Bismarck-Klasse (1939)

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Bismarck-Klasse
Die Tirpitz

Die Tirpitz

Schiffsdaten
Land Deutsches ReichDeutsches Reich (Reichskriegsflagge) Deutsches Reich
Schiffsart Schlachtschiff
Bauzeitraum 1936 bis 1941
Stapellauf des Typschiffes 14. Februar 1939
Gebaute Einheiten 2
Dienstzeit 1940 bis 1944
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
250,5 m (Lüa)
241,5 m (KWL)
Breite 36,0 m
Tiefgang max. 9,9 m
Verdrängung Standard: 41.700 tn.l.
Konstruktion: 45.950 t
maximal: 53.500 t
 
Besatzung 2.065 Mann
Maschine
Maschine 12 Dampfkessel
3 Satz Dampfturbinen
Maschinen-
leistung
150.170 PS (110.450 kW)
Geschwindigkeit max. 30,6 kn (57 km/h)
Propeller 3 dreiflügelig ⌀ 4,7 m
Bewaffnung
  • 8 × Sk 38 cm L/47 (1.004 Schuss)
  • 12 × Sk 15 cm L/55 (1.288 Schuss)
  • 16 × Flak 10,5 cm L/65 (6.825 Schuss)
  • 16 × Flak 3,7 cm L/83 (34.100 Schuss)
  • 12 × Flak 2 cm (44.000 Schuss)
Panzerung
  • Gürtel: 170–320 mm
  • Zitadelle: 120–145 mm
  • Panzerdeck: 80–120 mm
  • Oberdeck: 50 mm
  • Panzerquerschotte: 45–220 mm
  • Torpedoschotte: 45 mm
  • schwere Artillerie:
    Türme: 360 mm
    Barbetten: 220–340 mm
  • Mittelartillerie:
    Türme: 100 mm
    Barbetten: 100 mm
  • vorderer Kommandoturm: 350 mm
  • achterer Kommandoturm: 150 mm

Die Bismarck-Klasse war eine Klasse von zwei deutschen Schlachtschiffen während des Zweiten Weltkriegs. Sie bestand aus dem Typschiff Bismarck, benannt nach dem früheren deutschen Reichskanzler Otto von Bismarck, und deren Schwesterschiff Tirpitz, benannt nach dem früheren Staatssekretär im Reichsmarineamt Alfred Freiherr von Tirpitz.

Geschichte[Bearbeiten]

Planung und Bau[Bearbeiten]

Am 1. Juli 1936 wurde auf der Werft von Blohm & Voss in Hamburg der Kiel der im Haushaltsplan als „Schlachtschiff F“ bezeichneten Bismarck gestreckt. Im November 1936 begannen die Arbeiten an ihrem Schwesterschiff Tirpitz („Schlachtschiff G“) auf der Kriegsmarinewerft Wilhelmshaven. Beide Schiffsbauten entsprachen dem gleichen Entwurf, der sich primär an dem im Mai 1937 in Dienst gestellten Schlachtschiff Dunkerque der französischen Marine als Gegner orientierte: Die Dunkerque und die Schiffe der britischen Royal Navy waren maßgeblich für die Spezifikationen der beiden deutschen Schiffe; insbesondere auf Geschwindigkeit und Panzerschutz wurde großer Wert gelegt.

Ab September 1939 erfolgte angesichts des Kriegsausbruchs mit Großbritannien der Bau der Bismarck und der Tirpitz unter hohem Zeitdruck, behindert durch den strengen Winter im Frühjahr 1940. Die Schiffe konnten daher erst im Frühjahr 1941 als einsatzbereit gelten.

Zwischen der Bismarck und der Tirpitz bestanden geringe bautechnische Unterschiede. Der auffälligste davon war der bei der Tirpitz bis an den Rand des Oberdecks vorgezogene Aufbau zwischen den beiden hinteren Türmen der Mittelartillerie. Deshalb konnten die Hauptkräne der Tirpitz anders als auf der Bismarck nicht auf dem Oberdeck, sondern auf dem so entstandenen darüber gelegenen Deck aufgestellt werden. Hinter diesem Vorsprung wurden dann im Herbst 1941 nach der Verlegung nach Norwegen die dort noch von den während des Unternehmens „Weserübung“ 1940 gesunkenen Zerstörern vorhandenen Torpedo-Vierlingssätze als Zusatzbewaffnung installiert; eine Bewaffnung, die auf der Bismarck nicht vorhanden war. Das zusätzliche Gewicht erhöhte die Verdrängung der Tirpitz und ihren Tiefgang, so dass sie um knapp 1.000 t schwerer war als ihr Schwesterschiff. Damit war die Tirpitz das größte je fertiggestellte deutsche Kriegsschiff.

Nach Beginn der Bauarbeiten am Schwesterschiff Bismarck wurden noch Änderungen vorgenommen, die in die Konstruktion der später begonnenen Tirpitz einfließen konnten. Diese Verbesserungen betrafen vor allem die Bunkerzellen im Schiffsrumpf, die anders aufgeteilt waren. Dadurch konnte die Tirpitz mehr Treibstoff mitführen als die Bismarck. Bei der Bismarck konnten diese Änderungen nicht mehr berücksichtigt werden, da ihr Bau bereits zu weit fortgeschritten war.

Bei der Tirpitz waren auch die beiden achteren Flak-Leitstände, die sich hinter dem Großmast befanden, durch kugelförmige Hauben aus Kunststoff wettergeschützt. Auf der Bismarck sollten diese Hauben nach Abschluss des Unternehmens „Rheinübung“ in einem der besetzten französischen Atlantikhäfen eingebaut werden, wozu es durch den Totalverlust der Bismarck nicht mehr kam.

Einsätze[Bearbeiten]

Die Bismarck vor Blankenese
Die Tirpitz in der Bogenbucht

Die Bismarck lief am 18. Mai 1941 zu ihrer ersten und letzten Feindfahrt, dem „Unternehmen Rheinübung“ aus. Nach der Versenkung des britischen Schlachtkreuzers Hood in der Dänemarkstraße zwischen Island und Grönland ging es unter britischer Verfolgung weiter in Richtung Brest (Frankreich). Nach einem schweren Gefecht sank die Bismarck am 27. Mai 1941 im Atlantik.

