Bistum Funchal

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Bistum Funchal
Basisdaten
Staat Portugal
Metropolitanbistum Patriarchat von Lissabon
Diözesanbischof António José Cavaco Carrilho
Emeritierter Diözesanbischof Teodoro de Faria
Fläche 800 km²
Pfarreien 96 (31.12.2011 / AP 2013)
Einwohner 303.000 (31.12.2011 / AP 2013)
Katholiken 289.000 (31.12.2011 / AP 2013)
Anteil 95,4 %
Diözesanpriester 69 (31.12.2011 / AP 2013)
Ordenspriester 25 (31.12.2011 / AP 2013)
Ständige Diakone 1 (31.12.2011 / AP 2013)
Katholiken je Priester 3.074
Ordensbrüder 40 (31.12.2011 / AP 2013)
Ordensschwestern 182 (31.12.2011 / AP 2013)
Ritus Römischer Ritus
Liturgiesprache Portugiesisch
Kathedrale Sé Catedral de Nossa Senhora da Assunção
Website www.diocesedofunchal.pt

Das Bistum Funchal (lat.: Dioecesis Funchalensis) ist eine in Portugal gelegene römisch-katholische Diözese mit Sitz in Funchal auf Madeira.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Bistum Funchal wurde am 12. Januar 1514 durch Papst Leo X. mit der Apostolischen Konstitution Pro excellenti praeeminentia aus Gebietsabtretungen des Erzbistums Tanger errichtet und dem Patriarchat von Lissabon als Suffraganbistum unterstellt. In der Bulle Pro excellenti praeeminentia (1514) wurde die Jurisdiktionshoheit des Christusordens über die portugiesischen Überseeterritorien aufgehoben und dem neu errichteten Bistum auf Madeira übertragen. Am 31. Januar 1533 gab das Bistum Funchal Teile seines Territoriums zur Gründung der Bistümer Santiago de Cabo Verde und Goa ab.

Das Bistum Funchal wurde am 31. Januar 1533 durch Papst Clemens VII. zum Erzbistum erhoben und ihm vier neu gegründete Diözesen unterstellt. Die flächenmäßig größte und kirchengeschichtlich bedeutsamste war die Diözese Goa, welche das gesamte Territorium vom Kap der guten Hoffnung bis Japan umfasste. Das Erzbistum Funchal gab am 3. November 1534 Teile seines Territoriums zur Gründung der Bistümer Angra und São Tomé und Príncipe und am 25. Februar 1551 zur Gründung des Bistums São Salvador da Bahia de Todos os Santos ab.

Am 3. Juli 1551 wurde das Erzbistum Funchal durch Papst Julius III. zum Bistum herabgestuft und dem Patriarchat von Lissabon als Suffraganbistum unterstellt. 1763 gab das Bistum Funchal Teile seines Territoriums zur Gründung der Apostolischen Präfektur Senegal ab. Eine weitere Gebietsabtretung erfolgte am 22. Januar 1842 zur Gründung der Apostolischen Präfektur zwei Guineas und Senegambia.

In der Nacht zum 2. Mai 1992 kam es im Bistum zu einem Missbrauchsfall mit Todesfolge. 1993 wurde der brasilianische Pater Frederico Cunha ORC, Mitglied des Engelwerkes, vom Bezirksgericht in Santa Cruz wegen vollendeten Mordes und versuchten sexuellen Missbrauchs von Jugendlichen zu einer Haftstrafe von 13 Jahren verurteilt, obwohl mehrere dem Engelwerk angehörige Priester versucht hatten, Zeugen zur Falschaussage anzustiften und Bischof Teodoro de Faria gegen Cunhas Verhaftung protestiert hatte.[1] Im April 1998 flüchtete Cunha während eines vorübergehenden Freigangs nach Rio de Janeiro.[2]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Walter Axtmann: Engelwerk: Mord auf Madeira. In: Kirche intern, Mai 1995, S. 41 f.
  2. Manuel Catarino: Os pecados mortáis do Padre Frederico, in Correio da Manhã, 20. Mai 2006