Bistum Cefalù

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Bistum Cefalù
Karte Bistum Cefalù
Basisdaten
Staat Italien
Kirchenregion Sizilien
Kirchenprovinz Palermo
Metropolitanbistum Erzbistum Palermo
Diözesanbischof Vincenzo Manzella
Emeritierter Diözesanbischof Francesco Sgalambro
Rosario Mazzola
Generalvikar Sebastiano Scelsi
Fläche 1.718 km²
Pfarreien 53 (AP2008)
Einwohner 112.972 (AP2008)
Katholiken 110.950 (AP2008)
Anteil 98,2 %
Diözesanpriester 71 (AP2008)
Ordenspriester 24 (AP2008)
Ständige Diakone 2 (AP2008)
Katholiken je Priester 1.168
Ordensbrüder 31 (AP2008)
Ordensschwestern 112 (AP2008)
Ritus Römischer Ritus
Liturgiesprache Italienisch
Kathedrale Santissimo Salvatore in Cefalù
Website www.diocesicefalu.net/
Kirchenprovinz
Karte der Kirchenprovinz Palermo

Das Bistum Cefalù (lat.: Dioecesis Cephaludensis) ist eine auf Sizilien gelegene Diözese der römisch-katholischen Kirche in Italien.

Es gehört zu der Kirchenprovinz Palermo der Kirchenregion Sizilien und ist ein Suffraganbistum des Erzbistums Palermo.

Geschichte[Bearbeiten]

Kathedrale Santissimo Salvatore

Das Bistum (ό Κεφαλουδίου) ist seit dem Ende des 8. Jh. in den griechischen Bischofslisten (notitiae episcopatuum ) belegt. Namentlich bekannt ist nur Niketas, der 869-70 am Konzil in Konstantinopel teilgenommen hat. Unter der arabischen Herrschaft dürfte das Bistum untergegangen sein. Zwischen dem Südturm und der Ecke des Portikus des heutigen Doms wurde ein Mosaikfußboden gefunden, der einer spätantik-byzantinischen (6.–8.Jh) einschiffigen kleinen Basilika zugeordnet wird. Sie liegt über einer Straße aus der Zeit des Augustus und könnte die Bischofskirche gewesen sein. Aus diesem Bauwerk stammen wohl auch die Türpfosten aus Marmor, die unter der Bema des Rogerdoms wiederverwendet worden sind.[1]

Das Kanonikerstift Cefalù wurde 1131 durch Anaklet II. auf Bitten Rogers II. zum Bistumssitz erhoben. Erster Bischof wurde Iocelmus, zuvor Prior von S. Maria di Bagnara (1131–1146), der allerdings ab 1139 nur noch als Elekt bezeichnet wird. Auch seine Nachfolger Harduin (1150–1156) und Daniel (1157) erlangten die kanonische Weihe nicht. Erst Boso (1157–1172) konnte die volle Bischofswürde erlangen. Bis Ende 1166 bezeichnete er sich als Elekt, nach der Anerkennung durch Alexander III. nannte er sich primus Cephaludi episcopus.

Cefalù war gemeinsam mit Lipari-Patti dem Erzbistum Messina als Suffraganbistum zugeordnet. 1844 wurde es dem Erzbistum Palermo als Suffragan unterstellt.

Archivalien[Bearbeiten]

1857 wurde ein kleinerer Teil des Archivs, der aber fast alle älteren Urkunden umfasst, in das Staatsarchiv Palermo überführt (Tabulario della Chiesa Vescovile di Cefalù), der größere Rest liegt im Archivio Capitolare zu Cefalù. Auch das 1329–1330 angelegte Kopialbuch, der Rollus Rubeus, der auch Nachrichten über heute verlorene Dokumente enthält, liegt im Archivio di Stato.[2]

Literatur[Bearbeiten]

  • Italia Pontificia sive Repertorium privilegiorum et litterarum a Romanis pontificibus ante annum MCLXXXXVIII Italiae ecclesiis, monasteriis, civitatibus singulisque personis concessorum, t. X: Calabria - Insulae, ed. Dieter Girgensohn, Zürich 1975, S. 362ff.
  • Eduard Winkelmann, Bischof Harduin von Cefalù und sein Prozess. Eine Episode aus dem Leben Kaiser Friedrichs II.. In: MIÖG - Ergänzungsband 1 (1885), S. 298–358
  • Michele Granà, Il processo di Alduino II, vescovo di Cefalù (1223–1224). Palermo 1988

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Amadeo Tullio, „Segni“ della prima comunità cristiana di Cefalù. In: Amadeo Tullio, Cefalù. Ricerche archeologiche con la collaborazione di Santa Aloisio e Maria G. Montalbano. Palermo 2006. S. 29–33 ISBN 978-88-7075-083-6
  2. Corrado Mirto, Rollus Rubeus. Privilegia ecclesie cephaleditane, a diversis regibus et imperatoribus concessa, recollecta et in hoc volumine scripta. Palermo 1972 ISBN 88-7401-017-6

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]