Die Tirpitz unternahm mehrere Einsätze gegen die Briten. Eines dieser Unternehmen mit dem Codenamen „Rösselsprung“ gegen den Nordmeergeleitzug PQ 17 ist das klassische Beispiel für die sogenannte „Fleet-in-being“-Rolle der Tirpitz: Ihre bloße Präsenz zwang die Briten, ihren Schiffsverkehr in diesem Seegebiet durch schwere Einheiten schützen zu lassen, und ihr Auslaufen – ohne direkt Feindberührung zu haben – nahm Einfluss auf die Aktionen des Gegners. Mittelbar war die Tirpitz durch diese Operationen hinsichtlich der Erfüllung des Primärauftrages, der Schädigung der alliierten Nachschublinien, viel erfolgreicher als ihr Schwesterschiff Bismarck.

Bewertung der Bismarck-Klasse[Bearbeiten]

Die beiden Schiffe der Klasse gelten in der Fachliteratur grundsätzlich als ein qualitativer Höhepunkt des deutschen und internationalen Großkampfschiffbaus. So spricht Breyer von beiden Einheiten als „ungewöhnlich standfest und [...] zu den besten [gehörend], die jemals gebaut [wurden].“ Sie seien darüber hinaus jedem vergleichbaren ausländischen Typ überlegen gewesen.[1] Auf die Standfestigkeit weisen auch Breyer und Koop hin, diese sei „der berühmt gewordenen [...] der Großkampfschiffe der Kaiserlichen Marine [gleichgekommen]“ und habe sie vermutlich noch übertroffen.[2] Gröner bezeichnet Bismarck und Tirpitz als „hervorragend indifferente Seeschiffe mit ruhigen, flachen Stampf- und geringen Schlingerbewegungen“ und bescheinigt ihnen „selbst in sehr schwerer See [große] Kursbeständigkeit.“ Ihre Manövrierfähigkeit sei grundsätzlich „ausgezeichnet“ gewesen, jedoch habe diese bei langsamen Fahrtstufen in kritischem Maß abgenommen.[3]

Technik[Bearbeiten]

Datenblatt der Tirpitz

Gewichte (Konstruktion[4])[Bearbeiten]

Bezeichnung Gewicht
[t]
Schiffskörper 11.691,0
Panzerung (ohne Drehpanzer) 17.540,0
Hauptmaschinen 2.800,0
Hilfsmaschinen 1.428,0
Artilleriebewaffnung
dav. Drehpanzer (1.590 t)
5.973,0
Flugzeugeinrichtungen 83,0
Sperrwaffen 8,0
Allgemeine Geräte usw. 369,4
Nautische Instrumente 8,6
Takelage 30,0
Leeres Schiff 39.931,2
Artilleriemunition 1.510,4
Verbrauchsstoffe 155,4
Sperrwaffenmunition 2,5
Besatzung m. Effekten 243,6
Proviant 194,2
Trinkwasser 139,2
Typverdrängung 42.343,5
Speisewasser (Gefechtszellen) 187,5
Heizöl 3.226,0
Treiböl 96,5
Schmieröl 80,0
Flugzeug-Betriebsmittel (1. Füllung) 17,0
Konstruktionsverdrängung 45.950,5
Speisewasser 187,5
Heizöl 3.226,0
Treiböl 96,5
Schmieröl 80,0
Flugzeug-Betriebsmittel (Reserve) 17,0
Frischwasser-Reserve 389,2
Schiff voll ausgerüstet 49.946,7
Ölsonderzuladung 1.009,0
Schiff mit Sonderzuladung 50.955,7

Diese Gewichtaufstellung gibt den Stand der Planungen circa 1936/1937 wieder. Im Rahmen des Baus und der Herstellung der Kriegsbereitschaft der Schiffe ergaben sich Mehrgewichte, die sich im Wesentlichen auf folgende Bereiche verteilen.[5]

  • Hauptmaschinen ca. 650 t
  • Artilleriebewaffnung ca. 450 t (Fernsteuerungen der SA, Funkmessgeräte)
  • Torpedobewaffnung (nur Tirpitz) ca. 80 t
  • Erhöhung Ölsonderzuladung auf 2.000 t

Die gewichterhöhenden Maßnahmen führten zu einem Anstieg der Maximalverdrängung auf circa 53.500 t bei einer (theoretischen) Heizölunterbringung von bis zu 8.400 t. Ausweislich der Kriegstagebücher wurde diese aufgeführte Menge jedoch nicht ausgeschöpft. Für die Tirpitz ergaben sich im weiteren Lebenszyklus bedingt durch die erhebliche Aufstockung der Flakbewaffnung und entsprechender Erhöhung der Munitionsdotierung (zum Beispiel 20 mm Flak: 144.000 Schuss 1944 gegenüber 44.000 Schuss Kriegssoll in 1941) weitere Gewichtserhöhungen.

Schiffskörper[Bearbeiten]

Schiffbautechnisch[6][7][8] war die Bismarckklasse ein vollständig geschweißter Glattdecker in kombinierter Längs- und Querspantenbauweise von 250,5 m Länge (in der CWL 240,5 m), einer maximalen Breite von 36 m und einer Höhe über Oberkante Kiel im Hauptspant von 15 m ansteigend auf 17,91 m am Vorsteven bzw 16,40 m am Heck mit Doppelboden bis zu 1,70 m Höhe. Hauptsächliches Konstruktionsmaterial war hochfester unlegierter Maschinenbaustahl St 52 KM. Der Schiffskörper war in 22 wasserdichte Abteilungen von maximal 15 m Länge unterteilt (I–XXII). Zur weiteren wasserdichten Unterteilung wurden die 9 Längsspanten verschiedentlich als Längsschotten ausgebildet und die einzelnen Decks wasserdicht ausgeführt.

