Bittere Ernte

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Filmdaten
Originaltitel Bittere Ernte
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 1985
Länge 105 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
Stab
Regie Agnieszka Holland
Drehbuch Paul Hengge
Agnieszka Holland
Produktion Artur Brauner
Musik Jörg Straßburger
Kamera Josef Ornt-Snep
Schnitt Barbara Kunze
Besetzung

Bittere Ernte ist ein deutscher Spielfilm der polnischen Filmemacherin Agnieszka Holland aus dem Jahre 1985. Er entstand nach einem Roman von Hermann H. Field und Stanisław Mierzeński.

Handlung[Bearbeiten]

Der Film beginnt im Winter 1942/1943. Die deutsche Wehrmacht hat fast ganz Europa besetzt. Die jüdische Medizinstudentin Rosa Eckart flieht in Oberschlesien aus einem Güterzug, der sie in ein Konzentrationslager bringen sollte. Auf der Flucht verliert sie ihren Ehemann und den Sohn aus den Augen. Zunächst versteckt sie sich in einem Wald. Dann trifft sie auf den polnischen Bauern Leon. Leon ist ein älterer Mann und Junggeselle. Er entschließt sich, die hübsche junge Frau zu verstecken. Zunächst pflegt er die an Fieber leidende Frau aus Mitleid gesund. Leon ist ein erzkatholischer Mann, der eigentlich Priester hatte werden wollen. Doch nur der Zölibat ist ihm von diesem Wunsch geblieben. Er leidet an seiner Einsamkeit und ist dadurch auch für seine Nachbarschaft ein befremdlicher Mann geworden. Rosa wird schnell seine einzige Hoffnung, diesem einsamen Leben zu entfliehen. Leon zwingt Rosa, seine Geliebte zu werden. Rosa sieht sich dieser Beziehung ausgesetzt. Ihre einzige Alternative ist der sichere Tod. Zu Beginn denkt sie noch darüber nach, zu fliehen. Doch aus einem Tag werden schließlich Wochen und Monate, die sie zwar im sicheren Versteck, doch in eigenartiger Beziehung, verbringt. Während Rosa sich nach Freiheit sehnt, träumt Leon von Hochzeit. Gleichzeitig befürchtet er allerdings auch, dass das Versteck auffliegt und er die liebgewonnene Rosa verliert. Er sucht ein neues Versteck für sie. Als er dies gefunden hat, denkt Rosa, dass Leon sie an die Deutschen verraten hat und nimmt sich das Leben.

Kritiken[Bearbeiten]

  • Lexikon des internationalen Films: Eine intensive psychologische Studie über politischen Opportunismus im Widerstreit mit privatem Gefühl. Regisseurin Agnieszka Holland setzt die beiden ausgezeichneten Hauptdarsteller souverän und sensibel in Szene.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Auf dem Internationalen Filmfestival von Montreal 1985 wurde Armin Mueller-Stahl für seine darstellerische Leistung als bester Schauspieler des Festivals ausgezeichnet. Der Film wurde außerdem 1986 für den Oscar in der Kategorie Bester fremdsprachiger Film nominiert.

Weblinks[Bearbeiten]