Black Album (Prince-Album)

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Black Album
Studioalbum von Prince
Cover
Veröffentlichung 22. November 1994
Aufnahme September 1986 – Oktober 1987
Label Warner Bros. Records
Format LP, CD
Genre R&B, Funk, Pop, Rock
Anzahl der Titel 8
Laufzeit 44:43

Besetzung

Alle Songs wurden von Prince produziert, arrangiert, komponiert und vorgetragen. Seine Bandmitglieder ergänzten die Aufnahmen folgendermaßen:[1]

  • Eric Leeds und Atlanta Bliss – Saxophon und Trompete in Le Grind, Cindy C. und Rockhard in a Funky Place
  • Sheila E. und Boni Boyer – Backing Vocals in Cindy C.
  • Cat – Rap in Cindy C.
  • Sheila E. – Rap in Dead on It und Schlagzeug in 2 Nigs United 4 West Compton und in Rockhard in a Funky Place
  • Susannah Melvoin – Backing Vocals in Rockhard in a Funky Place
Chronologie
Come
(1994)
Black Album The Gold Experience
(1995)

Das Black Album (englisch für Schwarzes Album) ist das sechzehnte Studioalbum des US-amerikanischen Musikers Prince. Es erschien am 22. November 1994 bei dem Label Warner Bros. Records. Prince hatte das Album bereits während der Jahre 1986 und 1987 aufgenommen und Warner Bros. Records wollte es ursprünglich am 8. Dezember 1987 veröffentlichen. Allerdings zog Prince das Album eine Woche vor dem geplanten Veröffentlichungstermin ohne Angabe von Gründen zurück. Anschließend entwickelte es sich mit über 250.000 Exemplaren zu einem der meistverkauften Bootlegs der Musikgeschichte, bis es sieben Jahre später offiziell veröffentlicht wurde.

Als das Black Album im Jahr 1994 erschien, hatte Prince seinen Künstlernamen abgelegt und befand sich im Streit mit Warner Bros. Records, bei denen er weiterhin unter Vertrag stand. Weder er noch das Tonträgerunternehmen veranstalteten nennenswerte Werbung für das Album. Es konnte international keinen Gold- oder Platinstatus erreichen. Die Musik des Albums zählt zum Genre Funk, die Liedtexte handeln überwiegend von Sex, Wollust und Liebe.

Entstehung[Bearbeiten]

Ursprüngliche Planung[Bearbeiten]

Die meisten Songs des mit dem Arbeitstitel The Funk Bible bezeichneten Black Album nahm Prince zwischen September 1986 und März 1987 auf. In seinem Heimstudio in Minneapolis spielte er im September 1986 als ersten Song Superfunkycalifragisexy ein, das er im Januar 1987 im Tonstudio Washington Avenue Warehouse in Eden Prairie überarbeitete. Im Oktober 1986 nahm er im Sunset-Sound-Studio in Kalifornien den Song Rockhard in a Funky Place auf. Drei weitere Songs des Albums, Le Grind, Bob George und 2 Nigs United 4 West Compton, nahm Prince im Dezember 1986 ebenfalls im Sunset-Sound-Studio für die Geburtstagsfeier von Schlagzeugerin Sheila E. auf, die am 12. Dezember 29 Jahre alt wurde. Gemäß Prince’ damaliger Toningenieurin Susan Rogers hatte er zunächst nicht vor, diese drei Songs auf einem Album zu veröffentlichen.[2]

Die Songs Cindy C. und Dead on It spielte Prince im März 1987 in seinem Heimstudio ein. Im Oktober 1987 nahm er für das Album als letzten Song When 2 R in Love auf. Außerdem brachten die Saxophonisten Eric Leeds und Atlanta Bliss ihren Teil für die Songs Le Grind und Cindy C. ein, zudem Sheila E. und Boni Boyer die Backing Vocals. Für Cindy C. steuerte Tänzerin Cat einen Rap bei. Ferner nahm Prince eine „Party-Szene“ auf, die dem Song 2 Nigs United 4 West Compton vorangeht.[1][3]