Zum Entfernen von Wasser aus dem Schiff waren die Hauptlenzeinrichtung, die Seitenlenzeinrichtung, die Hilfslenzeinrichtung, die Entwässerungseinrichtung und die Druckwasserlenzeinrichtung verfügbar.

Als Hauptlenzeinrichtungen waren 18 elektrisch betriebene Leckpumpen mit einer Förderleistung von je 15 m³/min bei 12 m Förderhöhe vorhanden. Gesamtleistung somit ca 16.200 m³/h. Diese dienten auch zum Befluten der Munitionskammern. Die Hauptlenzeinrichtungen sind nach dem Gruppenlenzsystem verlegt, das heißt jede Pumpe saugt aus den Räumen ihrer Abteilung und den Nachbarabteilungen. Außerdem konnten fast alle Pumpen aus dem Seitenlenzrohr der betreffenden Abteilung saugen.

Die Seitenlenzeinrichtung dient zum Lenzen der natürlich gefluteten Zellen des äußeren Wallganges von einer Bordseite zur anderen. Im Fall der Verletzung der Außenhaut sorgen die 10 Seitenlenzrohre für den Ausgleich der Wasserhöhe auf beiden Schiffseiten und sollen Schlagseite aufgrund einseitiger Gewichtsänderungen verhindern bzw. vermindern.

Die Hilfslenzeinrichtung, bestehend aus der mittels Absperrschieber mehrfach unterteilbaren Hilfslenzleitung und 4 Kreiselpumpen von je 50 m³/h Förderleistung, diente zum Lenzen des sich in den Bilgen in den Abteilungen I bis XXI ansammelnden Leckwassers.

Räume ohne Anschluss an die Hilfslenzeinrichtung bzw. ohne Entwässerungsmöglichkeiten konnten über die Druckwasserlenzeinrichtung entwässert werden, für die vier hydraulische bzw. zwei elektrische Lenzpumpen – jeweils tragbar – von je etwa 0,5–1,5 m³/min Förderleistung vorgesehen waren.

Hauptmaschinen[Bearbeiten]

Der Antrieb[4][5] der Bismarck bestand aus drei voneinander unabhängigen Kraftwerken mit jeweils eigener Ölversorgung, Dampferzeugung, Seewasserkühlung, Dampfturbinen, Schraubenwellen und Schrauben. Über Reserve- und Notschaltungen konnten im Havariefall die entsprechenden Komponenten der anderen Kraftwerke beliebig mitversorgt werden.

Panzerung[Bearbeiten]

Einleitung[Bearbeiten]

Gesamtmasse der Panzerung 18.990 t,[5] davon Drehpanzer 1.590 t. Hinsichtlich der Massen finden sich auch in Originaldokumenten abweichende Panzermassen im Bereich von circa 200 t. Dies ist zum einen auf berechnete Konstruktionswerte zu verschiedenen Zeitpunkten aufgrund von Änderungen beim Bau zurückzuführen als auch auf tatsächlich verwogene Panzergewichte.

Panzermaterialien[Bearbeiten]

Gehärtete Panzerplatten -KC nA (einseitig gehärteter Panzerstahl nach kruppscher Art, zementiert, neue Art),

ungehärtete (homogene) Panzerbleche und -platten -Wh und Ww (Wotan hart bzw. Wotan weich)

Werkstoffsorte Fließgrenze
[kg/mm²]
Bruchgrenze
[kg/mm²]
Bruchdehnung
L=5d [%]
Einschnürung
[%]
Kerbzähigkeit
[%]
KC nA[9] mind. 55 70–80 mind. 20 mind. 20
Wh[10] mind. 56 80–90 mind. 18 mind. 22 mind. 60
Ww[10] mind. 48 65–75 mind. 22 mind. 28 mind. 65

Panzeranordnung[Bearbeiten]

Generelle Aufstellung des schweren Seitenpanzerschutzes im Bereich der Zitadelle:[6] Senkrechter außenliegender Gürtel, auf Höhe der Türme der schweren Artillerie bis zu 15 ° entsprechend Schiffshülle geneigt bis 10 cm über Batteriedeck. Bei Einsatzverdrängung von rund 50.000 t befinden sich rund 2,2 m unterhalb und 2,8 m oberhalb der Wasserlinie. Die Schiffshülle des Vor- und Hinterschiffs wurde in der Wasserlinie als leichter Panzer splittersicher ausgeführt. Lediglich das Heck bis Spant 10,5 m war ungepanzert.

Auf Grund der Kriegserfahrungen im Ersten Weltkrieg und infolge der Waffenentwicklung ist der Panzerschutz in erster Linie in folgender Hinsicht verbessert worden:[11]

  • gegen Treffer, die auf großen Entfernungen und entsprechend großen Fallwinkeln das Panzerdeck treffen können
  • gegen Bombenangriffe.

Diese beiden Gründe zwingen dazu, einen erheblich größeren Teil des Panzergewichtes auf den Horizontalschutz und die Barbetten zu verwenden, da der Gesamtanteil des Gesamtpanzers nicht wesentlich gesteigert werden kann. Die Barbetten müssen, soweit sie nicht durch geschlossene Kasematten usw. abgedeckt sind, in voller Stärke auf das Hauptpanzerdeck durchgehen, da bei den größeren Fallwinkeln diese Teile nicht mehr so wie früher zum Teil hinter dem Schutz des Seitenpanzers liegen. Bei dieser neuen Verteilung des Panzers ist es nicht mehr möglich, den Gürtelpanzer so stark zu machen, dass er nicht von Geschossen „heil“ durchschlagen werden kann. Es muss deswegen angestrebt werden, soweit irgendwie möglich, auch den Horizontalpanzer in das Gesamtsystem des Seitenschutzes einzugliedern. Hierdurch kann erreicht werden, dass wenigstens auf den Hauptgefechtsentfernungen die Zerstörungswirkung von den lebenswichtigen Teilen des Schiffes ferngehalten wird. Das stärkste Panzerdeck ist wie bisher möglichst tief zu legen und mit möglichst flacher Böschung bis Unterkante Gürtel herunterzuziehen, aber, im Gegensatz zu früher, jetzt so stark zu machen, dass auch Geschosse, die mit erheblichem Überschuss den Gürtel durchschlagen und die Böschung treffen, diese nicht durchschlagen können, sondern entweder zu Bruch gebracht oder abgewiesen werden.

