Bittgebet (Islam)

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Muslim beim Bittgebet in Mekka, im Hintergrund die Kaaba

Duʿa (arabisch ‏دعاء‎, DMG Duʿāʾ) umschreibt die persönliche Form des Bitt- oder Dankgebets im Islam. Man kann für sich selbst, für jemand anderen, oder auch als Schutz vor jemand anderen ein Duʿa formulieren.

Ein Duʿa kann zu jeder Tages- und Nachtzeit gesprochen werden – im Gegensatz zum rituellen Gebet, das dem Muslim zu festgelegten Zeiten vorgeschrieben ist.

Beim Bittgebet hat der Muslim freie Wortwahl, koranische Texte, oder Auszüge aus Überlieferungen nach dem Propheten werden aber oft benutzt.

Im Koran tritt das Wort immer in seiner ursprünglichen Bedeutung von "Bitte", "Anruf" auf, so u.a. als Bitte um Gutes (41:49), oder als Zuwendung zu Gott, wenn dem Menschen Schlechtes widerfahren ist (41:51). Ebenso findet sich die Erwähnung, dass das Bittgebet von Propheten akzeptiert wurde (Abraham, 14:39; Zacharias, 3:38 f.). Dahingegen wird genannt, dass das Duʿa jener, die nicht dem Islam folgen, verfehlt sei (13:14) und, wenn es an andere, als Gott gerichtet sei, nie angenommen würde (35:14). Auch findet sich im Koran die gemeinsame Nennung des rituellen Pflichtgebets und des Bittgebets (14:40).

In vielen Hadithen nach dem Propheten Mohammed findet das Duʿa Erwähnung, seine Wichtigkeit haben viele Traditionarier und Rechtsgelehrte in ihren Werken verarbeitet.

Man kann ebenso eine klare Abgrenzung zum Dhikr ziehen, das eher nach innen gerichtet ist, während das Duʿa eine formulierte Bitte umschließt.

Die Empfehlung zum Duʿa geht oft einher mit bestimmten empfohlenen Bedingungen und Manieren (adab), um die größtmögliche Aussicht auf Annahme des Erbetenen sicherzustellen. Dabei werden als Bedingungen u.a. genannt:

  • nur Produkte essen, die halal sind
  • der Annahme der Bitte sicher sein
  • beim Duʿa nicht abgelenkt sein
  • das Erbetene solle nicht zu einer Sünde führen, Feindseligkeit zwischen Familienmitgliedern verursachen, oder Rechte eines Muslims verletzen
  • nicht um etwas (logisch) Unmögliches bitten, da dies mangelnden Respekt gegenüber Gott darstelle

Zu den Manieren zählen:

  • beste Zeiten auswählen, u.a. während der Niederwerfung im Gebet, zwischen Adhan und Iqama
  • vorher die rituelle Waschung vollziehen, dem Bittgebet das Pflichtgebet und das Eingeständnis der eigenen falschen Taten und die Reue darüber vorangehen lassen
  • sich in Gebetsrichtung positionieren
  • die Hände dabei gen Himmel heben

Ein wichtiger Aspekt beim Duʿa sind für den Muslim die Basmala am Anfang und die Segenswünsche für den Propheten Mohammed.

Literatur[Bearbeiten]

  • The Encyclopaedia of Islam. New Edition. Brill, Leiden. Bd. 2, S. 617 f.
  • Yasir Qadhi: Duʿa - Die Waffe des Gläubigen. Islamische Bibliothek, Düsseldorf 2009, ISBN 978-3-941111-05-9
  • Fritz Meier: Die Segenssprechung über Mohammed im Bittgebet und in der Bitte. in: Zeitung der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft, Bd. 136, 1986, S. 364
  • Elhadi Essabah: „Ruf zu mir, so erhöre Ich euch“ (Sure 40,60). Bedeutung und Sinn des Bittgebets im Islam. In: Hansjörg Schmid/ Andreas Renz/ Jutta Sperber (Hrsg.): „Im Namen Gottes...“ Theologie und Praxis des Gebets in Christentum und Islam, Verlag Friedrich Pustet, Regensburg 2006, ISBN 978-3-7917-1994-8 (Theologisches Forum Christentum – Islam), S. 91-103.

Siehe auch[Bearbeiten]