Im November 1987 tauchte im Terminplan der Neuerscheinungen von Warner Bros. Records eine LP “Something” (deutsch: „Etwas“) des Künstlers “Somebody” (deutsch: „Jemand“) auf; die mysteriöse Angabe wurde Prince zugeordnet. Als Prince das fertige Album ohne Titel, das dann unter der Bezeichnung Black Album bekannt wurde,[4] dem Unternehmen vorstellte, wollte er zugleich Einfluss auf die Produktpolitik des Marketings nehmen: Er meinte, die Covergestaltung des Albums solle weder den Namen „Prince“ noch sonstige Hinweise enthalten; das Albumcover sollte, abgesehen von der Katalognummer, vorne und hinten ausschließlich schwarz sein.[5] Die Verantwortlichen bei Warner waren von Prince’ Vorschlag wenig begeistert, dennoch wurden 500.000 Exemplare des Albums gepresst, um es am 8. Dezember 1987 zu veröffentlichen. Eine Woche vor dem geplanten Erscheinungstermin setzte sich Prince jedoch mit Mo Ostin, dem damaligen Vorstandsvorsitzenden von Warner Bros. Records, in Verbindung und bat ihn, die Veröffentlichung abzusagen. Ostin akzeptierte Prince’ Wunsch, ohne diesen zu hinterfragen.[6] Marylou Badeaux, damals Vizepräsidentin bei Warner Bros. Records, bestätigte, dass Prince fest entschlossen und eindringlich darum gebeten habe.[7] Offiziell hieß es seitens Warner Bros. Records, Prince habe die Veröffentlichung des Black Album untersagt.[8]

Die 500.000 gepressten LPs mussten daraufhin eingestampft werden. Alan Leeds, damaliger Tourmanager von Prince, berichtete: „Es war ein logistischer Albtraum. In den Ladedocks waren Alben verpackt, adressiert und versandbereit, sodass man in großer Panikstimmung einen Weg finden musste, den Lieferprozess zu stoppen, ohne eine hausinterne Diebstahlsituation zu schaffen, weil natürlich klar war, das wird sofort ein Sammlerstück werden.“[9]

Mehrere Warner-Vorstandsleute erhielten Originalexemplare des Black Album und Prince selbst behielt Exemplare zurück, die er an Freunde verschenkte. Abgesehen davon existieren weltweit etwa hundert LPs und ungefähr zehn Original-CDs.[10] Das Black Album wurde zu einem begehrten Bootleg,[11] bis es im November 1994 offiziell von Warner Bros. Records veröffentlicht wurde.

In den 1980er Jahren gab Prince keine Begründung dafür an, warum er das Black Album zurückgezogen hatte. Im Programmheft zu seiner Lovesexy-Tour im Jahr 1988 fand sich eine kryptische Andeutung über das Album; darin schrieb Prince, dass „Camille“, das als sein Alter Ego interpretiert wurde, seine negative Seite überspannt habe.[12] Im Jahr 1990 erklärte Prince in einem Interview gegenüber dem US-Musikmagazin Rolling Stone, warum er das Black Album nicht hatte veröffentlichen wollen. Prince sagte, er habe damals erkannt, dass man jeden Moment sterben könne und danach beurteilt werde, was man zuletzt zurückgelassen habe.[13]

Offizielle Ausgabe[Bearbeiten]

In den Jahren nach der abgesagten ersten Veröffentlichung versuchte Warner Bros. Records, Prince zu überzeugen, das Black Album doch noch herauszubringen. Beispielsweise gab es im Jahr 1991 Überlegungen, das Black Album in Kombination mit einer Greatest-Hits-Zusammenstellung von Prince als Doppel-CD zu veröffentlichen.[14] Man sah bei Warner eine gewisse Gefahr, dass Prince mit seiner Vielzahl an neuen Veröffentlichungen den Musikmarkt mit seiner Musik übersättigen könnte. Die Pläne wurden zunächst wieder verworfen. Im Jahr 1993 kam es zu Differenzen zwischen Prince und seiner Plattenfirma. Prince legte daraufhin für mehrere Jahre seinen Künstlernamen ab und wurde bis zum Jahr 2000 meist als „The Artist Formerly Known as Prince“ bezeichnet.

