Bitterwurz

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Bitterwurz
Gewöhnliche Bitterwurz (Lewisia cotyledon)

Gewöhnliche Bitterwurz (Lewisia cotyledon)

Systematik
Klasse: Bedecktsamer (Magnoliopsida)
Eudikotyledonen
Kerneudikotyledonen
Ordnung: Nelkenartige (Caryophyllales)
Familie: Quellkrautgewächse (Montiaceae)
Gattung: Bitterwurz
Wissenschaftlicher Name
Lewisia
Pursh

Die Bitterwurz (Lewisia) sind eine Pflanzengattung aus der Familie der Montiaceae. Sie wurde zu Ehren Meriwether Lewis, eines Erforschers des US-amerikanischen Westens, benannt.

Beschreibung[Bearbeiten]

Es sind mehrjährige, laubwerfende oder immergrüne krautige Pflanzen. Sie bilden einen sukkulenten Caudex mit langer Pfahlwurzel oder, selten, knolliger Wurzel. Die Laubblätter stehen spiralig verteilt in einer Rosette, entweder grundständig oder an einem Stängel. Sie sind fleischig, ganzrandig, gezahnt oder gekräuselt, am Grund allmählich keilförmig verschmälert und sitzend oder in einen kurzen, breiten Blattstiel verjüngt, der den Stängel mehr oder weniger umschließt.

Die axial gebildeten Blütenstände sind Rispen oder rispige Trauben, selten auch Einzelblüten. Ihre Stängel tragen selten wechselständige, gegenständige oder in Wirteln angeordnete Blätter, sind jedoch meist blattlos. An jedem blühenden Knoten stehen zwei (bis neun) etwas ungleiche Hochblätter. Die Kelchblätter stehen zu zweit und sind klein oder zu zweit bis neunt und sind dann groß und kronblattartig. Die vier bis 19 Kronblätter sind dünn, oft von verschiedener Größe und weiß, gelb, rosa oder magenta, oft mit dunkleren Nerven oder Streifen. Die 4 bis 50 Staubblätter stehen frei oder sind mehr oder weniger stark untereinander und/oder mit den Kronblättern verwachsen. Der kugelige bis eiförmige Fruchtknoten trägt einen langen Griffel mit drei bis acht Narbenstrahlen. Die Kapselfrucht enthält wenige oder viele, braune oder schwarze Samen.

Systematik und Verbreitung[Bearbeiten]

Das Verbreitungsgebiet der 17 Arten enthaltenden Gattung ist auf den gebirgigen Westen Nordamerikas beschränkt und reicht von Alaska und Kanada über die USA (Rocky Mountains, Kaskadenkette, Sierra Nevada) bis nach Mexiko (Niederkalifornien). Die Pflanzen wachsen meist in kleinen, verstreuten Populationen in Schluchten, auf alpinen Hochebenen, auf Felsen oder Kiesflächen. Einige Arten sind häufig und weit verbreitet, andere jedoch sehr selten und nur sehr lokal zu finden. Der Verbreitungsschwerpunkt, auch für die seltenen Arten, ist der Bundesstaat Kalifornien.

Sektionen[Bearbeiten]

Die Gattung ist in folgende Sektionen gegliedert.[1]
[1] Sektion Lewisia: Pflanzen mit abfallenden Blättern, segmentierten Blütenstielen, zwei bis neun bei Fruchtreife trockenen Kelchblättern und als Ganzes abfallenden Blüten.
[2] Brachycalyx B.Mathew: Pflanzen mit abfallenden Blättern, deren Blütenstand nur aus einer einzelnen sitzenden Blüte besteht, deren Hochblätter und Kelchblätter sich berühren.
[3] Sektion Erocallis B.Mathew: Pflanzen mit abfallenden Blättern und kugeliger Knolle und gut entwickelten, in Dreier-Wirteln stehenden Blättern am Blütenstandsstängel.
[4] Sektion Oppositifolia B.Mathew: Pflanzen mit abfallenden Blättern, langen und schlanken Blütenstielen und gut entwickelten, gegenständig stehenden Blättern am Blütenstandsstängel.
[5] Sektion Pygmeae B.Mathew: Pflanzen mit abfallenden, meist sehr schmalen Blättern und gering verzweigten Blütenständen.
[6] Sektion Cotyledon J.E.Hohn ex B.Mathew: Pflanzen mit ausdauernden, immergrünen und meist breiten Blättern und hohen, reich verzweigten Blütenständen.

Arten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Janet Elizabeth Hohn: Biosystematic studies of the genus Lewisia section Cotyledon (Portulacaceae). Dissertation. University of Washington, 1975, OCLC 19746060.
  • Roy Elliott: The genus Lewisia. Alpine Garden Society, Woking, Surrey 1978.[2]
  • Lauramay Tinsley Dempster: Portulacaceae: Lewisia. In: James Craig Hickman (Hrsg.): The Jepson Manual. The higher plants of California. University of California Press, Berkeley/Los Angeles 1993, ISBN 0-520-08255-9.

Quellen[Bearbeiten]

  1. Brian Frederick Mathew: The genus Lewisia. Royal Botanical Garden Kew, Richmond (GB) 1989, ISBN 0-7470-2217-8.
  2. Sonderdruck aus: Alpine Garden Society's Bulletin. Bd. 34 (1966), OCLC 787101856.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Lewisia – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien