Birs

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Birs
fr. La Birse
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Wasserfall der Birs in Laufen, November 2003

Wasserfall der Birs in Laufen, November 2003

Daten
Gewässerkennzahl CH: 443
Lage Jura, Schweiz
Flusssystem Rhein
Abfluss über Rhein → Nordsee
Quelle Südwestlich von Tavannes im Berner Jura
47° 12′ 49″ N, 7° 11′ 43″ O47.2136388888897.1952222222222762
Quellhöhe 762 m ü. M.Vorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Mündung Rhein bei Basel47.5580555555567.6175246Koordinaten: 47° 33′ 29″ N, 7° 37′ 3″ O; CH1903: 613463 / 267498
47° 33′ 29″ N, 7° 37′ 3″ O47.5580555555567.6175246
Mündungshöhe 246 m ü. NNVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Höhenunterschied 516 m
Länge 73 kmVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Einzugsgebiet 922,3 km²Vorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Abfluss am Pegel Hofmatt (Münchenstein)[1] MQ
15,4 m³/s
Großstädte Basel

Die Birs (frz. La Birse) ist ein 73 Kilometer langer Nebenfluss des Rheins im Schweizer Jura.

Verlauf[Bearbeiten]

Die Birs entspringt einer Quelle in 762[2] Metern Höhe etwas südwestlich von Tavannes im Berner Jura. Sie tritt als richtiger Fluss ans Tageslicht (Stromquelle), denn die grosse Wassermenge stammt von einem unterirdischen Flusssystem. Tief im Berginnern sammelt sich das Regenwasser und durchfliesst ein weitverzweigtes kilometerlanges Höhlennetz.

Die Birs schlängelt sich durch weite Talmulden (Vallée de Tavannes) im Wechsel mit engen, von hohen Felswänden eingeschlossenen Klusen (Schluchten). Bei Delémont (Delsberg), der Hauptstadt des Kantons Jura, vereinigt sie sich mit den beiden Bächen La Sorne und La Scheulte. Zwischen Soyhières und Liesberg wechselt sie vom französischen ins deutsche Sprachgebiet und tritt in das zum Kanton Basel-Landschaft gehörende Laufental über. In Laufen bildet sie bei der Querung einer widerstandsfähigen Kalksteinbank einen Wasserfall, dessen Wasserkraft einer der Ausgangspunkte für die gewerbliche Entwicklung der Stadt war.

Bei der Klus Angenstein durchquert der Fluss die Blauenkette und gelangt ins Birseck, das Tiefland bei Aesch. Zwischen Aesch und Dornach sind in der Birs zahlreiche Krebse zu finden, welche sich im ruhigen Gewässer sehr wohl fühlen, wobei der rote amerikanische Krebs aufgrund seines aggressiven Verhaltens eine Gefahr für die einheimischen Krebsarten darstellt und diese zunehmend zu verdrängen droht. Der Oberlauf der Birs gehört der Forellenregion an, der Unterlauf geht in die Äschenregion über. Früher war die Birs durch den Menschen und die Industrie stark verschmutzt und eingedämmt, doch dank zahlreichen Renaturierungsprojekten gedeiht heute eine vielfältige Flora und Fauna.

Bis hierhin hat die Birs acht Gebirgsketten durchschnitten und beim Durchbrechen der Klusen viel Gestein weggeräumt. Nach der Klus Angenstein konnte sich die Birs je nach Wassermenge stark ausbreiten und sich ihren Weg bahnen. Daher wurde schon früh versucht, den Fluss in ein enges Korsett zu zwängen. Vor dem Bau der Jurabahn wurde der Fluss im Jahre 1875 begradigt und teilweise eingedämmt. So wurde trockenes Weide- und Bauland gewonnen und der Bau von sicheren Übergängen für den wachsenden Verkehr ermöglicht. Einzig der dichte Auwald bei der Heide in Reinach BL blieb übrig. Die Reinacherheide ist ein Naturschutzgebiet mit Magerrasenbeständen, Trockengebüschen und dem Auenwald. Sie ist ein wahres Vogelparadies mit 83 verschiedenen Vogelarten.

Die Birsebene war bis ins Ende des 18. Jahrhunderts kaum besiedelt. Dort wo einst der Fluss in vielen Armen den Weg zum Rhein suchte, ist dort wo das moderne Münchenstein sich heute ausbreitet. Der Unterlauf der Birs bildet die Grenze zwischen den beiden Kantonen Basel-Stadt und Basel-Landschaft und wurde im Jahr 2004 von einem schnurgeraden Betonkanal zu einem lebendigeren, naturnäheren Fluss zurückgebaut. Schon sind wieder Spuren des lange verschwundenen Bibers gesichtet worden. Die Stadtgrenze von Basel und Birsfelden bildend, mündet die Birs beim Birskopf nach 73 Kilometern auf nur noch 246 Meter über Normalnull in den Hochrhein.

Einzugsgebiet[Bearbeiten]

Das Einzugsgebiet der Birs umfasst 922,3 km² und liegt vor allem in der Schweiz, kleinere Gebiete liegen in Frankreich. In der Schweiz haben die fünf Kantone Bern, Jura, Solothurn, Basel-Landschaft und Basel-Stadt Anteil. Es erstreckt sich über zwei Sprachregionen (französisch und deutsch). Wichtige benachbarte Einzugsgebiete sind die von Birsig, Ill, Rhône, Dünnern und Ergolz.

Nebenflüsse[Bearbeiten]

Wichtige Zuflüsse der Birs sind La Trame, Ruisseau de Chaluet, La Challère, La Raus, La Scheulte, La Sorne, Ruisseau de Mettembert, Lützel, Wahlenbach, Lüssel, Ibach, Chastelbach, Schlossgrabenbach und Seebach.

Bildergalerie[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • René Salathé: Die Birs. Bilder einer Flusslandschaft, Verlag des Kantons Basel-Landschaft, 2000, ISBN 3-85673-260-8

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Birs – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hydrologisches Jahrbuch der Schweiz 2008
  2. René Salathé 2000: Die Birs. Bilder einer Flusslandschaft, Seite 13