Partei PNDS-Tarayya

Birni-N’Konni (Kurzform: Konni) ist eine Stadtgemeinde und der Hauptort des gleichnamigen Departements Birni-N’Konni in Niger.

Geographie[Bearbeiten]

Birni-N’Konni liegt im Süden des Landes an der Grenze zu Nigeria, in der Großlandschaft Sudan an deren Übergang zur Sahelzone. Die Nachbargemeinden in Niger sind Tsernaoua im Norden und Bazaga im Westen. Die Altstadt (der „ancien noyau“) wird im Osten vom saisonal Wasser führenden Fluss Maggia begrenzt.[1] Das Stadtgebiet ist in zehn Stadtviertel, 36 administrative Dörfer, ein traditionelles Dorf und 14 Weiler gegliedert. Die zehn Stadtviertel sind Fada, Kaoura, Malamaoua, Matankaroua, Mounwadata I, Mounwadata II, Rini, Roumji, Sabon Gari und Tagajia.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Die Region von Birni N’Konni bildete zunächst ein relativ autonomes Gebiet unter der Oberherrschaft von Kebbi und wurde um 1750 von Gobir erobert. Sie reichte von Baizo (heute ein Dorf im Gemeindegebiet von Alléla) im Westen bis Doguérawa im Osten und dehnte sich Richtung Norden nach Ader aus.[3] 1823 erhielt ihr Hauptort eine Befestigung, birni auf Hausa, um gegen den 1804 von Usman dan Fodio ausgerufenen Dschihad der Fulbe geschützt zu sein. Seitdem heißt die Stadt Birni-N’Konni, übersetzt „Befestigung der Kanni“. Die Kanni waren die alte Herrscherdynastie von Kebbi.[1] Birni N’Konni entschloss sich dazu, keinen aussichtslosen Krieg gegen Usman dan Fodio zu führen und unterwarf sich seiner Herrschaft. Die Stadt wurde in Usman dan Fodios Kalifat von Sokoto eingegliedert und ihre Einwohner islamisiert.[3]

1899 war Birni-N’Konni Schauplatz eines berüchtigten Massakers. Im Zuge der Besetzung Französisch-Westafrikas wurde den französischen Offizieren Paul Voulet und Julien Chanoine von der Mission Voulet-Chanoine die Übergabe von sechs jungen Ochsen verweigert, woraufhin diese den Befehl zur Zerstörung der Stadt und zur Tötung der damals über 10.000 Einwohner gaben.[4] Eine französisch-britische Vereinbarung schlug Birni-N’Konni zunächst Britisch-Nigeria zu. Durch ein weiteres Grenzabkommen vom 8. April 1904 kam die Stadt an Französisch-Westafrika. Dadurch löste sie sich auch endgültig von der Herrschaft Sokotos.[5]

Bis 1972 hatten in Niger nur die Großstädte Niamey, Maradi, Tahoua und Zinder den Status einer eigenständigen Gemeinde. In diesem Jahr wurde Birni-N’Konni zeitgleich mit sechs weiteren nigrischen Orten zur Gemeinde erhoben.[6]

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bei der Volkszählung im Jahr 1988 hatte die Stadt 29.034 Einwohner und bei der letzten Volkszählung im Jahr 2001 42.897 Einwohner.[7] Bei der Volkszählung 2012 betrug die Einwohnerzahl 149.414.[8] Die größte Volksgruppe in Birni-N’Konni sind die Hausa.[9]

Politik[Bearbeiten]

Bei den Kommunalwahlen im Juli 2004 wurde Moussa Ladan (PNDS-Tarayya) zum Bürgermeister gewählt.[10] Am 15. April 2010 ernannte der Ministerrat Boubacar Goubé Illisassou zum Administrator (Administrateur Délégué) der Gemeinde.[11]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

In der verwinkelten Altstadt befinden sich die alte Große Moschee und die chefferie, der Sitz des sarki, des traditionellen Stadtoberhaupts. Entlang der Maggia liegen Gärten. Ein weiteres großes Gartenareal ist Tchilankom zwischen den Stadtteilen Sabon Gari und Mounwadata I.

