Black Power

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Black Power ist ein Slogan der Bürgerrechtsbewegung der Afroamerikaner in den USA, der sich an einen Buchtitel von Richard Wright (1908–1960) anlehnt. Der Bürgerrechtler und Vorsitzende des Student Nonviolent Coordinating Committee, Stokely Carmichael (1941–1998) prägte den Begriff 1966 nach einer Demonstration in Jackson, bei der es zum Zerwürfnis mit der Bürgerrechtsbewegung unter Führung Martin Luther Kings gekommen war.

Black Power wurde von der amerikanischen Öffentlichkeit und konservativen schwarzen Bürgerrechtsorganisationen als Aufruf zur Gewalt kritisiert. King zufolge fordere der Begriff eher politische und wirtschaftliche Unabhängigkeit der Schwarzen. Auf jeden Fall stand Black Power und die damit verbundene Bewegung für schwarzes Selbstbewusstsein (Black is beautiful!) und eine Distanzierung zur weißen Gesellschaft, in welche sich die Anhänger der Bewegung die Jahre zuvor in ihren Augen erfolglos zu integrieren versucht hatten. Black Power war Teil des separatistischen Schwarzen Nationalismus, der ab Mitte der 1960er Jahre angesichts der nur mäßigen Erfolge der Bürgerrechtsbewegung aus der Enttäuschung vieler Schwarzer erwuchs.

Vorläufer von Black Power war Malcolm X (1925 - 1965). Er war einst ein Mitglied der Nation of Islam (NoI). Diese Organisation kehrte in der Theorie die Diskriminierung der Schwarzen in den USA um und argumentierte, dass die Schwarzen das auserwählte Volk Gottes und die Weißen minderwertig seien. Einer der frühesten und entschiedensten Kritiker der NoI wurde ihr vormaliger Protagonist Malcolm X, der 1964 nach seinem Austritt für eine sozialistische Revolution der Schwarzen warb. Seine besonders nach dem Austritt vertretene Position sprach immer mehr Bürgerrechtler an, die seine Ideen in die Black-Power-Bewegung übernahmen.

Stokely Carmichael und Charles V. Hamilton, zwei schwarze Aktivisten, schrieben in ihrem Buch „Black Power“ (1967) über den Rassismus. Für Carmichael und Hamilton bestand die Unterdrückung der Schwarzen in drei Wirkungsbereichen:

  • Der politische Bereich werde ausschließlich von Weißen beherrscht. Die weißen Parteien würden eine geschlossene Front gegenüber den Forderungen der Schwarzen bilden. Wenn schwarze Bürger obere Stellungen erhielten, würden sie zu Abgeordneten des weißen Amerikas gemacht und somit von reeller Machtausübung ferngehalten.
  • Der wirtschaftliche Bereich ist dadurch gekennzeichnet, dass Schwarze als billige Arbeitskräfte dienen und weniger Lohn erhielten. Im Bereich des Verkaufs hingegen dient das Ghetto als Markt für überteuerte Produkte.
  • Der soziale Bereich sei gespalten. Die Weiße Kultur hat ihre Werte und Normen, aber die Schwarzen Bürger würden den Tieren gleichgestellt. Somit würden die Schwarzen ihre eigenen Werte anzweifeln. Schwarze Haut und krauses Haar galten als „hässlich“ (vgl. Oliner Demny: Die Wut des Panthers. Münster 1996. S. 20–22).

International bekannt wurde die Black-Power-Bewegung während der Olympischen Sommerspiele 1968 in Mexiko-Stadt: Die zwei afroamerikanischen Leichtathleten Tommie Smith und John Carlos streckten während der Siegerehrung des 200-Meter-Laufs die schwarzbehandschuhte Faust empor, Symbol der Bewegung. Das Internationale Olympische Komitee stellte das Olympische Komitee der USA (USOC) vor die Wahl, entweder die beiden Athleten nach Hause zu schicken oder die ganze Leichtathletik-Mannschaft zurückzuziehen. Das USOC entschied sich für ersteres.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Oliver Demny: Die Wut des Panthers. Münster 1996.
  • Richard Wright: Black Power. A Record of Reactions in a Land of Pathos. New York 1954, ISBN 0-06-092566-3.
  • Stokely Carmichael, Charles V. Hamilton: Black Power. The politics of liberation in America. New York 1967.
  • Redaktionskollektiv „Right On“ (Hrsg.): Black Power – Interviews mit (Ex-) Gefangenen aus dem militanten schwarzen Widerstand. Amsterdam 1993. (Volltext online)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Black Power – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien