Bjørg Vik

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Bjørg Vik (* 11. September 1935 in Oslo) ist eine norwegische Schriftstellerin und Dramatikerin, die die Frauenbewegung und feministische Literatur in Norwegen maßgeblich beeinflusst hat.[1]

Leben und Werk[Bearbeiten]

Bjørg Vik besuchte 1955 die Journalistenakademie und war anschließend für fünf Jahre bei der Zeitung „Porsgrunn Dagbladet“ tätig. 1963 debütierte sie mit dem Buch Søndag ettermiddag (Sonntag Nachmittag). Es enthält Erzählungen über „Frauenschicksale, die oft aus der Perspektive einer anderen Frau erzählt werden, welche zunächst wenig Verständnis für solche Schicksale aufbringt, sich allmählich jedoch contre cœur[2] mit ihnen zu solidarisieren beginnt“.[3]

1971 war Vik Mitbegründerin der Frauenzeitschrift „Sirene“, die bis 1983 in Norwegen eine feministische Alternative zu den üblichen Wochenmagazinen bildete.

Vik verfasste zahlreiche Theaterstücke, unter anderen To akter for fem kvinner (Zwei Akte für fünf Frauen). Das Stück lebt in erster Linie von den Gesprächen der fünf Freundinnen, die einander ihr Leben erzählen, wobei die Autorin die Frustrationen und verpassten Erwartungen der Frauen darstellt. Es sollte auch gerade Männern ein Bewusstsein für die Situation der Frauen bringen. Das Stück wurde nicht nur von Frauengruppen intensiv diskutiert und war in Norwegen sehr erfolgreich; es wurde 1976 für das Fernsehen verfilmt und wurde auch in anderen Ländern aufgeführt.

Als eines ihrer besten Werke zählt die 1972 erschienene Anthologie Kvinneakvariet (Das Frauenaquarium). In ihr thematisiert Vik

weibliche Krisensituationen in den verschiedensten Lebensphasen sowie die Suche nach einer adäquaten Lebensform, der Geschlechterkonflikt ist in den Hintergrund getreten.

Thomas Sailer[4]

Vik lebt in Porsgrunn. Sie ist verheiratet und hat drei Kinder. Sie wurde dreimal für die wichtigste Schriftsteller-Auszeichnung der nordeuropäischen Länder, den Literaturpreis des Nordischen Rates nominiert. Ihre Werke wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt.

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

Norwegische Originalausgaben[Bearbeiten]

  • Søndag ettermiddag (Erzählungen), 1963
  • Nødrop fra en myk sofa (Erzählungen), 1966
  • Ferie (Hörspiel), 1967
  • Det grådige hjerte (Erzählungen), 1968
  • Gråt, elskede mann (Roman), 1979
  • Kvinneakvariet (Erzählungen), 1972
  • To akter for fem kvinner (Schauspiel), 1974
  • Hurra, det ble en pike (Schauspiel), 1974
  • Fortellinger om frihet (Erzählungen), 1975
  • Sorgenfri: fem bilder om kjærlighet (Schauspiel), 1978
  • En håndfull lengsel (Erzählungen), 1979
  • Det trassige håp (Hörspiel), 1981
  • Snart er det høst (Erzählungen), 1982
  • Fribillett til Soria Moria (Schauspiel), 1984
  • En gjenglemt petunia (Erzählungen), 1985
  • Små nøkler, store rom (Roman), 1988
  • Vinterhagen (Schauspiel), 1990
  • Poplene på St. Hanshaugen (Roman), 1991
  • Reisen til Venezia (Schauspiel), 1992
  • Den lange veien til et annet menneske (Erzählungen), 1993
  • Elsi Lund (Roman), 1994
  • Roser i et sprukket krus (Roman), 1998
  • Alt kvinner tilgir (Schauspiel), 1999
  • Salong Saratustra (Schauspiel), 2001
  • Forholdene tatt i betraktning (Erzählungen), 2002
  • Søndag ettermiddag (Schauspiel), 2003

Deutschsprachige Ausgaben[Bearbeiten]

  • Fünf Frauen. Aus dem Norwegischen von Bernd Haustein. Bloch, Berlin 1975
  • Der Fisch im Netz. Erzählungen. Aus dem Norwegischen von Udo Birckholz. Hinstorff, Rostock 1979.
  • Das Frauenaquarium. Aus dem Norwegischen von Michael Bartsch. Scandica-Verlag, Bochum 1980, ISBN 3-88473-007-X.
  • Zeit der Rosen. Roman. Aus dem Norwegischen von Christel Hildebrandt. Fischer-Taschenbuch-Verlag, Frankfurt am Main 2001. ISBN 3-596-15011-6.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Elisabeth Aasen: Bjørg Vik. In: Norsk biografisk leksikon
  • Mogens Brøndsted (Redaktion): Nordische Literaturgeschichte. Band II. Fink, München 1984, ISBN 3-7705-2105-6
  • Gabriele Haefs: Bjørg Vik. In: Kritisches Lexikon zur fremdsprachigen Gegenwartsliteratur
  • Thomas Seiler: Das unentdeckte Geschlecht. In: Skandinavische Literaturgeschichte. Metzler, Stuttgart 2006. ISBN 978-3-476-01973-8
  • Bianca Saupe: Das Schaffen Björk Viks in den 70er Jahren. Grin Verlag, München 2010, ISBN 978-3-640-69352-8

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Meyers Enzyklopädisches Lexikon, 9. Auflage
  2. Zitat: contre cœur = à contrecœur = widerstrebend
  3. Skandinavische Literaturgeschichte. Stuttgart 2006, Seite 301
  4. Das unentdeckte Geschlecht. In: Skandinavische Literaturgeschichte. Metzler, Stuttgart 2006, Seite 301