Das Panzerdeck selbst kann aber trotz der Verstärkung nicht so stark gemacht werden, dass Geschosse, die das Panzerdeck unmittelbar auf den höchsten Entfernungen treffen, abgewiesen werden, da eine so weitgehende Verstärkung des Panzerdecks, dass es auch gegen schwerste Panzersprenggranaten bei größeren Fallwinkeln schützt, aus Gewichtsgründen für größere Teile des Schiffes unmöglich ist. Es wird nur gelingen, die Entfernung, auf der noch der Horizontalschutz durchschlagen werden kann, nach oben herauszuschieben.

Ebenso wenig, wie die volle Standfestigkeit in diesen höheren Entfernungsbereichen gegen schwerste Geschosse möglich ist, ebenso wenig kann ein unbedingter Schutz gegen die Bedrohung aus der Luft erzielt werden, denn die schwersten Panzerbomben, die gebaut und verwandt werden können, vermögen auch das zur Zeit stärkste Panzerdeck zu durchschlagen. Voraussetzung hierfür ist eine sehr große Abwurfhöhe oder Raketenantrieb. Durch diese Voraussetzung ist wegen der geringen Trefffähigkeit aus großen Höhen und wegen des geringen Sprengstoffanteils der Panzerbomben(≈ 6% Sprengladung) die Verwendung dieser Bomben stark eingeschränkt. Es wird deswegen am zweckmäßigsten gehalten, das oberste Deck so zu panzern (≈ 50 mm), dass normale dünnwandige Sprengbomben (mit 50% Sprengladung) zu Bruch gehen und nur dickwandige Sprengbomben mit erheblich weniger Sprengladung (≈ 25%) dieses Deck durchschlagen können. Diese Halbpanzerbomben, die dem Prinzip nach unseren Sprenggranaten mit Bodenzünder entsprechen, können dann zwar im Inneren des Schiffs detonieren, jedoch nur oberhalb des Panzerdecks. Nur in wenigen Fällen, so zum Beispiel bei Treffern neben Schornsteinschächten, können aber derartige Bomben bei schweren Schiffen lebenswichtige Teile des Schiffes zerstören.

Um die Spreng- und Splitterwirkung von derartigen, oberhalb des Panzerdecks detonierenden Bomben und Geschossen zu begrenzen, sollen auf den neuesten schweren Schiffen im Bereich des Mittelschiffes Längs- und Querschotten aus 30-mm-Wh-Material eingebaut werden. Ferner sollen die Schornsteinschächte oberhalb des Oberdecks einen Splitterschutz von 30-mm-Wh-Material erhalten.

Das Panzerdeck selbst kann, wie oben ausgeführt nur noch von den eigentlichen Panzerbomben mit ≈ 6% Sprengladung durchschlagen werden. Die Wirkung wird also der Wirkung einer Sprenggranate mit Bodenzünder des gleichen Gewichtes entsprechen.

Das oberste geeignete Deck stark zu machen, ist auch aus schiffbaulichen Festigkeitsgründen günstig zur Erzielung einer guten Längsfestigkeit, es schützt ferner die darunterliegenden Räume gegen die Wirkung von Sprengbomben ohne Verzögerung.

Hinsichtlich[12] der Sicherheit des Horizontalschutzes gegen Durchschlagen muss bemerkt werden, dass die Durchschlagserwartungen bei den verhältnismäßig kleinen Auftreffwinkeln nur einen Anhalt ergeben können. Geringe Materialunterschiede ergeben vielfach große Auswirkungen, so können z. B. schon allein Unterschiede in der Kappenform und Härte sich dahingehend auswirken, dass in einem Fall das Geschoss die Platte durchschlägt, im anderen Fall unter sonst dieselben Bedingungen, also bei gleicher Auftreffgeschwindigkeit, nur mit anderer Kappe, das Geschoss abgewiesen wird. Auch liegen die Werte, und zwar sowohl die der Winkel wie auch der Auftreffgeschwindigkeiten, bei denen ein Geschoss abgewiesen wird oder eben noch die Platte durchschlägt, oft so dicht beieinander, dass sie nicht genau getrennt werden können. Ferner kommt hinzu, dass bei den schon sowieso verhältnismäßig geringen Winkeln sich naturgemäß die schwer erfassbare Ablenkung (Aufrichten) noch stärker auswirkt als bei größeren Auftreffwinkeln. Dieses wirkt sich insbesondere dann besonders aus wenn der Durchschlag durch mehrere Platten erfolgt. Hier kann sogar der Fall eintreten, dass sich das Geschoss schräg zur Flugrichtung stellt, so dass es mit einem viel größeren Querschnitt die Platte durchschlagen muss.

Panzerstärken[Bearbeiten]

Gemäß allgemeiner Bauvorschrift wurden die Torpedoschotte sowie das Panzerdeck samt Böschungen durch Vernieten hergestellt. Aufgrund Fortschritts in der Schweißtechnologie, konnte das Oberdeck anstelle der ebenfalls vorgesehenen Vernietung vollständig geschweißt werden. Errechnete Einsparungen für nicht notwendige Verlaschungen der Panzerplatten wurden im Bereich der Türme der schweren Artillerie zur lokalen Verstärkung der Böschungen(10 mm) und des Panzerdecks (5 mm) eingesetzt. Bei der Bismarck kamen diese Änderungen aufgrund des weiter fortgeschrittenen Baus teilweise zu spät. Aufgrund dessen ergab sich für die Tirpitz auf Basis des verwogenen Materials ein erhöhtes Panzergewicht.[6][13]