Die örtliche Maison des jeunes et de la culture ist die Maison Kondo. Hier finden gelegentlich Turniere der lutte traditionnelle, einer beliebten Kampfsportart, sowie Konzerte statt.[1] Im zu Birni-N’Konni gehörenden administrativen Dorf Massalata wird alljährlich im Januar oder Februar eine große Versammlung der Azna veranstaltet.[12]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Bedingt durch die günstige Verkehrslage ist Birni-N’Konni ein wichtiges Handelszentrum. Die Hauptstraße, die vom Carrefour de l’Unité entlang der Altstadt Richtung nigerianischer Grenze verläuft, ist eine belebte und verkehrsreiche Geschäftsstraße. An der Hauptstraße befindet sich der täglich geöffnete Marktplatz, der besonders am Mittwoch, dem Markttag, von einer Vielzahl ethnischer Gruppen besucht wird – neben Hausa unter anderen von Fulbe, Tuareg und Zarma.[1] Die Stadt liegt in jener schmalen Zone entlang der Grenze zu Nigeria, die von Tounouga im Westen bis Malawa im Osten reicht und in der Bewässerungsfeldwirtschaft für Cash Crops betrieben wird.[13]

Birni-N’Konni ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt. Die Stadt liegt am Dakar-N’Djamena-Highway und wird von allen vier großen Busunternehmen des Landes angefahren. Beim Busbahnhof befindet sich ein großer Schwarzmarkt.[1]

Birni-N’Konni ist der Sitz eines Tribunal de Grande Instance, eines der landesweit zehn Zivilgerichte der ersten Instanz.[14] Die katholische Mission betreibt mit dem Centre Kan Kowa Shi Waye ein Bildungszentrum, das insbesondere die Lese- und Schreibfähigkeit von Erwachsenen in den Sprachen Französisch und Hausa fördert. Dem Zentrum ist eine Bibliothek angeschlossen.[1]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f Jolijn Geels: Niger. Bradt, Chalfont St Peter 2006, ISBN 1-84162-152-8, S. 149.
  2. Répertoire National des Communes (RENACOM). Website des Institut National de la Statistique, abgerufen am 22. Januar 2011.
  3. a b Edmond Séré de Rivières: Histoire du Niger. Berger-Levrault, Paris 1965, S. 169.
  4. Jean Martin: Lexique de la colonisation française. Dalloz: Paris 1988, ISBN 2-247-00935-2, S. 387–388.
  5. Edmond Séré de Rivières: Histoire du Niger. Berger-Levrault, Paris 1965, S. 170.
  6. Historique de la décentralisation au Niger (PDF-Datei; 91 kB). Website des Programme nigéro-allemand de lutte contre la pauvreté dans les zones de Tillabéri et Tahoua-Nord, veröffentlicht im Mai 2008, abgerufen am 21. Januar 2012.
  7. World Gazetteer: Seite nicht mehr abrufbar, Suche im Webarchiv:[1] [2] Vorlage:Toter Link/www.bevoelkerungsstatistik.deTahoua: Die wichtigsten Orte mit Statistiken zu ihrer Bevölkerung, abgerufen am 27. Dezember 2009.
  8. Présentation des résultats globaux définitifs du Quatrième (4ème) Recensement Général de la Population et de l’Habitat (RGP/H) de 2012. Institut National de la Statistique, 2014, abgerufen am 1. Mai 2014 (PDF-Datei, französisch).
  9. Jolijn Geels: Niger. Bradt, Chalfont St Peter 2006, ISBN 1-84162-152-8, S. 146.
  10. Maires du PNDS (PDF-Datei; 24 kB). Website des PNDS-Tarayya, abgerufen am 6. Oktober 2012.
  11. Conseil des ministres du Niger du 15 avril 2010. Website Temoust.org, veröffentlicht am 16. April 2010, abgerufen am 6. Oktober 2012.
  12. Présentation de Tahoua, région phare de la sixième édition du SAFEM 2009 (PDF-Datei; 866 kB). S. 6, Website des SAFEM, abgerufen am 5. März 2012.
  13. Comprendre l’économie des ménages ruraux au Niger. Save the Children UK, London 2009 (Online-Version; PDF; 2,6 MB), S. 8.
  14. Bachir Talfi: Note sur l’organisation judiciaire. Website des nigrischen Justizministeriums, abgerufen am 24. September 2012.