Bixbyit

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Bixbyit
Bixbyite-160214.jpg
Bixbyit-Stufe aus der „N'Chwaning I Mine“ nahe Kuruman, Kalahari, Südafrika (Größe: 3,9 cm × 2,9 cm × 2,4 cm)
Andere Namen
Chemische Formel
Mineralklasse Oxide und Hydroxide
4.CB.10 (8. Auflage: IV/C.03) nach Strunz
04.03.07.02 nach Dana
Kristallsystem kubisch
Kristallklasse; Symbol nach Hermann-Mauguin kubisch-disdodekaedrisch; 2/m 3[4]
Raumgruppe (Raumgruppen-Nr.) Ia3 (Raumgruppen-Nr. 206)
Farbe Schwarz
Strichfarbe Schwarz
Mohshärte 6 bis 6,5
Dichte (g/cm3) gemessen: 4,945 ; berechnet: 5,031[4]
Glanz Metallglanz
Transparenz undurchsichtig
Spaltbarkeit undeutlich nach {111}
Bruch muschelig bis uneben
Habitus kubische Kristalle und Zwillinge
Zwillingsbildung Durchdringungszwillinge nach {111}

Bixbyit, nicht zu verwechseln mit der veralteten Handelsbezeichnung Bixbit für den Roten Beryll, ist ein selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der „Oxide und Hydroxide“. Er kristallisiert im kubischen Kristallsystem mit der idealisierten Zusammensetzung Mn3+2O3[3], ist also chemisch gesehen Mangan(III)-oxid. Da natürlich gebildeter Bixbyit allerdings immer mit einem geringen Anteil Eisen zu finden ist, der den Mangan ersetzt, wird die Formel oft auch mit (Mn,Fe)2O3[5] angegeben.

Bixbyit ist undurchsichtig und entwickelt meist schwarze, kubische Kristalle und Kombinationen sowie Kristallzwillinge bis etwa sechs Zentimetern Größe, deren Flächen einen metallischen Glanz aufweisen.

Etymologie und Geschichte[Bearbeiten]

Benannt wurde das Mineral nach dem amerikanischen Prospektor, Mineralhändler, Autor und Erforscher des Thomas-Gebirges Maynard Bixby (1853-1935), der die ersten Exemplare sammelte und lieferte.

Erstmals gefunden wurde Bixbyit 1897 in "Maynard's Claim" (Pismire Knolls) im Juab County (Utah) und beschrieben durch Samuel Lewis Penfield (1856–1906) und H. W. Foote.[6]

Klassifikation[Bearbeiten]

In der mittlerweile veralteten, aber noch gebräuchlichen 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz gehörte der Bixbyit zur Abteilung der „Oxide mit dem Stoffmengenverhältnis Metall : Sauerstoff = 2 : 3 (M2O3 und verwandte Verbindungen)“, wo er zusammen mit Avicennit die „Bixbyit-Reihe“ mit der System-Nr. IV/C.03 bildete.

Die seit 2001 gültige und von der International Mineralogical Association (IMA) verwendete 9. Auflage der Strunz'schen Mineralsystematik ordnet den Bixbyit in die erweiterte Abteilung der „Oxide mit dem Stoffmengenverhältnis Metall : Sauerstoff = 2 : 3, 3 : 5 und vergleichbare“. Diese ist zudem präziser unterteilt nach der relativen Größe der beteiligten Kationen, so dass das Mineral entsprechend seiner Zusammensetzung in der Unterabteilung „Mit mittelgroßen Kationen“ zu finden ist, wo es ebenfalls zusammen mit Avicennit die „Bixbyitgruppe“ mit der System-Nr. 4.CB.10 bildet.

Auch die Systematik der Minerale nach Dana ordnet den Bixbyit in die Klasse der „Oxide und Hydroxide“ und dort in die Abteilung der „Oxide“. Hier ist er zusammen mit Maghemit in der unbenannten Gruppe 04.03.07 innerhalb der Unterabteilung „Einfachen Oxide mit einer Kationenladung von 3+ (A2O3)“ zu finden.

Bildung und Fundorte[Bearbeiten]

Kristallstufe mit Bixbyit und Topas (Größe: 2,6 cm × 1,7 cm × 1,1 cm) aus Thomas Range, Juab County, Utah, USA
Perfekt entwickelter disdodekaedrischer Bixbyit aus den Wah Wah Mountains (Beaver County), Utah, USA (Bildgröße: 4,1 mm × 5,3 mm)

Bixbyit bildet sich entweder durch hydrothermale Vorgänge in Rhyolith-Kammern oder in metamorphen Manganerz-Lagerstätten. Begleitminerale sind unter anderem Beryll, Braunit, Hämatit, Pseudobrookit, Quarz, Sanidin, Spessartin und Topas.

Weltweit konnte Bixbyit bisher (Stand: 2010) an rund 80 Fundorten nachgewiesen werden. In Deutschland wurde das Mineral bei Fahlenbach und in der "Ferdinand Mine" bei Unterkirnach (Baden-Württemberg) sowie an mehreren Orten in der Eifel (Rheinland-Pfalz) gefunden. In Österreich trat Bixbyit bisher in der Goldzechscharte am Hocharn (Kärnten) und am Goldzechkopf (Goldberggruppe, Salzburg) auf.

Weitere Fundorte sind Afghanistan, Argentinien, Australien, Bolivien, China, Frankreich, Indien, Italien, Japan, Mexiko, Namibia, Schweden, Simbabwe, Spanien, Südafrika, Tansania, Türkei, im Vereinigten Königreich (Großbritannien) und in den Vereinigten Staaten von Amerika (USA).[7]

Kristallstruktur[Bearbeiten]

Bixbyit kristallisiert kubisch in der Raumgruppe Ia3 (Raumgruppen-Nr. 206) mit dem Gitterparameter a = 9,41 Å sowie 16 Formeleinheiten pro Elementarzelle.[5]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bixbyite – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Stefan Weiß: Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. 5. vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2008, ISBN 978-3-921656-70-9.
  2.  Hans Jürgen Rösler: Lehrbuch der Mineralogie. 4. durchgesehene und erweiterte Auflage. Deutscher Verlag für Grundstoffindustrie (VEB), Leipzig 1987, ISBN 3-342-00288-3, S. 409.
  3. a b IMA/CNMNC List of Mineral Names; Februar 2013 (PDF 1,3 MB)
  4. a b Bixbyite, In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America, 2001 (PDF 68,4 kB)
  5. a b  Hugo Strunz, Ernest H. Nickel: Strunz Mineralogical Tables. 9. Auflage. E. Schweizerbart'sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S. 194.
  6. archive.org - Felix Dietrich , Reinhard Dietrich: Bibliographie der deutschen Zeitschriftenliteratur (1898)
  7. Mindat - Localities for Bixbyite