Björn Ulvaeus

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Björn Ulvaeus 2007
Björn Ulvaeus Villa "Vågaskär" in Djursholm.

Björn Kristian Ulvaeus (* 25. April 1945 in Göteborg) ist ein schwedischer Musiker, Sänger, Komponist und Musikproduzent. Er war Mitglied der schwedischen Pop-Gruppe ABBA.[1]

Werdegang[Bearbeiten]

Ulvaeus wuchs in der südostschwedischen Kleinstadt Västervik auf, wohin seine Eltern Gunnar und Aina Ulvaeus zogen, als er sechs Jahre alt war.[2] Dort besuchte er bis 1964 das Gymnasium. Seit 1964 war er Gitarrist einer Folk-Band namens „West Bay Singers“,[3] die von Stikkan Anderson, der sie als erste Band unter seinem Label „Polar Music“ unter Vertrag nahm, in „Hootenanny Singers“ umbenannt wurde (1963–1973).[4] Im Jahre 1966 traf er Benny Andersson, einen damals in Schweden als Mitglied der Teenagerband „Hep Stars“ bekannten Musiker. Ulvaeus hatte gerade begonnen, Jura zu studieren, als bei einer Tournee der Gitarrist der „Hep Stars“ ausfiel. Ulvaeus brach sein Studium ab und konzentrierte sich auf die Musik.[5] Die beiden wurden enge Freunde und Musikerkollegen. Ihre Freundschaft und musikalische Zusammenarbeit halten bis heute an und sie gelten als eines der bedeutendsten Komponistenduos in der Pop- und Rockmusik des 20. Jahrhunderts.[6]

1969 lernte Ulvaeus die Sängerin Agnetha Fältskog kennen. Beide heirateten am 6. Juli 1971 im südschwedischen Dorf Verum.[7] Sie haben zwei gemeinsame Kinder: Linda (* 1973) und Peter Christian (* 1977).[8] Weihnachten 1978 trennten sich Fältskog und Ulvaeus. Im Januar 1979 reichten sie die Scheidung ein, die im Juli 1980 ausgesprochen wurde.[7] Beruflich arbeiteten sie jedoch bis zur Auflösung von ABBA Anfang 1982 weiter zusammen.[9]

Nach dem Sieg der Gruppe ABBA beim Eurovision Song Contest 1974 in Brighton mit dem Song Waterloo hatte Ulvaeus gemeinsam mit Fältskog, Andersson und dessen Lebensgefährtin Anni-Frid Lyngstad weltweit großen musikalischen wie kommerziellen Erfolg. Bis heute wurden geschätzt etwa 380 Millionen Tonträger von ABBA weltweit verkauft.[10] Die Texte der Lieder von ABBA stammen fast ausnahmslos von Björn Ulvaeus.

Nach der Trennung von ABBA begannen Ulvaeus und Andersson 1983 das Musical Chess zu schreiben, das 1986 im Londoner Westend und 1988 am Broadway Premiere hatte.[11] Im Jahr 1995 hatte das gemeinsam komponierte Musical Kristina från Duvemåla in Malmö Premiere und dort großen Erfolg.[12] Das nächste Projekt von Björn war die Produktion des Musicals "Mamma Mia", das 1999 in London Premiere hatte und inzwischen in vielen weiteren Städten weltweit erfolgreich aufgeführt wurde. Das Musical basiert auf den erfolgreichsten Hits von ABBA und wurde 2008 verfilmt.

Seit Mai 2013 gibt es in Stockholm das Abba-Museum ("Abba the Museum"). Björn Ulvaeus hat entscheidende Beiträge zur Konzeptionierung und zur Finanzierung des Projektes geleistet.[13] Da Ulvaeus ein großer Freund des bargeldlosen Zahlungsverkehrs ist, ist es im Museum nicht möglich, mit Bargeld zu bezahlen.[14]

Seit dem 6. Januar 1981 ist Ulvaeus in zweiter Ehe mit Lena Källersjö verheiratet, mit der er ebenfalls zwei Kinder hat, Emma (* 1982) und Anna (* 1986). In den 1980er Jahren lebten sie sechs Jahre auf einem Landsitz in England, wo Ulvaeus mit seinem Bruder eine Computerfirma betrieb. Seit 1990 lebt die Familie Ulvaeus wieder in Stockholm sowie in einer Ferienvilla auf der Insel Viggsö.[6]

Ulvaeus ist bekennender Atheist und seit 2005 Mitglied des schwedischen Humanistenverbandes Humanisterna,[15] der Teil der Internationalen Humanistischen und Ethischen Union ist.[16] Für sein humanistisches Engagement wurde er 2006 vom Verband mit dem Hedenius-Preis ausgezeichnet.[17][18]

Zuletzt arbeitete Björn zusammen mit Benny Andersson an der CD-Fassung ihrer jüngsten Musical-Produktion "Hjälp sökes", die am 8. Februar 2013 in Stockholm Premiere hatte, die CD ist im September 2013 erschienen.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Björn Ulvaeus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Björn Ulvaeus. sfi.se, abgerufen am 16. Februar 2013 (schwedisch).
  2. Ödmjuk Björn Ulvaeus i exklusiv VT-intervju. vt.se, abgerufen am 16. Februar 2013 (schwedisch).
  3. Hansi Schwarz har avlidit. vimmerbytidning.se, abgerufen am 16. Februar 2013 (schwedisch).
  4. Hootenanny Singers. radionostalgi.se, abgerufen am 16. Februar 2013 (schwedisch).
  5. Benny: Abba nära inte finnas – om Björn pluggat. aftonbladet.se, abgerufen am 17. Februar 2013 (schwedisch).
  6. a b ABBA sprack men B:na bär. aftonbladet.se, abgerufen am 17. Februar 2013 (schwedisch).
  7. a b Agnetha Fältskog. agnetha.net, abgerufen am 17. Februar 2013 (schwedisch).
  8. Intervju med Agnetha Fältskog - en blyg superstjärna. sverigesradio.se, abgerufen am 17. Februar 2013 (schwedisch).
  9. Abba-Sängerin Agnetha: Blonder Männertraum mit Flugangst. focus.de, abgerufen am 19. Februar 2013.
  10. Martin Scholz: Abba-Sängerin stellt Wiedervereinigung in Aussicht. Die Welt, 10. November 2013
  11. Chess för en ny generation. sv.opera.se, abgerufen am 18. Februar 2013 (schwedisch).
  12. Göteborg förhandlar om Kristina från Duvemåla. sverigesradio.se, abgerufen am 18. Februar 2013 (schwedisch).
  13. spiegel.de: Neues Abba-Museum
  14. abbathemuseum.com: Information: Cashless
  15. Ateisten som finner ro i kyrkan. dn.se, abgerufen am 19. Februar 2013 (schwedisch).
  16. Internationellt. humanisterna.se, abgerufen am 19. Februar 2013 (schwedisch).
  17. Humanister organiseras i Borås. bt.se, abgerufen am 19. Februar 2013 (schwedisch).
  18. Fiona Lorenz: AHA! Humanisten, Humanistischer Pressedienst, 22. Juni 2012