Am 22. November 1994 veröffentlichte Warner Bros. Records das Black Album. Gemäß Warner-Sprecher Bob Merlis hatte die Plattenfirma Prince’ Wunsch entsprochen und sich mit ihm vertraglich darauf geeinigt.[15] Laut Prince’ damaliger Pressesprecherin Karen Lee war der Künstler jedoch dagegen. Er habe seine Zustimmung geben müssen, weil er vertraglich keine andere Wahl gehabt habe.[16] Zudem habe Prince 1994 eine andere Einstellung gehabt als im Jahr 1987, dem Aufnahmezeitraum des Black Album. Er sei damals sehr wütend gewesen und habe das Black Album niemals veröffentlichen wollen. Bob Merlis entgegnete, „alles was ich ihnen sagen kann, ist, dass er [Prince] am 25. Oktober [1994] einen Vertrag unterzeichnete, in dem er uns die Veröffentlichung bewilligte“.[17] Singles wurden vom Album nicht ausgekoppelt.

Die Warner-Mitarbeiter in Burbank kleideten sich am Veröffentlichungstag des Black Album ganz in schwarz und schalteten das Licht für 15 Minuten als „Blackout“ aus. In einer nicht ganz ernst gemeinten Werbeanzeige für das Album machte Warner Bros. Records ein „Begnadigungsangebot“ für Leute, die das Black Album als Bootleg besaßen: Die ersten 1.000 Menschen, die ihre Bootleg-Exemplare an Warner zurückschickten, würden neue Ausgaben des Black Album erhalten.[18] Dieses Angebot wurde jedoch kaum in Anspruch genommen und die Veröffentlichung des Black Album stieß generell auf geringes Medieninteresse.[19]

Prince soll ein Hononar von ungefähr einer Million US-Dollar für die Veröffentlichung des Black Album erhalten haben – im Rahmen eines Dreiervertrags, der das Black Album, das Album The Gold Experience und einen nicht näher definierten Soundtrack zu einem Kinofilm umfasste. Später annullierte Prince jedoch diesen Vertrag.[19]

Gestaltung des Covers[Bearbeiten]

Wie bereits für die ursprüngliche Veröffentlichung am 8. Dezember 1987 geplant, erschien das Black Album am 22. November 1994 in einem einfarbig schwarzen Front- und Rückcover. Es wurde lediglich ein Aufkleber auf einer Seite des Covers mit der Katalognummer und der Aufschrift „Prince – the legendary Black Album – limited Edition“ in orangefarbener Schrift angebracht. Weder die LP noch die CD enthalten ein Begleitheft und die Texte der einzelnen Songs sind nicht abgedruckt. Musiker und sonstige mitwirkende Personen werden nicht erwähnt.[20]

Musik[Bearbeiten]

Das Black Album ist hauptsächlich von der Musikrichtung Funk geprägt, Rap-Einflüsse sind ebenfalls vorhanden. Prince’ Stimme ist auf dem Album in verschiedenen Tonlagen zu hören: Im durch Pitch-Shifting etwas höheren und schnelleren Gesang bei Rockhard in a Funky Place, dann mit verlangsamter Stimme bei Le Grind, als tiefes Brummen bei Bob George und im Falsettgesang bei When 2 R in Love. Ferner sind zum Teil hektische Backing Vocals und zugerufene Instruktionen zu hören, die dem Album eine Party-Atmosphäre verleihen.[21]

In den Liedtexten widmet sich Prince den Themen Sex und Wollust, aber auch Liebe und Spiritualität.[22] Das Black Album war im Jahr 1987 eines der ersten Alben mit dem Warnhinweis Parental Advisory – Explicit Lyrics” (deutsch: „Hinweis für Eltern – allzu deutliche Liedtexte“) auf dem Frontcover.[21] Wie Prince im Jahr 1990 gegenüber dem US-Musikmagazin Rolling Stone zugab, sei er sehr oft wütend gewesen, als er das Album aufnahm, und das spiegele sich in der Musik des Albums wider.[23]

Le Grind ist ein rhythmischer Up-tempo-Song mit einem Leitmotiv von Trompeten und Perkussion-Linien. Im Hintergrund wird eine Party-Atmosphäre durch gelegentliche Unterhaltungen, wiederholte Anweisungen – zum Beispiel “put it where it feels good” (deutsch: „verwende es, wo es gut tut“) – und atemloses Keuchen erzeugt. Insgesamt ist Le Grind ein monotones improvisiertes Stück, basierend auf nur einem Akkord. Gleich zu Beginn des Songs ist eine versteckte Nachricht von Prince zu hören; nach ungefähr 30 Sekunden murmelt er im Hintergrund, parallel zur bereits eingesetzten Musik, unter anderem den Arbeitstitel Funk Bible: „So come vibe with us: Funk Bible – the New Testament“ (dt.: „Jetzt komm’ und tanz’ mit uns: Funk Bible – das Neue Testament)“.[24] Die Hauptaussage des Liedtextes ist aber das Bedürfnis nach persönlicher Befreiung, geäußert durch einen „neuen Tanz“ („nouveau dance“), der Le Grind genannt wird. Dabei kommen sich Mädchen und Jungen näher und brauchen „keine Angst zu haben“ („have no fear“). Der Refrain lautet unter anderem „auf und ab, auf und ab, fühlt sich großartig an, auf und ab, auf und ab, wie es ein Pony täte“ („up and down, up and down, feels so good, up and down, up and down, like a pony would“).[22]

