Blacksad

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Die Comicserie Blacksad um den Privatdetektiv John Blacksad stammt von dem Szenaristen Juan Diaz Canales und dem Zeichner Juanjo Guarnido. Die zwei Spanier haben eine moderne Fabel im Stil des Film noir geschaffen, bei der alle Charaktere zwar menschenähnliche Körper besitzen, jedoch auch - insbesondere im Gesicht – klare Eigenschaften von Tieren haben. So ist beispielsweise der stoische Blacksad ein vermenschlichter schwarzer Kater. Dadurch sind überraschende Verknüpfungen von eigentlich individuellen Charaktereigenschaften mit durch die Natur des betreffenden Tieres vorgegebenen Eigenschaften möglich. Polizisten sind meistens Hunde und Füchse, während die Bösen häufig aus der Klasse der Reptilien stammen.

Die bisher vorliegenden fünf Alben wurden bei Dargaud verlegt. Bereits der erste Band wurde ein Riesenerfolg, er verkaufte sich in Frankreich 20.000 mal. Übersetzungen erschienen auf Deutsch, Englisch, Serbisch, Polnisch, Portugiesisch, Katalanisch, Spanisch und Japanisch.

Sowohl Zeichner, Szenarist wie auch die Alben wurden mit mehreren Preisen bedacht, unter anderem drei Nominierungen für den Eisner-Award in den USA. 2004 erhielt Band 2 den Publikumspreis auf dem jährlichen Comic-Festival in Angoulême, Frankreich.

Handlung[Bearbeiten]

Hintergrund[Bearbeiten]

Die Blacksad-Geschichten spielen in den USA und sind zeitlich zirka in den 40-50er Jahren des 20. Jahrhunderts angesiedelt. Eine genaue Zeitangabe wird in keinem der Comics genannt. Nur die Erklärung, dass Blacksad, welcher noch recht jung ist, ein Veteran des Zweiten Weltkriegs ist, ist der einzige Hinweis auf das etwaige Jahr bzw. Jahrzehnt.

Typischerweise muss Detektiv Blacksad einen schwierigen Fall aufklären, in dessen Verlauf sich viele sehr gute Einblicke in die Natur der Protagonisten gewinnen lassen.

Im Album Blacksad - Hinter den Kulissen (2002) werden anhand von Interviews mit den Künstlern, Skizzen und fertigen Zeichnungen Hintergrundinformationen geliefert. Die Künstler zeigen, welche verschiedenen Perspektiven, Farben und Figuren ausprobiert wurden. Zwei Seiten einer Ur-Version von Blacksad werden gezeigt. Der Leser erfährt zum Beispiel, dass Marilyn Monroe als Inspiration für Natalia galt und dass der Name des Clubs "Cypher" eine Hommage an Angel Heart ist.

Einzelalben[Bearbeiten]

  • Irgendwo zwischen den Schatten (2000): Blacksad sucht den Mörder seiner Ex-Geliebten Natalia, einer Katze, die als Schauspielerin im Filmgeschäft tätig war. Schnell merkt er, dass der Mörder über exzellente politische Verbindungen verfügt, und Einfluss auf die Strafverfolgungsbehörden nimmt. Hilfe kommt vom befreundeten Polizeichef Smirnov, der Blacksad Rückendeckung zusichert. Dieser nimmt das Recht in die eigenen Hände und richtet den Verbrecherboss, eine Kröte, die Natalia aus Eifersucht ermordete.
  • Arctic Nation (2003): Blacksad ermittelt in einem heruntergekommenen Stadtteil, in dem Armut und Verzweiflung regieren. Er hat den Auftrag, ein verschwundenes Kind zu suchen. Schnell trifft er auf eine rechtsradikale Organisation weißfelliger Tiere, eine Art Ku-Klux-Klan, die auch vor Mord nicht zurückschreckt. Dabei hilft ihm Weekly, ein Wiesel, das für ein Klatschmagazin arbeitet. Schließlich rettet Blacksad Weekly vor einem Lynchmord, findet das Mädchen und lüftet das dunkle Geheimnis einiger Bewohner des Slums.
  • Rote Seele (2005): Blacksad trifft im Klima der McCarthy-Ära auf eine Gruppe kritischer Wissenschaftler. Diese werden vom rechten Senator Gallo, einem Hahn, politisch verfolgt. Der mit Blacksad befreundete Professor Liebber wird darüber hinaus Ziel von Mordanschlägen, da er früher für die NSDAP gearbeitet hat. Blacksad verliebt sich in die Schriftstellerin Alma, eine Katze, die im weitesten Sinne zur Gruppe der Wissenschaftler gehört. Blacksad gelingt es zwar, den Verrat von Militärgeheimnissen an die Sowjets in letzter Sekunde zu vereiteln und sich selbst durch einen Deal mit Gallo vor dem elektrischen Stuhl zu retten, jedoch verliert er seine große Liebe wieder.
  • Die Stille der Hölle (2010): Blacksad und Weekly sind in New Orleans aktiv. Ursprünglich sollen sie einen untergetauchten, drogensüchtigen, behinderten Bluesmusiker in Gestalt eines Hundes finden. Dabei treffen sie auf allerlei zwieielichtige Personen, von denen eine auch nicht vor Morden zurückschreckt. Blacksad enthüllt das Geheimnis um einen verschleierten Pharmaskandal, Eifersucht und unerwiderte Liebe. Blacksad beweist zum Schluss neben all seinem Zynismus seine Ritterlichkeit und sein Mitgefühl.

