Bischofsheim (Mainspitze)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Bischofsheim (Mainspitze)
Bischofsheim (Mainspitze)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Bischofsheim (Mainspitze) hervorgehoben
49.9890277777788.35586Koordinaten: 49° 59′ N, 8° 21′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Darmstadt
Kreis: Groß-Gerau
Höhe: 86 m ü. NHN
Fläche: 9,03 km²
Einwohner: 12.515 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 1386 Einwohner je km²
Postleitzahl: 65474
Vorwahl: 06144
Kfz-Kennzeichen: GG
Gemeindeschlüssel: 06 4 33 002
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schulstraße 13
65474 Bischofsheim
Webpräsenz: www.bischofsheim.de
Bürgermeisterin: Ulrike Steinbach (SPD)
Lage der Gemeinde Bischofsheim (Mainspitze) im Kreis Groß-Gerau
Ginsheim-Gustavsburg Bischofsheim (Mainspitze) Rüsselsheim Raunheim Kelsterbach Trebur Nauheim Mörfelden-Walldorf Riedstadt Groß-Gerau Büttelborn Stockstadt am Rhein Biebesheim am Rhein Gernsheim Wiesbaden Main-Taunus-Kreis Frankfurt am Main Rheinland-Pfalz Kreis Bergstraße Landkreis Offenbach Darmstadt Landkreis Darmstadt-DieburgKarte
Über dieses Bild

Die Gemeinde Bischofsheim gehört zum Kreis Groß-Gerau in Hessen und hat etwas mehr als 12.000 Einwohner. Von 1930 bis 1945 war Bischofsheim ein Stadtteil der heutigen rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt Mainz (siehe auch rechtsrheinische Stadtteile von Mainz).

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Bischofsheim liegt im sogenannten Mainspitzdreieck, dem Gebiet südlich der Mainmündung zwischen Main und Rhein.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Bischofsheim ist im Norden durch den Main von der Stadt Hochheim am Main (Main-Taunus-Kreis) getrennt, im Osten grenzt es an die Stadt Rüsselsheim sowie im Süden und Westen an die Stadt Ginsheim-Gustavsburg.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde Bischofsheim besteht nur aus einem Ortsteil. Allerdings besitzt Bischofsheim mit „An den Sportstätten“ und der „Dr.-Hans-Böckler-Siedlung“ zwei von Bischofsheim durch Schienennetz bzw. Bundesstraße getrennte Teile.

Bischofsheim ist mit dem Bahnhof Mainz-Bischofsheim ein Eisenbahnknotenpunkt mit Rangierbahnhof. Der Bahnhofsname geht zurück auf die frühere politische Zugehörigkeit des Ortes zur Stadt Mainz. Weiterhin ist die Gemeinde über die Autobahnen 60 und 671 direkt erreichbar.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ortsname geht nicht auf einen Bischof sondern auf die Lage an einer Mainbiegung zurück (bieschen = biegen).[2]

Die erste Erwähnung in historischen Dokumenten findet Bischofsheim im Jahr 1200 als Bissescheim circa Menum . In den weiteren Jahrhunderten finden es dann unter wechselnden Ortsnamen Erwähnung. So als Biscovesheim (1211), Bischophisheim (1268), Bisschabesheim (1319), Bischoffesheim (1394), Biffesheim (1529) und Mainbischoffsheimb (1659). In den Unterlagen finden sich die folgenden Einträge über die Besitzverhältnisse[3]:

1278 verkaufen die Brüder Philipp und Johann von Hohenfels ihre sämtlichen Güter in Bischofsheim, die sie von den Grafen von Rieneck zu Lehen tragen, an das Domkapitel zu Mainz;
1288 vermacht Heinrich, Vikar der Kirche in Oestrich, seine Güter in Bischofsheim dem Mainzer Domkapitel;
1298 bekommen das Agnesenkloster zu Mainz und der Mariengredenstift in Mainz Güter in Bischofsheim geschenkt.
1579 geht der dem Erzbischof von Mainz gehörige Hof in das Eigentum des Landgrafen Georg I. von Hessen-Darmstadt über.