Cindy C. ist ein schneller Song mit einem stampfendem Beat, Trompeten- und Saxophon-Riffs und Perkussion-Fills. Der Song konzentriert sich hauptsächlich auf das gesangliche Zusammenspiel zwischen Prince, Sheila E. und Backgroundsängerin Boni Boyer. Tänzerin Cat steuert einen Rap bei, der auf dem Song Music is the Key von Steve Hurley aus dem Jahr 1985 basiert. Das Model Cindy Crawford inspirierte Prince zum Liedtext, der unter anderem von einem „erstklassigen Model, drüben in Paris, Frankreich“ („high-class model over in Paris, France“) handelt.[2] Die Titelfigur wird jedoch zuweilen in die Nähe einer Prostituierten gerückt; beispielsweise heißt es im Liedtext: „Cindy C., spiel’ mit mir, ich werde das übliche Honorar bezahlen“ („Cindy C., play with me, I will pay the usual fee“).[25]

Der Songtitel von Dead on It ist dem Namen des Albums Hustle!!! (Dead on It) von James Brown aus dem Jahr 1975 entliehen.[22] Dead on It ist ein Funk-Song, das vom Drumcomputer, der Bassline und einer Rhythmus-Gitarre untermalt wird.[22] Im Liedtext macht sich Prince über die Musikrichtung Rap lustig; Toningenieurin Susan Rogers erinnerte sich: „Wir führten diese Diskussionen darüber, ob Rap brauchbar war oder nicht. Er [Prince] mochte Rap eigentlich nicht, aber er erkannte, dass er Rap in irgendeiner Form einbringen musste; obwohl er nicht wusste, wie. Er war der Meinung, echte Musik zu machen und konnte keine Künstler leiden, die nicht singen konnten oder es zwar versuchten, dabei aber keine Töne trafen. Aber es wurde immer deutlicher, dass Rap nicht bloß ein Strohfeuer war, sondern eine neue Bewegung in Gang setzen würde“.[26]

When 2 R in Love ist die einzige Ballade auf dem Black Album und gehört zum Genre Popmusik. Die sparsame Instrumentierung des Songs fokussiert sich auf Cembalo-ähnlich klingende Synthesizer, Bass-Synthesizer und einen Linn-Drumcomputer, den Prince anstelle eines Schlagzeugs einsetzte.[27] Prince singt in etwa fünf verschiedenen Stimmlagen und wechselt manchmal innerhalb eines einzigen Verses von einer in eine andere Stimme. Der Liedtext des Songs handelt von Liebe und Sex; beispielsweise lautet der Refrain: „Komm, bade mit mir / Laß uns einander ertrinken im Gefühl des anderen / Bade mit mir / Laß uns einander die Hülle sein mit Parfüm und Lotion“.[28][29] When 2 R in Love erschien im Jahr 1988 auch auf Prince’ Album Lovesexy.

