Black Friday

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Dieser Artikel erläutert den Freitag nach Thanksgiving. Für die Bezeichnung eines Unglücktages siehe Schwarzer Freitag.

Black Friday (engl. Schwarzer Freitag) wird in den Vereinigten Staaten der Freitag nach Thanksgiving genannt. Da Thanksgiving immer auf den vierten Donnerstag im November fällt, gilt der darauffolgende Black Friday als Start in ein traditionelles Familienwochenende und als Beginn der Weihnachtseinkaufssaison.

Wirtschaftliche Bedeutung[Bearbeiten]

Da die meisten Amerikaner an diesem Tag Urlaub haben und ihn für erste Weihnachtseinkäufe nutzen, werden große Umsätze in den Geschäften gemacht. Viele Läden und Handelsketten öffnen schon in den frühen Morgenstunden – üblicherweise um fünf Uhr – und bieten Sonderangebote, Rabatte und Werbegeschenke. Deshalb warten viele Menschen nachts in langen Schlangen vor den Geschäften, um Schnäppchen (sog. doorbusters) zu ergattern. 2013 öffneten einige große Ladenketten ihre Geschäfte schon Donnerstag am frühen Abend. Entgegen früheren Annahmen werden erst seit 2005 in den USA am Black Friday die höchsten Umsätze des Jahres erzielt.[1] Bis dahin lag er etwa auf dem fünften Platz.[2]

Seit der Verbreitung des Internethandels werben auch Online-Händler mit entsprechenden Spar- und Gratis-Aktionen an diesem Tag, sodass der Black Friday an internationaler Bedeutung gewann.

Unterscheidung vom Schwarzen Freitag bzw. Black Thursday[Bearbeiten]

Nicht zu verwechseln ist der Tag mit dem Tag des Börsencrashs in New York im Oktober 1929 (Schwarzer Freitag, im Englischen aber zumeist Black Thursday – „Schwarzer Donnerstag“). Der Name Schwarzer Freitag ist dadurch entstanden, dass aufgrund der Zeitverschiebung in Europa bereits der Freitag begonnen hatte, während auf dem amerikanischen Kontinent der Donnerstag noch nicht zu Ende war. Somit war der Börsencrash in Europa an einem Freitag.

Herkunft der Bezeichnung „Black Friday“[Bearbeiten]

Die folgenden etymologischen Erklärungen gelten als die populärsten:

  • Der Name kann daher rühren, dass die Menschenmassen auf den Straßen und in den Einkaufszentren aus der Entfernung wie eine einzige schwarze Masse erscheinen. Dies könnte auch eine Anspielung auf das Chaos nach dem Börsencrash von 1929 sein, als viele Menschen noch ihre Ersparnisse in letzter Minute von den Banken zu retten versuchten und daher ebenso chaotisch und massenweise umherliefen.
  • Eine weitere Theorie ist die, dass an diesem umsatzstarken Tag die Händler die Chance haben, aus dem Minus herauszukommen – also statt roter Zahlen schwarze zu schreiben.
  • Dazu passt der Hinweis, die Händler hätten an diesem Tag vom Geldzählen schwarze Hände.

Die erste bekannte Verwendung des Ausdrucks „Black Friday“ (in diesem Sinne) wurde durch Bonnie Taylor-Blake von der American Dialect Society aufgespürt und eine Herkunft aus Philadelphia belegt:

“JANUARY 1966 -- 'Black Friday' is the name which the Philadelphia Police Department has given to the Friday following Thanksgiving Day. It is not a term of endearment to them. 'Black Friday' officially opens the Christmas shopping season in center city, and it usually brings massive traffic jams and over-crowded sidewalks as the downtown stores are mobbed from opening to closing.”[3]

Black Friday in Deutschland[Bearbeiten]

Nachdem Apple im Jahr 2006 erstmals die aus den USA bekannten Rabatte auch in den deutschen Apple Stores anbot [4][5], stieg das Interesse am Black Friday auch hierzulande. In den folgenden Jahren nahmen sich immer mehr Händler ein Beispiel an den eintägigen Sonderrabatten und feierten den Black Friday ebenfalls mit speziellen Angeboten und Aktionen.[6][7] Dies führte zu einem stetig zunehmenden Interesse am Black Friday in Deutschland. Während der Black Friday in den USA hauptsächlich offline in den Geschäften und Filialen der Einzelhändler stattfindet, werden die meisten Rabatte in Deutschland online angeboten. Der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel (bevh) schätzt Events wie den „Black Friday Sale“ als wichtigen Impuls für Kunden und Händler ein.[8] Innerhalb von 24 Stunden zog die Aktion 2013 mehr als 1,2 Millionen Besucher an.[9]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. International Council of Shopping Centers. Holiday Watch: Media Guide 2006 Holiday Facts and Figure; ShopperTrak, Press Release, ShopperTrak Reports Positive Response to Early Holiday Promotions Boosts Projections for 2010 Holiday Season (November 16, 2010).
  2. Black Friday on the „Urban Legends Reference Pages“ abgerufen auf www.snopes.com am 10. März 2014
  3.  Martin L. Apfelbaum: Philadelphia's "Black Friday". In: American Philatelist. Vol. 69, Nr. 4, Januar 1966, S. 239 (Online).
  4. US-Bestseller: iPods, Kameras, Navis – kein Zune abgerufen auf www.archiv-mac-essentials.de am 27. Oktober 2014
  5. Apple Store "Shopping-Event" abgerufen auf www.fscklog.com am 27. Oktober 2014
  6. Black Friday: Apple, Dell und Co. heute billiger abgerufen auf www.netzwelt.de am 27. Oktober 2014
  7. "Black Friday" verspricht Schnäppchen – auch hierzulande abgerufen auf www.heise.de am 27. Oktober 2014
  8. Black Friday Sale 2014: Onlinehändler erwarten auch in diesem Jahr Rekordumsätze (29. Oktober 2014) abgerufen auf www.hannover-zeitung.net am 29. Oktober 2014
  9. 1,2 Millionen Besucher auf der Webseite – Black Friday Sale ein Erfolg, auf www.internetworld.de, abgerufen am 29. Oktober 2014