Bismut(III)-bromid

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Kristallstruktur
Keine Zeichnung vorhanden
Allgemeines
Name Bismut(III)-bromid
Andere Namen
  • Bismuttribromid
  • Tribrombismutin
Verhältnisformel BiBr3
CAS-Nummer 7787-58-8
PubChem 82232
Kurzbeschreibung

orangegelber Feststoff[1]

Eigenschaften
Molare Masse 448,69 g·mol−1
Aggregatzustand

fest[2]

Dichte

5,7 g·cm−3 (25 °C)[2]

Schmelzpunkt

218 °C[1]

Siedepunkt

461 °C[1]

Löslichkeit
  • reagiert mit Wasser[1]
  • löslich in Salzsäure, Bromwasserstoffsäure und Ethanol[3]
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [2]
05 – Ätzend

Gefahr

H- und P-Sätze H: 314
P: 280​‐​305+351+338​‐​310 [2]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [4][2]
Ätzend
Ätzend
(C)
R- und S-Sätze R: 34
S: 26​‐​36/37/39​‐​45
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
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Bismut(III)-bromid ist eine anorganische chemische Verbindung des Bismuts aus der Gruppe der Bromide.

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten]

Bismut(III)-bromid kann durch Reaktion von Bismut mit Brom bei 250 °C gewonnen werden.[1]

\mathrm{2 \ Bi + 3 \ Br_2 \longrightarrow 2 \ BiBr_3}

Eigenschaften[Bearbeiten]

Bismut(III)-bromid ist ein hygroskopischer, gelber[3] bis orangegelber, kristalliner Feststoff, der mit Wasser zu Bismutoxidbromid reagiert.[1] Er besitzt eine monokline Kristallstruktur mit der Raumgruppe P21/c. Im geschmolzenen Zustand ist die Verbindung tiefrot.[3] Im gasförmigen Zustand ist die Struktur pyramidal. Im festen Zustand gibt es zwei Formen mit einer Übergangstemperatur von 158 °C. Die Niedertemperaturform α-Bismut(III)-bromid besitzt eine verzerrte oktaedrische BiBr6 Struktur mit drei kurzen und drei langen Bi-Br-Bindungen. Die Hochtemperaturform ist isotyp zu Struktur von Aluminiumchlorid.[5] Mit Bismut kann die Verbindung zu Bismut(I)-bromid reduziert werden.[6]

Verwendung[Bearbeiten]

Bismut(III)-bromid kann als Katalysator für die Bildung von cyclischen Carbonaten verwendet werden, die wichtige Ausgangsstoffe für Polycarbonate und anderen polymeren Materialien sind.[2] Er kann auch als Katalysator für weitere organische Synthesen verwendet werden.[7]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f  Georg Brauer: Handbuch der Präparativen Anorganischen Chemie. 3., umgearb. Auflage. Band I, Enke, Stuttgart 1975, ISBN 3-432-02328-6, S. 599.
  2. a b c d e f Datenblatt Bismuth(III) bromide, anhydrous, powder, 99.999% trace metals basis bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 1. Januar 2014 (PDF).
  3. a b c  Jean d'. Ans, Ellen Lax, Roger Blachnik: Taschenbuch für Chemiker und Physiker. Springer DE, 1998, ISBN 364258842-5, S. 336 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  4. Seit dem 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Gemischen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse.
  5.  N.C. Norman: Chemistry of Arsenic, Antimony and Bismuth. Springer, 1998, ISBN 075140389-X, S. 95 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  6.  Erwin Riedel, Christoph Janiak: Anorganische Chemie. Walter de Gruyter, 2011, ISBN 311022567-0, S. 511 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  7.  Thierry Ollevier: Bismuth-Mediated Organic Reactions. Springer, 2012, ISBN 364227238-X, S. 62 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).