Zitadelle[Bearbeiten]

von Spant 32 m bis 202,7 m

  • Hauptgürtelpanzer: 320 mm verjüngend auf 170 mm (für die unteren 1,35 m) KC nA circa 5 m Höhe
  • Zitadellpanzer: 145 mm KC nA, in Höhe des vorderen Turmes ab Spant 186,7–202,7 m 120 mm Wh circa 2,30 m Höhe oberhalb Hauptgürtel
  • Oberdeck: 50 mm
    • Verstärkung im Bereich der Turmgruppen II und III der Mittelartillerie Spant 91,3–102,3 und Spant 126,2–137,1 durch untenliegende Doppelungsplatte auf 80 mm Wh
  • Panzerdeck:
    • über den Maschinenräumen: 80 mm (Böschungen 110 mm) Wh
    • über den Munitionskammern: 100 mm (Böschungen 120 mm) Wh
  • Torpedolängsschott vom Schiffsboden bis 1400 mm oberhalb Panzerdeck: 45 mm Ww
  • Splitterschott (Verlängerung Torpedolängsschott) 30 mm Wh
  • Panzerquerschotte: Spant 32m bzw. 202,7 m oberhalb Panzerdeck 145 mm unterhalb 220 mm
Vorschiff[Bearbeiten]
  • Außenhaut oberhalb Wasserlinienschutz Spant 202,7 m bis Spant 224 m: 35 mm Wh
  • Außenhaut-Wasserlinienschutz ca 3,50 m Höhe Spant 202,7 m bis Vorsteven: 60 mm Wh
  • Oberdeck Spant 202,7 m bis Spant 224 m: 50 mm Wh
  • oberes Plattformdeck Spant 202,7 m bis Spant 233 m: 20 mm Wh
  • Panzerquerschott Spant 224 m: 20 mm Wh
Heck/Ruder[Bearbeiten]

von Spant 10,5 m bis 32 m

  • Außenhaut oberhalb Wasserlinienschutz: 35 mm Wh
  • Außenhaut-Wasserlinienschutz ca 3,50 m Höhe: 80 mm Wh
  • Oberdeck: 50 mm Wh
  • Panzerdeck bzw. Böschung der Rudermaschinenanlage: 110 mm Wh
  • Panzerquerschott Spant 10,5 m unterhalb Panzerdeck 150 mm, oberhalb 45 mm Wh
Artillerie[Bearbeiten]
  • Barbetten der schweren Artillerie: 340 mm KC nA (220 mm unter dem Panzerdeck)
  • Türme der schweren Artillerie[14]
    • Vorderwand: 360 mm KC nA
    • Seitenwände: 220mm KC nA
    • vordere schräge Decke: 180 mm KC nA
    • waagerechte Decke: 130 mm Wh
    • hintere schräge Decke: 180 mm Wh
    • seitliche schräge Decken: 150 mm Wh
    • seitliche waagerechte Platten: 150 mm Wh
    • hinterer Turmboden: 50 mm
  • mittlere Artillerie: 40–100 mm Wh
Sonstiges[Bearbeiten]
  • vorderer Kommandoturm: Seiten 350 mm KC nA, Decke 200 mm Wh
  • hinterer Kommandoturm: Seiten 150 mm Wh, Decke 50 mm Wh
  • Artillerie Leitstand: Seiten 60 mm Wh, Decke 20 mm Wh
  • Schacht für Befehls und Meldeanlagen unterhalb vorderer Kommandoturm 220 mm
  • zusätzlich wurden für die Schiffsführung wichtige Bestandteile der Aufbauten mit 20 mm Splitterschutz Wh versehen

Immunität[Bearbeiten]

Als militärische Grundforderungen an den Panzerschutz der Schlachtschiffe F und G wurde die Immunität gegen 38-cm-Geschosse auf Gefechtsentfernungen zwischen 20.000 Meter und 30.000 Meter gestellt.[15] Gegen britische 38,1-cm-Geschosse zu 875 kg und einer Anfangsgeschwindigkeit von 745 m/s wurde folgende generelle Schutzwirkung erwartet:[16]

  • Die untere Durchschlagzone
    • Seitenschutz: sicher ab 21,0 km (weitergehende Erläuterung siehe Panzeranordnung)
    • Barbetten: sicher ab 25,0 km
  • Die obere Durchschlagzone
    • horizontaler Schutz über Maschinenräumen: sicher bis 19,4 km
    • horizontaler Schutz über Munitionskammern: sicher bis 25,0 km.

Nach britischen Schießunterlagen[17] wurde folgende Schutzwirkung der Panzerung gegen britische Schlachtschiffkaliber erwartet:

  • 35,6 cm
    • Seitenschutz: sicher ab 14,6 km
    • horizontaler Schutz über Maschinenräumen: sicher bis 19,1 km
    • horizontaler Schutz über Munitionskammern: sicher bis 25,5 km
  • 38,1 cm
    • Seitenschutz: sicher ab 15,3 km
    • horizontaler Schutz über Maschinenräumen: sicher bis 18,3 km
    • horizontaler Schutz über Munitionskammern: sicher bis 24,1 km
  • 40,6 cm
    • Seitenschutz: sicher ab 15,3 km
    • horizontaler Schutz über Maschinenräumen: sicher bis 19,1 km
    • horizontaler Schutz über Munitionskammern: sicher bis 25,5 km

Auf Grundlage dieser Erwartungen wurden ab 1942 Entfernungen oberhalb 20 km als optimale Kampfentfernung gegen die Tirpitz erachtet.

Artillerieeinrichtungen[Bearbeiten]

Anforderungen[Bearbeiten]

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde die Weiterentwicklung der Seeziel- und Flakartillerie[18] unter folgenden Prämissen vorangetrieben:

  • schnellstes Erzielen des ersten Treffers beim Gegner, nach Möglichkeit mit der ersten Salve, bei gleichzeitig schneller und sicherer Ortung des Gegners
  • Unabhängigkeit von Schlinger- und Stampfeinflüssen im Atlantik auch bei schwerem Wetter
  • Unabhängigkeit von Manövern des eigenen Schiffes
  • 100% technische Reserve der Feuerleitwege, Richtmöglichkeiten und Munitionszuführung.