Figuren[Bearbeiten]

  • John Blacksad - Ein hartgesottener erfahrener Privatdetektiv mit dem Kopf eines schwarzen Katers. Er ist in einer harten Gegend aufgewachsen und spricht die Sprache der Straße. Er hat im Zweiten Weltkrieg gedient und ist ein sicherer Schütze und kann sich auch in Schlägereien durchsetzen. John hat gescheiterte Beziehungen hinter sich und benutzt gelegentlich falsche Identitäten, um ans Ziel zu kommen. Auch wenn er ein desillusionierter Zyniker ist, hält er moralische Werte hoch.
  • Weekly - Blacksads gelegentlicher Sidekick mit dem Kopf eines braunen Wiesels. Er mag weder Wasser noch Seife und man sagt ihm nach, dass er nur einmal pro Woche seine Unterhosen wechsle (daher sein Spitzname). Er arbeitet für ein Klatschmagazin namens What's News.
  • Smirnov - Höherer Polizeibeamter mit dem Kopf eines Deutschen Schäferhundes und Freund Blacksads. Er benutzt manchmal Blacksad, um Gerechtigkeit zu schaffen, in Fällen, in denen der Polizei die Hände gebunden sind.

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

  • Quelque part entre les ombres. Dargaud 2000 (Irgendwo zwischen den Schatten. Carlsen Verlag 2001).
  • Blacksad - Hinter den Kulissen. (Blacksad - Les dessous de l'enquête. Carlsen Verlag 2002)
  • Arctic-Nation. Dargaud 2003 (Arctic Nation. Carlsen Verlag 2003).
  • Âme Rouge. Dargaud 2005 (Rote Seele. Carlsen Verlag 2005).
  • L'Enfer, le silence. Dargaud 2010 (Die Stille der Hölle. Carlsen Verlag 2010).

Preise[Bearbeiten]

  • 2000 :
  • 2001 :
    • Nominiert für den l’Alph-Art Pokal des Festivals von Angoulême, Frankreich, für Irgendwo zwischen den Schatten
    • Preis Bester Comic beim Festival von Chambéry, Frankreich
  • 2002 :
    • Prix Albert-Uderzo bester Comiczeichner
  • 2003 :
    • Spezialpreis der Jury Festival von Siders, (Schweiz)
  • 2004 :
    • Publikumspreis und Bester Comic beim Festival Angoulême, Frankreich, für Arctic Nation
    • Preis Prix Virgin du meilleur album für Arctic Nation
  • 2005:
    • Harvey Award in der Kategorie Best Graphic Album of Original Work für Arctic Nation
  • 2006 :
    • Nominierung für den Publikumspreis beim Festival von Angoulême, Frankreich, für Rote Seele
    • Preis für die beste Serie beim Festival von Angoulême, Frankreich, für Blacksad (Gesamtwerk)
  • 2011
    • Eisner Award Bester Zeichner/Multimedia Künstler für Juanjo Guarnido für Blacksad
    • Harvey Award in der Kategorie Best American Edition of Foreign Material für das Blacksad-Gesamtwerk

Weblinks[Bearbeiten]