Georg I. von Hessen ist der erste Landgraf von Hessen-Darmstadt und erbt von seinem Vater Philipp I. von Hessen die Ämter Rüsselsheim, Dornberg, Darmstadt, Lichtenberg, Reinheim, Zwingenberg. Bis 1820 gehört dann Bischofsheim zum Amt Rüsselsheim, ab 1821 dann zum Landratsbezirk Dornberg der Provinz Starkenburg des Großherzogtums Hessen das 1806 unter Druck von Napoleon gegründet wurde. Dann

1832 bis 1848: Kreis Groß-Gerau, mit der Einführung von Kreisen im Großherzogtum Hessen.
1848 bis 1852: Regierungsbezirk Darmstadt, während der Einteilung der Provinz Starkenburg in Regierungsbezirke.
1852 bis 1930: Kreis Groß-Gerau mit der Wiedereinführung von Kreisen in der Provinz Starkenburg.
1930 bis 1945 gehört Bischofsheim zu Mainz.
ab 1945 zum Landkreis Groß-Gerau. Bei der nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgte Gründung des Landes Hessen wurden die rechtsrheinischen Stadtteile von Mainz entweder Wiesbaden zugeschlagen oder wie Bischofsheim eigenständige Gemeinden.

Die zuständige Gerichtsbarkeit war während der Zugehörigkeit zu Hessen, von 1821 bis 1879 das Landgericht Großgerau und ab 1879 das daraus hervorgegangene Amtsgericht Groß-Gerau. Während der Zugehörigkeit von Bischofsheim zu Mainz von 1931 bis 1945 war das Amtsgericht Mainz zuständig und mit der Rückführung von Bischofsheim in den Kreis Groß-Gerau wieder das Amtsgericht Groß-Gerau.[3]

Bischofsheim gilt gemeinhin als „Eisenbahnergemeinde“. Nach 1865 nahm der Ort durch den Ausbau der hessischen Ludwigsbahn von Darmstadt in das damals zu Hessen-Darmstadt gehörende Mainz einen ungeheuren Aufschwung. Viele Arbeiter, die die Ludwigsbahn bauten, ließen sich mit ihren Familien in Bischofsheim nieder. Von der Wende des 19. zum 20. Jahrhundert bis in die 1960er Jahre entwickelte sich der Bahnhof Mainz-Bischofsheim außerdem zu einem der größten Güterbahnhöfe Südwestdeutschlands. Diesen Status hat der Bahnhof seit den 1970er Jahren aber wieder eingebüßt.

Bischofsheim war von 1930 bis 1945 ein Stadtteil von Mainz. Während des Zweiten Weltkrieges wurde der Ort schwer in Mitleidenschaft gezogen. Ab dem 9. September 1942 wurde Bischofsheim des Öfteren wegen seiner Bedeutung als Verkehrsknotenpunkt von britischen und US-amerikanischen Flugzeugstaffeln bombardiert. Der Ort und der Verschiebebahnhof Mainz-Bischofsheim wurden zur Hälfte zerstört. Nach dem Krieg legten die französischen und US-amerikanischen Besatzungsmächte den Rhein als Grenze ihrer Besatzungszonen fest. Damit kam das Mainzer Stadtgebiet in der französischen Zone 1947 an das neu gegründete Land Rheinland-Pfalz, die rechtsrheinischen Mainzer Stadtteile in der US-amerikanischen Zone an das neu gegründete Land Hessen. Während die drei Stadtteile nördlich des Mains (Mainz-Amöneburg, Mainz-Kastel, Mainz-Kostheim) der Stadt Wiesbaden zugeteilt wurden, wurden Bischofsheim und das benachbarte Ginsheim-Gustavsburg wieder eigenständige Gemeinden im Kreis Groß-Gerau.

Ausgliederungen[Bearbeiten]

Am 1. Februar 1975 wurden Gebietsteile mit damals etwa 80 Einwohnern an die Nachbargemeinde Ginsheim-Gustavsburg abgetreten.[4]

Kirche und Religion[Bearbeiten]

Christliche Gemeinden[Bearbeiten]

Der erste Beleg für das Vorhandensein einer Kirche stammt aus dem Jahr 1211.[3] 1267 ist dann eine ecclesia erwähnt und später eine Pfarrkirche. Als Kirchenpatron ist Ägidius erwähnt und 1267 schenkt der Propst von St. Viktor in Mainz das Patronat den Kanonikern seines Stifts. Die Pfarrkirche ist wahrscheinlich im Dreißigjährigen Krieg um 1635 abgebrannt. 1650 erhält die Gemeinde durch eine Schenkung ein neues Gestühl und 1680 wird der Chor neu erbaut. Im Jahr 1740 wurde ein Erweiterungsbau beschlossen der durch das St. Viktorstift und die Gemeinde finanziert wurde. Die bis heute erhaltene Erweiterung zum Barockbau erfolgte 1747/48.[5]

