Black or White

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Black or White ist ein Lied von Michael Jackson. Es war die erste Singleauskopplung aus seinem Album Dangerous, das im November 1991 veröffentlicht wurde. Black or White übermittelt die Botschaft, dass Menschen aller Hautfarben gleich sind („I said if you're thinkin' of being my brother, it don't matter if you're black or white.“) Außerdem appelliert er für Toleranz zwischen den verschiedenen Rassen. Die Single wurde in vielen Ländern der Welt ein Nummer-eins-Hit und ist mit über fünf Millionen weltweit verkauften Exemplaren eine der bestverkauften Singles überhaupt.

Komponiert und geschrieben wurde das Lied von Michael Jackson. Der Rap-Text stammt von Bill Bottrell.

Musikvideo[Bearbeiten]

Zusammenfassung[Bearbeiten]

Das Musikvideo von Black or White erzeugte starke Kontroversen. Zuerst wurde das Video von den US-amerikanischen Fernsehsendern MTV, BET, VH1 und FOX (nach einer Episode von Die Simpsons) am 14. November 1991 ausgestrahlt. Simultan lief es in 27 Ländern und wurde von etwa 500 Millionen Menschen gesehen – die meisten Zuschauer, die je ein Musikvideo hatte. In dem Video haben die Schauspieler Macaulay Culkin, George Wendt und Peggy Lipton Gastauftritte. Die Regie führte John Landis, derselbe Regisseur wie bei Thriller. Die Produktionskosten waren sehr hoch, was vor allem an den im Video verwendeten Morphing-Effekten lag. Morphing-Effekte wurden auch schon früher im Musikvideo Cry von Godley & Creme benutzt.

Das Video beginnt mit einer Kamerafahrt, die über den Wolken beginnt und über die nächtlichen Straßen einer Stadt in das Zimmer eines Jugendlichen (Macaulay Culkin) führt, der sich laute Rockmusik anhört. Nachdem der Vater (George Wendt) ihm dies verbietet, baut er im Wohnzimmer eine übergroße Stereoanlage auf und spielt einen lauten Powerchord auf der E-Gitarre, der den Vater einschließlich Sessel senkrecht durch das Dach befördert. Er landet in der Steppe, wo Michael Jackson mit Einheimischen tanzt. In zahlreichen Überblendungen setzt er dies mit Menschen aus unterschiedlichen Orten und Kulturen fort (u.a. die der Indigenen Völker Afrikas, der Asiens, Nordamerikas, Südamerikas sowie Russlands). Nach einer Rapeinlage von Bill Bottrell schließt sich die Morphing-Sequenz an, in der sich Menschen unterschiedlicher Herkunft, Hautfarbe und Aussehens ineinander verwandeln. Unter anderem sind auch Glen Chin, Tyra Banks und Cree Summer (als letzte Person) dabei.

In der ungekürzten Fassung des Musikvideos folgt darauf der Panther Dance: Michael Jackson verlässt das Aufnahmestudio in Form eines schwarzen Panthers. Auf der Straße verwandelt er sich in seine menschliche Gestalt zurück und zeigt ohne Hintergrundmusik eine Folge anspruchsvoller Tanzschritte in den nächtlichen Straßen. Dabei zerschlägt er Fensterscheiben, zerstört ein Auto und lässt das Leuchtschild eines Hotels (das „Royal Arms“) explodieren. Schließlich verwandelt er sich in den schwarzen Panther zurück.

In einer kurzen Schlußsequenz im Zeichentrickstil wird Bart Simpson gezeigt, wie er sich das Musikvideo anschaut. Homer Simpson kommt dazu: Homer - „Bart, mach den Krach aus“ („Bart, stop that noise“), Bart - „Entspann dich, Kumpel“ („Chill out, homeboy“). Schließlich schaltet Homer mit der Fernbedienung den Fernseher aus.

Das Video endet mit einer Einblendung des Textes prejudice is ignorance (Vorurteile sind Unwissenheit).