Seezielartillerie[Bearbeiten]

Schwere Artillerie (SA)[Bearbeiten]

je zwei 38-cm-SK C/34e in vier ausbalancierten zweiachsig stabilisierten Drehtürmen mit angehängten Drehschächten (Drh. L. C/34e)[6][14][16][19][20][21][22]

  • Richtbereich (Höhe): −5° bis 30°
  • Turmgewicht: 1.048 t bzw. 1.056 t
  • größte Schwenkgeschwindigkeit: 5 Grad/s
  • größte Höhenrichtgeschwindigkeit: 6 Grad/s
  • Rohrgewicht (m. Verschluss): 111.000 kg
  • Rohrlänge (bis Verschlussboden): 19.630 mm = L/52
  • Länge gezogener Teil: 15.062 mm
  • Mündungsgeschwindigkeit: 820 m/s
  • maximale Reichweite:
    • bei 30° Erhöhung: 35.600 m
  • Feuergeschwindigkeit: ~ 2 Schuss/Minute
    • Schussfolge in Ladestellung 2,5°: 24 s
    • Schussfolge bei 15° Rohrerhöhung: 30 s
    • Schussfolge bei 30° Rohrerhöhung: 35 s
  • Lebensdauer: 242 Schuss pro Rohr
  • Treibladung zweigeteilt bestehend aus
    Vorkartusche: 38 cm Vorkartusche 34 – 38 cm Vorkart 34 mit 104,0 kg Treibladungspulver RP 38
    Hauptkartusche: 38 cm Hülsenkartusche 34 – 38 cm HülsKart 34 mit 108,0 kg Treibladungspulver RP 38
  • Geschosstypen jeweils 800 kg
    • Panzersprenggranate mit Bodenzünder und ballistischer Haube – Psgr L/4,4 m Bdz (m. Haube)
    • Sprenggranate mit Bodenzünder und ballistischer Haube – Spgr L/4,6 m Bdz (m. Haube)
    • Sprenggranate mit Kopfzünder und ballistischer Haube – Spgr L/4,6 KZ (m. Haube)
  • Munitionsvorrat:
    • Konstruktion: 864 (108 Schuss pro Rohr)
    • Kriegssoll: 1.004 (dav. 353 Psgr m. Bdz, 338 Spgr m. Bdz, 313 Spgr KZ)
  • Durchschlagsleistung (Psgr m.Bdz):
Entfernung
[km]
Auftreff-
geschwindigkeit
[m/s]
Fallwinkel
[°]
Durchschlag
vertikal (KC nA)*
[mm]
Durchschlag
horizontal (Wh)*
[mm]
0 820 0 840 0
5 730 2,5 723 30
10 640 6 602 45
15 570 10,5 501 60
20 510 16,5 392 77
25 475 23,5 332 98
30 460 32 275 125
35 460 40 228 165
* Die Durchschlagangaben für Entfernungen kleiner 20 km wurden unter Zuhilfenahme der den Durchschlagskurven der Unterlagen zur Hauptkampfentfernung und Geschosswahl zugrundeliegenden Berechnungsformeln nachberechnet.[23] Grundsätzlich gilt für alle Durchschlagangaben, dass die angegebenen Werte nur gerechnete Anhaltswerte für eine ideale Situation darstellen, mit senkrechtem Seitenschutz und 90° Zielwinkel (Gegnerkurs zu Flugrichtung Geschoss). Die über die Durchschlagformeln ausgewiesenen Zusammenhänge wurden durch Beschuss von Panzerplatten ermittelt.
Mittelartillerie (MA)[Bearbeiten]

15-cm-SK C/28 in sechs zweiachsig stabilisierten Zwillingstürmen (Drh. L. C/34)[19][21][22][24]

  • Turmgewicht (mit Entfernungsmesser): 116,25 t
  • Rohrgewicht: 9,08 t
  • Feuergeschwindigkeit: 6–8 Schuss/Min
  • Lebensdauer: ca. 1100 Schuss
  • Mündungsgeschwindigkeit: 875 Meter/Sekunde
  • Reichweite
    • bei 35° (Sprenggranate): 22.000 m
    • bei 40° (Sprenggranate): 23.000 m
  • Munitionstypen jeweils 45,5 kg
    • Sprenggranate mit Bodenzünder und ballistischer Haube – Spgr L/4,5 m Bdz (m. Haube)
    • Sprenggranate mit Kopfzünder und ballistischer Haube – Spgr L/4,6 KZ (m. Haube)
    • Leuchtgranate – Lg. L/4,3
  • Munitionsvorrat:
    • Konstruktion: 1.260 (105 Schuss pro Rohr)
    • Kriegssoll: 1.288 (dav. 622 Spgr m. Bdz, 666 Spgr KZ) zuzüglich 240 Lg. L/4,3
Feuerleitung[Bearbeiten]
Richt- und Abfeuerverfahren[25][Bearbeiten]

Schwere Artillerie

  • Hauptverfahren
    Höhenfernsteuerung, Seitenvorzündwerk
  • Nebenverfahren
    Richtungsweiser(RW), Höhenweiser(HW), Zentralabfeuerung bzw Zentralzündwerk für Schlingern und Stampfen mit vorgewählter Ebene
  • Reserveverfahren
    Höhe und Seite direkt, Turmabfeuerung

Mittelartillerie

  • Hauptverfahren
    Richtungsweiser(RW), Höhenvorzündwerk
  • Nebenverfahren
    Richtungsweiser(RW), Höhenweiser(HW), Zentralabfeuerung
  • Reserveverfahren
    Höhe und Seite direkt, Turmabfeuerung

Flakartillerie[Bearbeiten]

Schwere Flak[Bearbeiten]

10,5-cm-SK C/33 (Bismarck: 4 C/33 und 4 C/37 Doppellafetten; Tirpitz: 2 C/33 und 6 C/37 Doppellafetten, ab August 1941 8 C/37 Doppellafetten, die Lafetten waren jeweils dreiachsig stabilisiert)[21][22][26]

