Black Hole Router

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Als Black Hole Router wird ein Router bezeichnet, der IP-Pakete, die zum Weiterversand fragmentiert werden müssten, ohne Rückmeldung verwirft.

Das Internet Protocol ist so ausgelegt, dass es über verschiedene Technologien (Ethernet, Frame Relay usw.) der Vermittlungsschicht (Layer 3 im OSI-Modell) transportiert werden kann. Jede dieser Technologien hat eine bestimmte maximale Paketgröße, nämlich die Maximum Transmission Unit (MTU). Sollen Daten von einer Schicht-3-Technologie über eine andere Schicht-3-Technologie, deren maximal erlaubte Paketgröße kleiner als die der ersten Technologie ist, transportiert werden, ist die Zerlegung (Fragmentierung) des IP-Paketes notwendig.

Die Fragmentierung wirkt sich allerdings nachteilig auf die Leistung der einzelnen Router aus, da sie deren Prozessor- und Arbeitsspeicher-Ressourcen beansprucht. Aus diesem Grund wird bei TCP-Daten das DF-Flag (DF: Don’t fragment – nicht fragmentieren) auf den Wert 1 gesetzt, was den Router an der Zerlegung des Paketes hindert. Ein Router, der ein IP-Paket vermitteln soll, das zerlegt werden müsste, aufgrund des DF-Flags aber nicht zerlegt werden darf, kann dem Sender nach RFC 792 oder RFC 1191 mit der ICMP-Nachricht Destination Unreachable-Fragmentation Needed and DF Set antworten. Ein Router, der keine Antwort schickt, sondern das Paket stillschweigend verwirft, wird Black-Hole-Router genannt.

Solche Black-Hole-Router verhindern auch die automatische Ermittlung der größtmöglichen MTU entlang eines Netzwerkpfades mit Hilfe des Path-MTU-Discovery-Verfahrens.