Bjarne Melgaard

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Bjarne Melgaard (* 9. September 1967 in Sydney, Australien) ist ein norwegischer Künstler.

Biographie[Bearbeiten]

Bjarne Melgaard wuchs in Norwegen auf und studierte an der Kunstakademie in Warschau (1989–1990), an Statens Kunstakademi Oslo (1990–1991), an der Jan van Eyck Academie in Maastricht (1991–1992) und an der Rijksakademie van beeldende kunsten in Amsterdam (1992–1993).

Seine Arbeiten umfassen Skulpturen, Photographien, Zeichnungen, Digitale Kunst und Gemälde, Installationen, Environments und Textäußerungen, die sich meistens mit den psychischen und körperlichen Abgründen des Menschen befassen. Der Malstil Melgaards ist gekennzeichnet von hoher künstlerisch-technischer Fertigkeit und Genauigkeit. Gleichzeitig muten manche Arbeiten Melgaards wie Kinderzeichnungen an, andere hingegen wie Resultate psychoaktiver Drogentrips. Durch seine Werke zieht sich ein roter Faden von Tod, Schmerz, Sadomasochismus, Selbstverletzungen und Tötungsphantasien. Die Bildsprache lehnt sich an Graffiti, satanistische Symbolwelt, Splatterfilme, Clubhouse-Ästhetik an; eine provokative Verletzung von Tabus ist Programm.

Durch seine direkte und abnorme Herangehensweise an diese Themen wurden Melgaard immer wieder Schranken gesetzt, so wurde seine Ausstellung „Black Low: The punk movement was just hippies with short hair” 2002 in Herford zuerst verboten und später nur unter Auflagen genehmigt. Stein des Anstoßes war, neben Bildern mit gewaltverherrlichenden Motiven, sein Plan, eine Ziege als Metapher des Bösen in einen schwarzen Latexanzug zu stecken, und diese dann in der Ausstellung zu zeigen. Melgaard übermalte die für das Verbot herangezogenen Bilder komplett oder stellenweise mit schwarzer Farbe und nannte die Ausstellung in „Ruine einer Ausstellung – Maybe art should have consequences” um.

Die Begleitbücher zu den Ausstellungen im Jahr 2002, „Black Low: The punk movement was just hippies with short hair” in Herford und „Societé anonyme – Interface to God” in Kiel, wurden wegen ihres Inhalts in die Liste der jugendgefährdenden Medien der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) aufgenommen. Die Bücher zeigen neben den Ausstellungsstücken auch Bilder von Hinrichtungen, Kastrationen und Folterungen.

Melgaard arbeitet hin und wieder mit Musikern zusammen. Den Strommusiker Roger Baptist (Freunde der italienischen Oper) aka „Rummelsnuff“ machte er aufgrund seiner Muskelmassen zum Mittelpunkt seiner Malereien und Photographien, die unter anderem auf der documenta 12 zu sehen waren. Weiterhin arbeitete er mit dem Schlagzeuger der Band Satyricon, Kjetil „Frost“ Haraldstad, der Band Thorns und der Band Emperor zusammen.

Alle bis auf Roger Baptist stammen aus dem Umfeld des Black Metals. So gestaltete z. B. Melgaard die Cover von einigen „Thorns”- und „Emperor”-Tonträgern („Thorns/Emperor”-Split und das Album „Thorns”), die Musik „Thorns” wurde bei der Ausstellung „Societé anonyme – Interface to God” gespielt, wobei „Interface to God” auch der Titel eines Liedes von „Thorns” ist. Von „Frost” wurden Skulpturen und Photographien für Melgaard-Ausstellungen angefertigt – auch zu erwähnen sind die Live-Auftritte von „Frost” bei diversen Ausstellungen. So ließ er sich bereits in einem fiktiven Ritualmord verbrennen und erstechen, oder er verbrannte Teile der gezeigten Exponate.

Melgaard lebt und arbeitet in Barcelona.

Ausstellungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Mitteilung zur Ausstellung, abgerufen am 30. August 2014.