Bismarck-Klasse (1877)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Bismarck-Klasse
Die SMS Bismarck

Die SMS Bismarck

Schiffsdaten
Land Deutsches ReichDeutsches Reich (Reichskriegsflagge) Deutsches Reich
Schiffsart Gedeckte Korvette
Entwurf Amtsentwurf 1873/75
Bauzeitraum 1875 bis 1880
Stapellauf des Typschiffes 35. Juli 1877
Gebaute Einheiten 6
Dienstzeit 1878 bis 1910
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
82,5 m (Lüa)
72,2 m (KWL)
Breite 13,7 m
Tiefgang max. 6,18 m
Verdrängung Konstruktion: 2.856 t
Maximal: 3.386 t
 
Besatzung 404 Mann
Maschine
Maschine 4 Kofferkessel
3-Zyl.-Dampfmaschine
indizierte
Leistung
Vorlage:Infobox Schiff/Wartung/Leistungsformat
2.500 PS (1.839 kW)
Geschwindigkeit max. 12,0 kn (22 km/h)
Propeller 1 zweiflügelig ∅ 5,2 m
Takelung und Rigg
Takelung Vollschiff
Anzahl Masten 3
Segelfläche 2.210 m²
Bewaffnung
  • 16 × Rk 15,0 cm L/22 (1.660 Schuss)

Die Bismarck-Klasse war eine Klasse von sechs Gedeckten Korvetten der deutschen Kaiserlichen Marine. Als „gedeckt“ bezeichnete man Schiffe, deren Kanonen unter einem zumindest teilweisen Deck – also „gedeckt“ – standen. Sie waren damit in dieser Hinsicht einer Fregatte ähnlicher als einer klassischen Korvette, die ihre Kanonen alle an Oberdeck führte.[1] Die Schiffe wurden 1884 als Kreuzerfregatten umklassifiziert.

Geschichte[Bearbeiten]

Bei den Schiffen dieser Klasse handelte es sich um dreimastige, als Vollschiff getakelte Segelschiffe mit 2.210 m² Segelfläche, die über einen zusätzlichen Dampfantrieb verfügten. Der Rumpf bestand aus Metall, es war jedoch keine zusätzliche Panzerung vorhanden. Sie wurden zwischen 1875 und 1880 in verschieden norddeutschen Werften gebaut; die Indienststellung erfolgte zwischen 1878 und 1880.

Die SMS Bismarck wurde der Kolonialflotte zugeteilt und war dort mehr als zehn Jahre im Einsatz. Unter anderem repräsentierte sie die deutsche Marine bei der Weltausstellung 1886 in Australien, während sie sich dort zu Reparaturen aufhielt. Sie fand auch Verwendung im Konflikt um Samoa.

Die anderen fünf Schiffe wurden später als Schulschiffe eingesetzt und unternahmen ausschließlich Ausbildungsfahrten. Der spätere Ausbildungscharakter der Schiffe brachte ihnen den Spitznamen "schwimmende Gymnasien" ein.[2]

Verbleib[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Gröner, Erich / Dieter Jung / Martin Maass: Die deutschen Kriegsschiffe 1815–1945. Band 1: Panzerschiffe, Linienschiffe, Schlachtschiffe, Flugzeugträger, Kreuzer, Kanonenboote, Bernard & Graefe, München 1982, ISBN 3-7637-4800-8, S. 70f.
  •  Hildebrand, Hans H. / Albert Röhr / Hans-Otto Steinmetz: Die deutschen Kriegsschiffe. Biographien – ein Spiegel der Marinegeschichte von 1815 bis zur Gegenwart. 10 Bände, Mundus Verlag, Ratingen o. J. (Genehmigte Lizenzausgabe Koehlers Verlagsgesellschaft, Hamburg, ca. 1990).

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Allerdings hatten Fregatten ihre Kanonen auf zwei übereinander liegenden Decks.
  2. H. Merleker: Auch Schiffe haben Spitznamen in Die Seekiste Nr. 2 1951, S.82/83