Bis Mitte des 19. Jahrhunderts war Bischofsheim ein rein evangelisches Dorf, erst 1902 wurde die kleine Josephskirche erbaut. Mit der zunehmenden Zahl von Katholiken wurde 1926 die heutige Christkönigkirche eingeweiht.[6] Seit Einführung des Christkönigsfestes durch Papst Pius XI im Jahre 1925 war dies in Deutschland das erste Gotteshaus, das Christus, dem König, geweiht wurde. Der Baumeister Professor Dominikus Böhm schuf mit der Bischofsheimer Christkönigskirche ein vielkritisiertes und zugleich beachtetes Werk im modernen sakralen Baustil. Heute zählt die Kirche zu den programmatischen Bauten der neueren deutschen Kirchenbaukunst. Nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs die Zahl der Katholiken durch den Zuzug der Flüchtlinge und Vertriebenen aus dem Egerland besonders stark an (vergleiche Egerländer Gmoi).

Als kirchliche Verwaltungen sind heute für Bischofsheim das katholische Dekanat Rüsselsheim des Bistum Mainz und das evangelische Dekanat Groß-Gerau der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau zuständig.

Jüdische Gemeinde Bischofsheim[Bearbeiten]

In Bischofsheim bestand seit dem 18. Jahrhundert eine jüdische Gemeinde, die 1938/42 ausgelöscht wurde. 1770 werden drei jüdische Familien am Ort genannt. Offiziell gegründet wurde die jüdische Gemeinde 1826. Vorher waren die Juden in Bischofsheim Teil der Gemeinde in Rüsselsheim. Die in Bischofsheim verstorbenen jüdischen Personen wurden im Friedhof Groß-Gerau beigesetzt.

Die Bevölkerung wuchs im Laufe des 19. Jahrhunderts stark an. Gab es 1815 nur 6 jüdische Familien, so zählte die Gemeinde 1828 schon 48 jüdische Einwohner (7,2 % von insgesamt 668 Einwohnern), 1861 71 (6,5 % von insgesamt 1.088 Einwohnern), 1871 82, 1880 64 (3,8 % von 1.702), 1895 63, 1900 68 (2,3 % von 2.986), 1910 46 (1,0 % von 4.456). Der Rückgang ist auf die Abwanderung in die großen Städte der Umgebung nach der Reichseinigung zurückzuführen, wobei das nun preußische Frankfurt der Hauptanziehungspunkt war.

Die jüdischen Familien lebten ursprünglich vom Viehhandel, landwirtschaftlichen Erzeugnissen und Waren. Seit der Gleichstellung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eröffneten sie auch Läden und Gewerbebetriebe.

Die jüdische Gemeinde besaß eine Synagoge (Frankfurter Straße 48), eine Schule (jeschiva) und ein rituelles Bad (mikwe) im Kellergeschoss der Synagoge. Gegenüber dem Gebäude befindet sich seit 1988 eine Gedenktafel. Ein Religionslehrer war zugleich als Vorbeter (Chasan) und Schächter (Schochet) tätig . Die Gemeinde gehörte zum orthodoxen Bezirksrabbinat Darmstadt II.

Nachdem die Synagoge im Novemberpogrom 1938 nur knapp der Zerstörung entging, wurde das Gebäude in der Folgezeit zu einem Wohnhaus mit Gastwirtschaft umgebaut.

Am Marienplatz befindet sich seit 1988 ein Mahn- und Gedenkstein an die jüdische Gemeinde.

Mit dem Holocaust erlosch das jüdische Leben in Bischofsheim vollständig.

Islamische Religionsgemeinschaften[Bearbeiten]

Mit dem Zuzug und der teilweisen Einbürgerung von Gastarbeitern hauptsächlich aus der Türkei entstand in Bischofsheim seit den 70 Jahren auch eine türkisch-islamische Gemeinde. Dabei gehört ein Teil der Angehörigen moslemischen Glaubens vor allem aus Pakistan zur Ahmadiyya-Bewegung. Außerdem gehören einige Moslems nicht der sunnitischen Richtung an, sondern sind Aleviten, die teilweise kurdischer Abstammung sind. Während die Ahmadiyya-Anhänger ihr religiöses Zentrum in der Bait ul-Ghafur-Moschee in Gustavsburg besuchen, gibt es für die sunnitischen Moslems mehrere Moscheen in Rüsselsheim. Die alevitische Gemeinde ist mit Ginsheim-Gustavsburg zusammengeschlossen.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Belegte Einwohnerzahlen sind[3]:

  • 1629: 00.034 Hausgesessene
  • 1829: 00.668 Einwohner
  • 1939: 06.438 Einwohner
  • 1961: 09.731 Einwohner
  • 1970: 10.154 Einwohner
Bischofsheim: Einwohnerzahlen von 1834 bis 1967
Jahr     Einwohner
1834
  
745
1840
  
800
1846
  
888
1852
  
907
1858
  
969
1864
  
1.170
1871
  
1.403
1875
  
1.514
1885
  
1.854
1895
  
2.264
1905
  
3.670
1910
  
4.456
1925
  
5.438
1939
  
6.438
1946
  
7.035
1950
  
7.813
1956
  
8.677
1961
  
9.731
1967
  
10.255
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.

Politik[Bearbeiten]

Bischofsheim Rathaus I 20110505.jpg
Rathaus I
Bischofsheim Rathaus II 20110506.jpg
Rathaus II
Bischofsheim Rathaus III 20110505.jpg
Rathaus III (Palazzo)

Gemeindevertretung[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 27. März 2011 lieferte folgendes Ergebnis:

Parteien und Wählergemeinschaften %
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
Kommunalwahl 2011
 %
50
40
30
20
10
0
42,3 %
25,7 %
18,2 %
13,8 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
+3,4 %p
-1,1 %p
+6,8 %p
-9,0 %p
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 42,3 13 38,9 12
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 25,7 8 26,8 8
GALB GALB-Bündnis 90/Die Grünen 18,2 6 11,4 4
BFW Bischofsheimer Freie Wählergemeinschaft 13,8 4 22,8 7
gesamt 100,0 31 100,0 31
Wahlbeteiligung in % 48,8 49,9

Bürgermeisterin[Bearbeiten]

Bürgermeisterin ist seit 1. Juli 2011 Ulrike Steinbach (SPD). Sie wurde im 1. Wahlgang am 27. März 2011 mit 57,8 % gewählt.

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen der Gemeinde Bischofsheim besteht aus einem geteilten Schild: Oben in Blau ein aus der Teilung wachsender, golden gekrönter und bewehrter, fünfmal von Silber und Rot geteilter Löwe; unten in Silber eine Brille mit schwarzer Einfassung.

Die Erlaubnis zur Führung des Wappens wurde vom Volksstaat Hessen am 27. Oktober 1926 erteilt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Wasserturm im Jugendstil

Sehenswürdigkeiten sind die evangelische Barockkirche, die frühmoderne katholische Christkönigskirche von Dominikus Böhm und die historischen Fachwerkbauten. In einem von diesen, dem „Alten Rathaus“, ist das Heimatmuseum untergebracht. Die katholische Christkönigkirche war nach der Einführung des gleichnamigen Festes in der katholischen Liturgie die erste Kirche dieses Patronats in Deutschland. Bis in die 1960er Jahre hinein galt sie als einer der architekturgeschichtlich bedeutendsten moderneren Kirchenbauten in Deutschland. Dominikus Böhm entwarf 1926 eine parabelförmige Vollbetonkirche die – in Anlehnung an die umliegende Wohnbebauung und die benachbarten Opel-Werke in Rüsselsheim – an der Außenfassade vollständig verklinkert ist.

Außerdem ist noch der Wasserturm sehenswert (es werden kostenlos geführte Besichtigungen angeboten). Besonders zu empfehlen ist der unter Denkmalschutz stehende Personen- und Güterbahnhof Mainz-Bischofsheim, der den Zweiten Weltkrieg überstanden hat. Bis zur Renovierung 2003 hatte das Empfangsgebäude noch einen grünen Anstrich.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Die Wirtschaft in Bischofsheim ist gekennzeichnet durch die Nähe zur Adam Opel GmbH und dem Frankfurter Flughafen. Überwiegend Logistik-Dienstleister haben sich in Bischofsheim niedergelassen. Weiterhin gibt es verschieden Fach- und Verbrauchermärkte.

Verkehr[Bearbeiten]

Eisenbahn[Bearbeiten]

Der Bahnhof Mainz-Bischofsheim, Bahnhof der Gemeinde Bischofsheim, stellt einen wichtigen Eisenbahnknotenpunkt im Rhein-Main-Gebiet dar. Er ist ein wichtiger Güterbahnhof, in dem zahlreiche Güterzüge gebildet werden.