  • Gewicht mit Lafettierung: 27,055–27,805 t
  • Rohrgewicht: 4,56 t
  • Feuergeschwindigkeit: 15–18 Schuss/Minute
  • Lebensdauer: ca. 2.950 Schuss
  • Mündungsgeschwindigkeit (Spgr): 900 Meter/Sekunde
  • Richtbereich (Höhe): −9° bis 80°b
  • Ballistik (Sprenggranate)
    • größte Schussweite: 17.850 m
    • größte Schusshöhe: 13.000 m
    • größte Reichweite: 10.750 m (durch Zünderlaufzeit=28 s bedingt)
    • wirksame Reichweite: 2.000 m bis 9.600 m (bis 25 s Zünderlaufzeit)
  • Munitionstypen jeweils 15,1 kg
    • Sprenggranatpatrone mit Zeitzünder bzw Kopfzünder – Spgr Patr. 33 L/4,4
    • Leuchtgranatpatrone – Lg Patr 33 L/4
  • Munitionsvorrat:
    • Konstruktion: 6.400 (400 Schuss pro Rohr)
    • Kriegssoll: 6.825 Spgr Patr 33 L/4,4 zuzüglich 337 Lg Patr 33 L/4,3
Leichte Flak[Bearbeiten]

3,7-cm-SK C/30 in acht dreiachsig stabilisierten Dopp L C/30 Zwillingslafetten[21][22][26][27]

  • Gewicht mit Lafettierung: 3,67 t
  • Rohrgewicht: 243 kg
  • Mündungsgeschwindigkeit: 1.000 Meter/Sekunde
  • Richtbereich (Höhe): -10° bis 80°
  • Ballistik
    • größte Schussweite: 8.500 m
    • größte Schusshöhe: 6.700 m
    • größte Reichweite: 4.700 m (durch Zerlegerlaufzeit=10,5 s bedingt)
    • wirksame Reichweite: 2.400 m
  • Feuergeschwindigkeit: 50–60 Schuss/Minute je Rohr
  • Lebensdauer: 7.500 Schuss
  • Munitionstypen
    • Panzersprenggranatpatrone mit Lichtspur und Zerleger – Psgr Patr L’spur Zerl. zu 0,820 kg
    • Sprenggranatpatrone mit Lichtspur – Spgr L/4,1 LH37 zu 0,748 kg
    • Brand-Sprenggranatpatrone mit Lichtspur – Br Spgr L/4,1 LH37 zu 0,730 kg
  • Munitionsvorrat:
    • Konstruktion: 32.000 (2.000 Schuss pro Rohr)
    • Kriegssoll: 34.100

2-cm-Flak (Bismarck: 18, Tirpitz: bis zu 90 Rohre)[13][21][22][26][28]

  • 10 × 2 cm Flak 30 in Sockel-Lafette 30
  • 2 × 2 cm Flakvierling 38
  • Mündungsgeschwindigkeit: 875 Meter/Sekunde
  • Richtbereich (Höhe): −20° bis 90°
  • Ballistik
    • größte Schussweite: 4.600 m
    • größte Schusshöhe: 3.500 m
    • größte Reichweite: 2.000 m (durch Zerlegerlaufzeit=5,5 s bedingt)
    • wirksame Reichweite: 1.200 m
  • Feuergeschwindigkeit (SL 30) (theoret./prakt.): 280/120 Schuss/Minute
  • Feuergeschwindigkeit (Flakvierling 38) (theoret./prakt.): 1800/800 Schuss/Minute
  • Munitionstypen Gesamtgewicht Patrone: 0,305–0,333 kg, davon Geschoss: 0,120–0,148 kg
    • Panzergranatpatrone mit Lichtspur und Zerleger – Pzgr Patr L’spur Z
    • Panzergranatpatrone Lichtspur – Pzgr Patr L’spur
    • Panzersprenggranatpatrone mit Lichtspur und Zerleger – Psgr Patr L’spur Zerl
    • Sprenggranatpatrone mit Lichtspur – Spgr Patr L’spur W
    • Brand-Sprenggranatpatrone mit Lichtspur – Br Spgr Patr L’spur
    • Brand-Sprenggranatpatrone ohne Lichtspur – Br Spgr Patr o. L’spur
    • Brand-Sprenggranatpatrone verkürzte Lichtspur – Br Spgr Patr vk L’spur
  • Munitionsvorrat:
    • Konstruktion: 36.000 (2.000 Schuss pro Rohr)
    • Kriegssoll: 44.000

Torpedobewaffnung[Bearbeiten]

53,3 cm Decks-Torpedorohre (Typ: G7a T1) in zwei Vierergruppen (nur Tirpitz ab Herbst 1941)

  • Vorrat: 24 Torpedos

Flugzeugeinrichtungen[Bearbeiten]

Die Schiffe der Bismarck-Klasse waren mit jeweils vier Wasserflugzeugen vom Typ Arado Ar 196 zur Feindaufklärung und Luftüberwachung ausgestattet. Sie gehörten der 1. Staffel der Bordfliegergruppe 196 an. Piloten und Techniker waren Angehörige der Luftwaffe.

Die Ar 196 besaß hochklappbare Flügel. Zwei startklare Maschinen standen in den beiden Bereitschaftshangars seitlich des Schornsteins, während die beiden anderen in dem Werkstatthangar unter dem achteren Aufbau gewartet werden konnten. Mit den gegenläufig verbundenen Katapulten (Doppelkatapult), die sich in der Mitte des Schiffes befanden und von 32 Metern über die Bordwand auf 48 Meter ausgefahren werden konnten, wurden die Flugzeuge gestartet. Landen mussten sie allerdings auf dem Wasser und anschließend wurden sie von einem der zwei 12-Tonnen-Kräne auf beiden Seiten des jeweiligen Schiffes an Bord gehoben.