Den Songtitel von Bob George setzte Prince aus den Namen Bob Cavallo und Nelson George zusammen. Cavallo war einer seiner damaligen persönlichen Manager und George war damals Musikjournalist des bedeutenden Fach- und Branchenblattes Billboard. Susan Rogers erzählte später: „Prince spürte, dass Nelson George ihm ganz plötzlich sehr kritisch gegenüberstand. […] Bob Cavallo hatte ihn [Prince], aus welchen Gründen auch immer, ebenfalls abgehakt, aber der Song entstand keineswegs aus einer finsteren oder bösen Stimmung heraus. Wir mussten so viel lachen, als wir das Lied aufnahmen. Es war nichts weiter als männliche Aggression.“[30] Bob George ist ein unkonventioneller, mit schlichtem Arrangement von Handclaps und Drumcomputer inklusive Bassdrum gespielter 12-Bar-Blues. Eine Gitarre setzt im Verlauf des Songs ein, begleitet von Synthesizer-Akkorden. Der Liedtext wird von Prince ausschließlich gesprochen.[22] Im Liedtext nimmt Prince die Rolle eines Frauenfeindes mit antisozialer Persönlichkeitsstörung ein, der mit seiner Freundin in einen Streit gerät – die Antworten der Freundin sind im gesamten Song jedoch nicht zu hören. Prince beweist Selbstironie, indem der von ihm gespielten Mann im Verlauf des Streits seine Freundin fragt: „Von wem hast Du diesen Diamantring? Von Bob? Ist das nicht dieses reiche Arschloch? Womit verdient er sein Geld? Er managt Rockstars? Wen? Prince? Ist das nicht diese Hure mit der hohen Stimme?“[31] Ursprünglich nahm Prince den Song in seiner normalen Stimmlage auf, jedoch erhielt seine Stimme durch Pitch-Shifting eine sehr tiefe Tonlage.[2]

Bei dem ungewöhnlichen Songtitel Superfunkycalifragisexy ließ sich Prince von dem Song Supercalifragilisticexpialidocious aus dem 1964 erschienenen Film Mary Poppins inspirieren.[32] Superfunkycalifragisexy ist eine schnelle Funk-Nummer, instrumentiert mit Gitarre, Drumcomputer und einer monotonischen Bassline.[22] Im Liedtext befasst sich Prince unter anderem mit Fesselspielen und Masturbation. Zudem singt Prince von „Eichhörnchenfleisch“ („squirrel meat“), das als Ambrosia für ein Aphrodisiakum dient.[5] Wenn jedoch von diesem Aphrodisiakum zu viel getrunken werde, würde „deine Haut empfindlich für Berührung – die erste Person, die dich anfasst, willst du ficken“ („your skin will be sensitive to the touch, the first person to touch you, you’ll want to fuck“).[32]

2 Nigs United 4 West Compton ist ein siebenminütiger Jazz-Rock-Instrumentalsong.[5] Er ist im Wesentlichen ein improvisierter Jam, bei dem sowohl Sheila E. als auch Prince live am Schlagzeug saßen. Alle weiteren Instrumente spielte Prince selbst ein, auch eine von ihm gespielte Abfolge von Orgel, Synthesizer und Bass ist zu hören. Eine definierbare Melodie oder ein wiederkehrendes Leitmotiv ist im Song jedoch nicht erkennbar. West Compton ist eine Stadt außerhalb von Los Angeles, in der vorwiegend Afroamerikaner leben.[22]

Ursprünglich war der Song Rockhard in a Funky Place für ein im Januar 1987 geplantes Prince-Album Camille vorgesehen. Dieses Album wurde jedoch nicht verwirklicht, einige der damals geplanten Songs erschienen im März 1987 auf dem Doppelalbum Sign o’ the Times.[2] Bei dem Song Rockhard in a Funky Place veränderte Prince mit Hilfe technischer Geräte die Tonhöhe seiner Stimme und kreierte damit ein Alter Ego namens „Camille“. Im Hintergrund singt Susannah Melvoin, die Zwillingsschwester der Prince-and-the-Revolution-Gitarristin Wendy Melvoin.[1] Rockhard in a Funky Place ist erneut ein Song aus dem Genre Funk. Der Song besitzt einen Groove zwischen Synthesizer, Trompete- und Saxophon-Phrase und Backbeat. Ein komplexer Trompeten- und Saxophon-Part folgt dem kurzen Refrain, der aus der Titelzeile Rockhard in a Funky Place besteht.[22]

Veröffentlichungen und Titelliste[Bearbeiten]

Titelliste
  1. Le Grind – 6:44
  2. Cindy C. – 6:15
  3. Dead on It – 4:37
  4. When 2 R in Love – 3:59
  5. Bob George – 5:36
  6. Superfunkycalifragisexy – 5:55
  7. 2 Nigs United 4 West Compton – 7:01
  8. Rockhard in a Funky Place – 4:31
Autor aller Songs ist Prince

Musikvideos[Bearbeiten]

