Bjarni Herjúlfsson

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Bjarni Herjúlfsson (auch: Herjólfsson) (* um 966 auf Island) gilt als einer der möglichen Entdecker Amerikas. Er war ein Sohn Herjólfr Bárðarsons. Über ihn wird in der Grænlendinga Saga berichtet.

Leben[Bearbeiten]

Bjarni lebte in Norwegen, verbrachte aber jeweils einen Winter in Island und einen Winter in Norwegen. In dem Winter, in dem sein Vater Herjólfr mit Leif Eriksson nach Grönland umgesiedelt war, folgte ihm Bjarni. Bei dieser Schiffsfahrt gerieten sie in Nebel und Nordwind und verloren die Orientierung. Als sich der Nebel lichtete, fanden sie die Himmelsrichtung wieder und segelten noch einen Tag und eine Nacht nach Westen. Dann sahen sie bewaldete Hügel. Bjarni segelte zwei Tage nach Norden, dann sahen sie wieder Land mit Wald. Auch hier gingen sie nicht an Land, sondern segelten drei Tage nach Südwesten und erreichten eine mit Gletschern bedeckte Insel. Sie fuhren wieder auf das Meer hinaus. Die Richtung wird nicht genannt. Nach vier weiteren Tagen erreichten sie wieder Land. Es glich dem, das Bjarni von Beschreibungen her kannte. An Land gekommen, fanden sie die Wohnung des Vaters Herjólfr.

Später fuhr Bjarni von Grönland nach Norwegen zum Ladejarl Erik Håkonsson und wurde sein Gefolgsmann.[1] Im nächsten Sommer kehrte er nach Grönland zurück. Dort kaufte ihm Leif Eiriksson ein Schiff ab und suchte Vinland auf. Ob Bjarni dabei war, ist zweifelhaft. Denn als Leif Land sieht, sagt er: „Uns ist es mit dem Lande anders ergangen als Bjarni, der es gar nicht betrat. Ich werde ihm nun einen Namen geben: Es soll Helluland heißen.“ Das klingt nicht nach der Anwesenheit Bjarnis. Auch, dass Leif ihm ein Schiff abkauft, um nach Vinland zu fahren, spricht dagegen, dass Bjarni mitgefahren ist. Es ist auch nur von einem Schiff mit 35 Mann Besatzung die Rede. Bjarni wird in der Quelle nicht mehr erwähnt.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Flateyjarbók I. kap. 427-433. und Grænlendinga saga Kap. 3.

Literatur[Bearbeiten]

  • Grönländer und Färinger Geschichten. Eugen Diederichs Verlag 1965, Lizenzausgabe Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt o.J.

Weblinks[Bearbeiten]