Kontroversen[Bearbeiten]

Die Kontroversen betreffen die letzten vier Minuten des Videos, den Panther Dance (s.o.). Neben den oben beschriebenen Zerstörungsszenen greift sich Michael Jackson dabei mehrfach in den Schritt und schließt danach den Reißverschluss seiner Hose. Jackson entschuldigte sich später und gab an, die Gewalttätigkeiten und die sexuellen Andeutungen seien eine Interpretation der tierischen Urtriebe eines schwarzen Panthers. Diese vier Minuten wurden in den USA von MTV und vielen anderen Musiksendern nicht ausgestrahlt.

Bis heute wurde die ungekürzte Version in den USA nur von MTV 2 zwischen 01:00 Uhr und 04:00 Uhr in einer Spezialsendung mit dem Titel „Die kontroversesten Musikvideos“ ausgestrahlt. Die ungeschnittene Fassung ist auch auf Jacksons DVDs verfügbar. Nach den ersten Ausstrahlungen des Videos wurden nachträglich rassistische Graffiti (unter anderem ein Hakenkreuz und der Satz „KKK RULES!“) auf die Glasscheiben, die Jackson im Panther Dance zerschlägt, eingefügt. Damit sollte gezeigt werden, dass sich das Video gegen rassistische Vereinigungen wie die Nationalsozialisten oder den Ku-Klux-Klan richtet; der Beigeschmack des Vandalismus sollte entkräftet werden. Die Originalversion (ohne Graffiti) ist nur auf der Videokassette HIStory - The Video Greatest Hits (Die gleichnamige DVD enthält nur die Graffiti-Version) sowie der DVD "Michael Jackson's Vision" enthalten.

In Europa wurde mehrere Jahre lang das vollständige Video gezeigt. Im Vereinigten Königreich wurde erst 2004 das vollständige Musikvideo von VH1 ausgestrahlt. Die jüngsten Ausstrahlungen des Black or White-Videos sind dort meistens stark gekürzt.

Die im iTunes Store erhältliche Version endet nach der Morphing-Szene.

Nocturne Video Productions spielte den Panther Dance als Vorprogramm von Jacksons Dangerous- und HIStory-Welttourneen. Die dort gezeigte Version ist 20 Sekunden kürzer als das Original und die Szenen, in denen Jackson Scheiben zerschlägt und sich beim Tanzen in den Schritt fasst (nicht jedoch die Szene, in der er seinen Reißverschluss schließt), wurden entfernt.

Clivillés & Cole Remixes[Bearbeiten]

Black or White (The Clivillés & Cole (C&C) Remixes) (oder auch einfach nur Black or White (Remixes) genannt ist eine Single mit Remixes von Black or White. Das Lied wurde von Robert Clivillés und David Cole geremixt. Die Single erreichte #14 in den UK Top 40, #11 in den irischen Charts, #18 in den australischen Charts und Platz 3 in den österreichischen Charts

Parodien[Bearbeiten]

  • Die Band Genesis parodierte den Panther Dance am Ende ihres Musikvideos I Can't Dance, indem der damalige Genesis-Sänger Phil Collins samt Fedora die Choreografie des Panther Dance nachahmt.
  • Das hessische Komikerduo Badesalz parodierte Black-or-White. Es gibt auch ein Musikvideo dazu. Der Text ist derselbe, bloß mit einem deutschen Akzent ausgesprochen. Statt der E-Gitarre ist im Hintergrund ein Blasorchester, die „Spessart Brassköpp“, zu hören.
  • Weird Al Yankovic zeigte in seiner TV-Show Al TV eine Parodie auf Black or White. Er hat das Black or White-Video mit Szenen aus dem Musikvideo We're Not Gonna Take It von Twisted Sister gemischt. Im Intro sieht es so aus, als würde Mark Metcalf aus dem letzteren Musikvideo Macaulay Culkin aus dem zuerst genannten Video anschreien. Michael Jacksons Stimme wurde in eine Stimme geändert, die wie eine schrille Version von Weird Al Yankovics Stimme klingt. Culkins Stimme während des Rap wurde deutlich vertieft. Die Leute in der Morphing-Szene haben unterschiedliche Stimmen.

Weblinks[Bearbeiten]