Der Videoclip zu Alphabet St. vom April 1988 aus dem Prince-Album Lovesexy enthält nach etwa 26 Sekunden folgende versteckte Nachricht: “Don’t Buy the Black Album, I’m Sorry” (deutsch: „Das Black Album nicht kaufen, tut mir leid“). Im Anschluss an die gesungene Textzeile „she’ll want me from my head to my feet“ macht Prince einen kleinen Schritt nach vorne und scheint anschließend inmitten des Bildschirms zu verschwinden. Aus der gleichen Stelle taucht danach die Nachricht für ungefähr eine halbe Sekunde auf und verläuft in dunkler Schrift senkrecht über den Bildschirm.[33][34]

Anlässlich der Veröffentlichung des Black Album im Jahr 1994 produzierte Warner Bros. Records ein Musikvideo des Songs When 2 R in Love. Das Video zeigt lediglich einen schwarzen Bildschirm, auf dem am unteren Bildschirmrand in weißer Schrift der von Prince gesungene Liedtext eingeblendet wird. Regisseur des Karaoke-ähnlichen Videos war David May; es wurde ohne jeden Einfluss von Prince hergestellt.[35]

Coverversionen[Bearbeiten]

Im Frühjahr 1989 engagierte die Frankfurter Schallplattenfirma TnT Enterprises einige Studiomusiker, die das komplette damals noch unveröffentlichten Black Album nachspielten und auf LP aufnahmen. Das Resultat erhielt die Auszeichnung „Platte der Woche“ bei Radio Luxemburg.[36]

Der Song When 2 R in Love nahmen im Jahr 1991 die japanische Singer-Songwriterin EPO, 1994 Bob Belden und im Jahr 2010 Johnta Austin neu auf. Im Jahr 1996 veröffentlichte der Jazzmusiker T. J. Kirk eine Liveversion eines Medleys aus dem James Brown-Song Get on the Good Foot und aus Rockhard in a Funky Place. Auch Jim McMillen, ebenfalls Jazzmusiker, nahm im Jahr 2001 eine neue Version von Rockhard in a Funky Place auf.[37][38][39]

Rezeption[Bearbeiten]

Bootleg von 1987[Bearbeiten]

Nachdem das Black Album im Jahr 1987 zurückgezogen worden war, entwickelte es sich zu einem der meistverkauften Bootlegs der Musikgeschichte.[40] Laut dem US-Magazin Musicians wurden mehr als 250.000 illegale Exemplare des Albums in Vinyl- oder CD-Form verkauft,[11] Musikkassetten nicht mitgezählt. Damit erreichte das Bootleg ähnliche Verkaufszahlen wie das zunächst unveröffentlichte Album Smile der Beach Boys aus dem Jahr 1967.[41] Laut dem Musikmagazin Musikexpress – damals unter dem Namen ME/Sounds bekannt – wurde das Black Album für bis zu 200 US-Dollar gehandelt. Ein britischer Musikliebhaber habe laut dem britischen Magazin The Face 12.000 Pfund (damals ungefähr 40.000 D-Mark) für ein Album bezahlt, das bereits mit der Katalognummer „WX 147“ versehen gewesen sei. Die Verantwortlichen von WEA Records dementierten, dass dieses Exemplar aus deutscher Pressung stamme. „In Alsdorf wurden 70.000 Exemplare eingestampft. Es ist Quatsch, daß von dort aus Kopien nach draußen gekommen sind oder sogar verkauft wurden“, lautete eine Stellungnahme des Tonträgerunternehmens.[36] In dem Buch Music Master Price Guide wurde der Wert der Originalpressungen auf 1500 US-Dollar geschätzt, jedoch hinzugefügt, dass sie „so selten auf dem Markt erscheinen, daß ihr Wert spekulativ sein muß“.[42] Im Jahr 1989 konnte man Schwarzkopien des Black Album auf Flohmärkten für etwa 20 D-Mark erwerben.[43][44]

Im Jahr 1987 wurden in Deutschland Einstweilige Verfügungen unter anderem gegen die Musikzeitschrift Network Press und gegen die Landesrundfunkanstalt NDR erwirkt. Network Press hatte das zurückgezogene Black Album vorgestellt und der NDR hatte Songs des Albums im Radio-Nachtprogramm gespielt.[36] WEA Records veröffentlichte damals eine Pressemitteilung „Schwarz Hören & Sehen kommt teuer zu stehen!“[43] und drohte dem NDR mit einer Unterlassungserklärung und Schadenersatzklage in sechsstelliger D-Mark-Höhe.[43] Das Nachrichtenmagazin Der Spiegel schrieb über die Nichtveröffentlichung des Albums: „Als Meister des Medienflirts hat er [Prince] damit die Erwartungen der Fangemeinde auf einen lukrativen Siedepunkt getrieben.“[45]