Beiboote[Bearbeiten]

Die Schiffe der Bismarck-Klasse verfügten über eine umfangreiche Ausstattung an Beibooten.[29] Diese umfasste:

Boot Lagerplatz
3 Admirals- oder Kommandantenboote („Chefboote“) Auf dem Dach des Bereitschaftshangars an Steuerbord
1 Motorbarkasse Auf dem Dach des Bereitschaftshangars an Backbord
2 Motorpinassen
4 Verkehrsboote (kurz: V-Boote) Auf dem Dach des Werkstatthangars in den achteren Aufbauten
2 Rettungs-Kutter für Mann-über-Bord-Manöver Die Kutter hingen in Davits, die sich beidseitig zwischen dem vorderen und dem mittleren 15-cm-Turm befanden und auf See bereitschaftsmäßig ausgeschwenkt waren
2 Jollen Je eine Jolle und ein Dingi befanden sich ineinander gestapelt auf den beiden Seitendecks zwischen dem achteren 15-cm-Turm und dem Katapult.
2 Dingis

Die Pinassen und Verkehrsboote sowie die Barkasse dienten bei Liegezeiten auf Reede vornehmlich dem Personentransport zwischen dem Schiff und einer Anlegestelle.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bismarck-Klasse – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Siegfried Breyer: Schlachtschiffe und Schlachtkreuzer, Erlangen 1993, S. 320.
  2. Siegfried Breyer und Gerhard Koop: Von der Emden zur Tirpitz, Bonn 1995, S. 103.
  3. Erich Gröner: Die deutschen Kriegsschiffe 1815 – 1945 (Band 1), Bonn 1998, S. 58.
  4. a b Handakte Allgemeine Konstruktionsdaten Überwasserschiffe, Geheime Kommandosache
  5. a b c Vergleich zwischen Richelieu und Bismarck K-K III A Nr. 587-41, G.Kdos.Berlin 31. Mai 1941.
  6. a b c d Bauvorschrift für den Schiffskörper der Schlachtschiffe „F“ und „G“ (Ersatz Hannover und Ersatz Schleswig-Holstein)
  7. Bismarck Dockzeichnung RM 25/3 - 243.
  8. Schlachtschiffe „F“ u. „G“ (Ersatz Hannover und Ers, Schleswig Holstein), Schema für öl- und wasserdichte Wandungen
  9. Bericht 166 der Lilienthalgesellschaft: Die Vorgänge beim Beschuß von Panzerplatten, Vortrag Beanspruchung und Eigenschaften von Panzerplattenstählen, E. Houdremont, Essen; Berlin 20/21.Mai 1943; Geheime Kommandosache
  10. a b M.Dv Nr. 147, Allgemeine Baubestimmung I, Nr.27 Liefervorschrift für Panzermaterial
  11. Unterlagen und Richtlinien zur Bestimmung der Hauptkampfentfernung und der Geschoßwahl, Heft a, Textband, Abschnitt II.B. Panzeranordnung
  12. Unterlagen und Richtlinien zur Bestimmung der Hauptkampfentfernung und der Geschoßwahl, Heft a, Textband, Abschnitt IV: Die obere Durchschlagzone
  13. a b Zeichnung Panzerabwicklung "Schlachtschiff F" gültig für Panzerdicken, im Laufe des Baues geändert, Geheime Kommandosache
  14. a b Vermerk für OB. d.M.;Überschwere Kaliber für Kriegsschiffneubauten 6. November 1942 B.Nr. 7763-42 gKdos
  15. Breyer: Schlachtschiffe und Schlachtkreuzer 1921–1997. Internationaler Schlachtschiffbau. S. 141.
  16. a b Unterlagen und Richtlinien zur Bestimmung der Hauptkampfentfernung und der Geschoßwahl, Heft h, Eigene Durchschlagsangaben für Schlachtschiffe Bismarck und Tirpitz
  17. C.B. 04039 ARMOUR PROTECTION 1942, Armour efficiency diagrams of Tirpitz
  18. Denkschrift über das Ergebnis der mit Frontvertretern durchgeführten Untersuchung der Kriegsbauchbarkeit der Seeziel- und Flakartillerie auf Schlachtschiffen und Kreuzern und die für Neubauten hieraus zu gewinnenden Erfahrungen, B.Nr. Skl.Qu A I 2983/41 Gkdos.
  19. a b Unterrichtstafeln für Geschützkunde Band I Seeziel, zusammengestellt bei der 1. Abteilung Schiffsartillerieschule 1942
  20. Krupp Datenblätter SK 38 C34 WA52-444 und WA52-453(e)
  21. a b c d e M.Dv. Nr. 185,2 Abmessungen, Gewichte und Raumbedarf der Munition und ihrer Packgefäße
  22. a b c d e Schlachtschiff „Bismarck“ Artillerie-Munitions-Übersicht vom 1. Februar 1941, Geheim
  23. ADM 213–951 Steel AP and theory of penetration; 1946; London, S. 70 ff. Interogation of Gercke, Krupp; 10.2 Armour piercing formulae for single plates
  24. M.Dv. Nr. 170,30 Merkbuch über die Munition für die 15cm SK C/25 der Schiffsartillerie
  25. Denkschrift über das Ergebnis der mit Frontvertretern durchgeführten Untersuchung der Kriegsbrauchbarkeit der Seeziel- und Flakartillerie auf Schlachtschiffen und schweren Kreuzern, Oberkommando der Kriegsmarine, B.Nr. Skl.Qu A I 2983/41 gKdos, 18. Juli-4. August 1941
  26. a b c M.Dv. Nr. 700, IIc, Seekriegsanleitung Teil III Waffentaktik Heft c, Luftverteidigung Küste, Anlage 10 Leistungsangaben der Flakgeschütze
  27. M.Dv. Nr. 170,3 Merkbuch über die Munition für die 3,7cm SK C-30 in Dopp L C/30, Einh L C/34 u. Ubts L C/30
  28. M.Dv. Nr. 170,1 Merkbuch für die Munition der 2 cm Flak 30 und 2 cm Flak 38
  29. Bauvorschrift für den Schiffskörper der Schlachtschiffe "F" und "G" (Ersatz Hannover und Ersatz Schleswig-Holstein, Abschnitt S I Gruppe 46 Einrichtungen für Beiboote)