Empfangsgebäude des Bahnhofs Mainz-Bischofsheim

Mit der Hessischen Ludwigsbahn, der Verbindung zwischen Mainz, Darmstadt und Aschaffenburg erreichte die Eisenbahn 1858 die Gemeinde. Später folgte die hier von der Ludwigsbahn abzweigende Mainbahn nach Frankfurt am Main. Nach Errichtung der Hochheimer Mainbrücke bestand auch eine Verbindung zur Taunusbahn (Abzweig Kostheim) sowie zur Umgehungsbahn, die sich kurz vor der Kaiserbrücke (Mainz) mit der Strecke aus Wiesbaden vereinigt und sowohl die Umfahrung des Mainzer Hauptbahnhofes als auch dessen Anfahrt in entgegengesetzter Richtung ermöglicht.

Bischofsheim liegt im Gebiet des Rhein-Main-Verkehrsverbundes. Im Bahnhof Mainz-Bischofsheim halten die S-Bahn-Linien S8 und S9, wodurch direkte Verbindungen nach Wiesbaden, Mainz, Mainz-Kastel, Rüsselsheim, Frankfurt am Main (Flughafen, Hauptbahnhof und Innenstadt), Offenbach am Main und Hanau bestehen. Weiterhin stellt eine Regionalbahn die Verbindung mit Darmstadt und weiter bis nach Aschaffenburg sicher. Ergänzend halten auch einige Regional-Express-Züge der Relation Frankfurt (Main)–Mainz–Koblenz. In den Jahren 2008–2009 ergab sich wegen Bauarbeiten die besondere Situation, dass der Bahnhof Mainz-Bischofsheim Ersatzhalt für Mainz Hauptbahnhof für einige Züge im Fernverkehr war. Kurzfristig war dies im Sommer 2013 erneut der Fall, als wegen Personalmangels im Stellwerk „Mf“ im Mainzer Hauptbahnhof der Verkehr dort stark eingeschränkt werden musste.

Weiterer Linienverkehr[Bearbeiten]

  • Busverbindungen nach Mainz über Gustavsburg, Mainz-Kostheim und Mainz-Kastel mit den MVG-Linien 54, 55 und 91.
  • Busverbindung nach Ginsheim mit MVG-Linie 54.
  • Busverbindung nach Rüsselsheim/Raunheim bis Flughafen Frankfurt mit Linie 72.
  • Busverbindung nach Hochheim mit Linie 827 (nur zu Schulzeiten)

Straße[Bearbeiten]

  • „Mainzspitz-Dreieck“ der Bundesautobahnen 60 und 671, Anschlussstelle „Bischofsheim“ an der A 60 (Nummer 27) und „Gustavsburg“ an der A 671 (Nummer 6)
  • Bundesstraße 43
  • Landesstraße 3482
  • Kreisstraßen 201, 202

Schulen[Bearbeiten]

  • Georg-Mangold-Schule (Grundschule)

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Partnerschaften[Bearbeiten]

Bischofsheim ist verschwistert mit dem niederschlesischen Dzierżoniów (ehem. Reichenbach im Eulengebirge) in Polen und Crewe and Nantwich im Vereinigten Königreich.

Synonyme[Bearbeiten]

Bischofsheim wird manchmal auch bezeichnet als:

  • Bischofsheim (Kreis Groß-Gerau), zum Beispiel in der Fahrplanauskunft des RMV.
  • Mainz-Bischofsheim, zum Beispiel in der Fahrplanauskunft der Deutschen Bahn.
  • Bischofsheim bei Rüsselsheim, zum Beispiel im Telefonbuch der Deutschen Telekom.
  • Bischem, Bischofsheimer Bürger werden auch als Bischemer (Hessischer Dialekt) bezeichnet.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bischofsheim (Mainspitze) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2.  Wilhelm Huber: Das Mainz-Lexikon. Hermann Schmidt, Mainz 2002, ISBN 3-87439-600-2.
  3. a b c d Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatBischofsheim, Landkreis Groß-Gerau. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). Hessisches Landesamt für Geschichtliche Landeskunde (HLGL), Stand: 23. Juli 2012, abgerufen am 13. November 2012.
  4.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 366.
  5. Geschichte der evangelischen Kirche zu Bischofsheim abgerufen am 17. November 2012.
  6. Geschichte Christkönigkirche