Alan Leeds, damals Tourmanager von Prince, war davon überzeugt, dass das Black Album zum damaligen Zeitpunkt als wichtige Platte angesehen worden wäre: „Es wäre ein Meilenstein in seiner [Prince’] Karriere geworden, ein Wendepunkt zum Guten oder Schlechten, und das zu einer Zeit, als er so etwas dringend brauchte. Es hätte einen größeren Eindruck hinterlassen als Parade, Sign o’ the Times oder Lovesexy. Das heißt nicht, dass es sich besser verkauft hätte, aber den Leuten, die sich die Platte tatsächlich zulegten, hätte sie weitaus mehr bedeutet.“[46] Die Leser des US-Musikmagazins Rolling Stone wählten das Black Album zu einem der besten Alben des Jahres,[41] obwohl es unveröffentlicht war. Die Lifestyle-Zeitschrift Tempo beschrieb den musikalischen Stil des Albums mit „[ein] einziger, gewaltiger Mega-Mix für Diskotheken.“[31]

Veröffentlichung 1994[Bearbeiten]

Als das Black Album im November 1994 offiziell veröffentlicht wurde, fielen die Kritiken unterschiedlich aus.[11] Im Zuge von Musikrichtungen wie Gangsta-Rap, Death Metal und Hardcore Punk wirkte es nicht mehr so ungewöhnlich wie noch im Jahr 1987; sieben Jahre später wirkten die Liedtexte weniger provokativ.[47] Das US-Nachrichtenmagazin Time meinte, dass die Hörer im Jahr 1987 „[…] vermutlich nicht gewusst hätten, was sie mit der herben Einstellung des Albums anfangen sollen, heute klingt es fast normal“.[48] Die Zeit des Black Album sei deutlich vorbei, lautete eine weitere Meinung.[11] Die Detroit Free Press resümierte, das Black Album sei „kaum mehr als ein interessantes Stück Zeitgeschichte“.[49]

Das Magazin Billboard gab dem Black Album vier von fünf möglichen Sternen. Es sei eine „grandiose kleine Platte, die nach wie vor erfreut. Auch wenn seine geheimnisvolle Atmosphäre mittlerweile verblasst ist.“[40] Danny Kelly von der Zeitschrift Q vergab ebenfalls vier von fünf möglichen Sternen und meinte, das Black Album sei „ein fast unverzichtbares Muss” für „jeden, der schon immer etwas Interesse an diesen kleinen geheimnisvollen Kerl [Prince] hatte“.[50] Der amerikanische Rock-Kritiker Robert Christgau zeichnete das Album mit A- aus, wobei A+ die bestmögliche Auszeichnung ist. Er vertrat die Meinung, die Leute, „die sich nach heftigem Funk sehnen“, sollten das Album kaufen.[51] Das US-Musikmagazin Rolling Stone bezeichnete den Musikstil des Black Album als „großartigen, echten Funk“.[52]

Der britische Schriftsteller Hanif Kureishi thematisiert das Album in seinem Roman The Black Album aus dem Jahr 1995, der 2009 auch als Theaterstück inszeniert wurde.[53][54]

Charts[Bearbeiten]

Jahr Titel Chartpositionen [55]
DE AT CH UK US
1994 Black Album 49
(9 Wo.)
7
(8 Wo.)
8
(11 Wo.)
36
(5 Wo.)
47
(11 Wo.)

Das Black Album wurde seit 1994 weltweit ungefähr 500.000 Mal verkauft, davon wurden etwa 295.000 Exemplare in den USA abgesetzt.(Stand: 2004)[32][47]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Uptown (2004), Seite 396
  2. a b c d Nilsen (1999), Seite 244
  3. Nilsen (1999), Seite 244, 269
  4. Nilsen (1999), Seite 243
  5. a b c Hahn (2006), Seite 175
  6. Uptown (2004), Seite 87
  7. Hahn (2006), Seite 176 und Seite 178
  8. Seibold (1991), Seite 71
  9. Nilsen (1999), Seite 247 („It was a logistical nightmare. There were products on the loading docks, boxed, addressed, and ready to go, so it was major panic to try to figure out how to cease the shipment process without creating a major in-house theft situation, because of what was obviously going to become an instant collector's item.“)
  10. Nilsen (1999), Seite 247
  11. a b c d Ro (2011), Seite 263
  12. Ewing (1994), Seite 76
  13. Ewing (1994), Seite 77
  14. Ro (2011), Seite 213
  15. Ro (2011), Seite 263 (Bob Merlis: „We are accommodating the artist’s wishes. He signed an agreement to let us do it. We’ve wanted to put it out for years.“)
  16. Ro (2011), Seite 263 (Karen Lee: „He’s thoroughly pissed off about it. He had to sign an agreement – I can’t go into why – but contractually, he didn’t have a choice.“)
  17. Ro (2011), Seite 263 (Bob Merlis: „All I can tell you is that October 25, he signed an agreement letting us put it out.“)
  18. Uptown (2004), Seite 170
  19. a b Draper (2011), Seite 133
  20. Vinyl-Album und CD-Ausgabe des Black Album von Prince, Warner Bros. Records, 1994
  21. a b Nilsen (1999), Seite 245
  22. a b c d e f g h Uptown (2004), Seite 397
  23. Draper (2011), Seite 95 („[…] very angry a lot of the time back then, and that was reflected in [The Black Album]“)
  24. Ro (2011), Seite 170
  25. Ro (2011), Seite 168
  26. Brown (2010), Seite 136 („these discussions we’d have about whether rap was viable or not… He didn’t really like rap, but he realised he had to address it in some way; though he didn’t know how. He felt he was making real music and he didn’t like people who couldn’t sing or attemped and were out of tune, [but] it was becoming obvious that rap was not going to be just a flash in the pan and that it was going to be a new movement“.)
  27. Uptown (2004), Seite 379 und Seite 397
  28. Hill (1989), Seite 286 („Come bathe with me / Let’s drown each other in each other’s emotion / Bathe with me / Let’s cover each other with perfume and lotion“)
  29. Mischke (1989), Seite 200
  30. Nilsen (1999), Seite 244 („Prince felt Nelson George had become very critical of him all of a sudden. […] For some reason or other, Bob Cavallo also ticked him off, but the song wasn’t done in a mood of darkness or evil. We were laughing so hard when we did it. It wasn’t anything more than male aggression.“)
  31. a b Mischke (1989), Seite 194
  32. a b c Uptown (2004), Seite 398
  33. Uptown (2004), Seite 623–624
  34. Hahn (2006), Seite 182
  35. Uptown (2004), Seite 629
  36. a b c Seibold (1991), Seite 72
  37. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatDiscover the original. In: Coverinfo.de. Abgerufen am 18. Januar 2013 (Bei "Suche" Prince eingeben).
  38. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatSecondHandSongs – a cover songs database. Abgerufen am 17. Januar 2012 (englisch).
  39. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatWho sampled – Exploding and discussing the DNA of music. Abgerufen am 17. Januar 2012 (englisch).
  40. a b Brown (2010), Seite 138
  41. a b Nilsen (1999), Seite 249
  42. Ewing (1994), Seite 75–76
  43. a b c Mischke (1989), Seite 192
  44. Hahn (2006), Seite 178
  45. Mischke (1989), Seite 193–194
  46. Hahn (2006), Seite 184
  47. a b Nilsen (1999), Seite 250
  48. Draper (2011), Seite 133 („[…] probably wouldn’t have known what to make of [the album’s] bitter outlook, today it [sounds] almost conventional“)
  49. Draper (2011), Seite 133 („[…] little more than an interesting period piece“)
  50. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatDanny Kelly: Prince, The Black Album. In: princetext.tripod.com. Abgerufen am 31. Januar 2012.
  51. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatRobert Christgau: Prince. In: robertchristgau.com. Abgerufen am 31. Januar 2012: „those who pine for heavy funk should nag their local dealers“
  52. Brown (2010), Seite 138 („brillant, pure Funk“)
  53. Thorne (2012), Seite 204
  54. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatPress reviews: The Black Album . In: BBC News. 23. Juli 2009, abgerufen am 23. Februar 2012.
  55. Chartquellen: DE AT CH UKUS
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