Blandine Merten

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Selige Sr. Blandine Merten (1883–1918)

Blandine Merten (* 10. Juli 1883 in Düppenweiler als Maria Magdalena Merten; † 18. Mai 1918 in Trier) war eine deutsche Ursuline. Papst Johannes Paul II. sprach sie 1987 selig. Bei zahlreichen Katholiken ist sie als Schwester Blandine bekannt. Ihr Gedenktag ist der 18. Mai.

Leben[Bearbeiten]

Maria Magdalena Merten wurde als neuntes Kind einer sehr religiös lebenden katholischen Landwirtsfamilie im damals zur preußischen Rheinprovinz gehörenden Düppenweiler (heute Saarland) geboren. Nach dem Volksschulabschluss 1898 in ihrem Heimatort absolvierte sie 1899 bis 1902 das Lehrerinnenseminar in Marienau bei Vallendar. 1902 bis 1908 arbeitete sie als Volksschullehrerin in Oberthal (Saar), Morscheid (heute Ortsteil Morscheid-Riedenburg der Gemeinde Morbach) und Großrosseln.

Im November 1908 trat sie gemeinsam mit ihrer Schwester in die Ursulinenkongregation Calvarienberg in Ahrweiler ein, wo sie zur Einkleidung den Ordensnamen „Blandina“ erhielt. Bekannt wurde sie allerdings unter der eingedeutschten Namensform „Blandine“. Nach dem Noviziat legte sie 1910 im Mutterhaus der Kongregation in Ahrweiler die zeitliche Profess ab, 1913 die ewige. Von 1910 bis 1916 war Schwester Blandine als Lehrerin und Erzieherin an den Schulen der Ursulinen in Saarbrücken und Trier tätig.

Eine schwere Tuberkuloseerkrankung zwang sie im September 1916 zur Aufgabe ihrer Tätigkeit. Im Alter von 34 Jahren starb Blandine Merten im Kloster St. Bantus in Trier.

Seligsprechung[Bearbeiten]

Blandinenkapelle in Trier

Bereits als Lehrerin strahlte Blandine Merten bei ihren Schülern sowie deren Eltern durch ihre Güte und innere Fröhlichkeit ein Charisma der Heiligmäßigkeit aus. Die Gottergebenheit und Gelassenheit, die sie während der Zeit ihrer schweren Krankheit auszeichneten, verstärkten diesen Eindruck bei denen, die sie kannten.

Nach dem Tod von Schwester Blandine meldeten Gläubige den kirchlichen Behörden zahlreiche Gebetserhörungen. 1954 wurde in Trier der bischöfliche Informativprozess zur Vorbereitung einer Seligsprechung eröffnet. Dieses Verfahren erfuhr erheblichen Auftrieb durch die 1985 erfolgte Heilung der österreichischen Missionsschwester Irimberta Puntigam SSpS von einem schweren Melanom, die 1986 von der Kirche offiziell als Wunder anerkannt wurde. Am Hochfest Allerheiligen wurde Sr. Blandine 1987 von Papst Johannes Paul II. seliggesprochen. Am 18. Mai 1990 wurden ihre sterblichen Überreste in die 1989 nach Plänen des Architekten Karl P. Böhr auf dem Trierer Friedhof St. Paulin errichteten Blandinenkapelle überführt. Der frühere Trierer Bischof Hermann Josef Spital nannte Sr. Blandine Merten eine „liebenswerte Lehr-Meisterin in Glaube, Hoffnung und Liebe“.[1]

Im Mutterhaus der Ursulinenkongregation Calvarienberg in Ahrweiler ist seit 1954 das Blandinenarchiv. Die Blandinen-Kapelle mit den Reliquien der Seligen und das Blandine-Merten-Haus befinden sich in Trier in der Schöndorfer Straße, nahe der Kirche und dem Friedhof St. Paulin. Eine 1955 in Trier gegründete Mädchenrealschule der Ursulinen trägt den Namen Blandine-Merten-Realschule. In Morscheid-Riedenburg wurde die Grundschule am 3. Juli 1988 umbenannt in „Grundschule Blandine Merten“. 2008 beschloss der Trierer Stadtrat, eine Straße im neuen Stadtteil Petrisberg nach ihr zu benennen.

Über Blandine Merten erschienen zahlreiche Monographien. Viermal jährlich wird ein „Blandinen-Rundbrief“ in einer Auflage von 40.000 Exemplaren herausgegeben.

Quellen[Bearbeiten]

  1. Martin Persch: Merten, Maria Magdalena. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 5, Bautz, Herzberg 1993, ISBN 3-88309-043-3, Sp. 1337–1339.

Literatur (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Hermenegildis Visarius: Schwester Blandine Merten, die verborgene Gottesbraut. Visarius, Recklinghausen 1935.
  • Hermenegildis Visarius: Ein frohes Gotteskind. Schwester Blandine Merten. Ursulinenkongregation Calvarienberg, Ahrweiler 1943.
  • Nikolaus Zimmer: Das Tugendleben der Dienerin Gottes Schwester Blandine Merten. Plachner, Ahrweiler 1955.
  • Hermenegildis Visarius: Kurzes Lebensbild der Dienerin Gottes Schwester Blandine Merten und Gebetserhörungen 1957. Plachner, Ahrweiler 1958.
  • Huberta Schmetz: Gelebtes Ja. Leben der Schwester Blandine OSU. Ursulinenkongregation Calvarienberg, Ahrweiler 1965.
  • Gabriel Busch: Schwester Blandine Merten, unsere Lehrerin. Ursulinenkongregation Calvarienberg, Ahrweiler 1970.
  • Josef Jochum: Am Ende zählt nur die Liebe. Schwester Blandine Merten. Lebensbild einer Frau von heute. Ursulinenkongregation Calvarienberg, Ahrweiler 1975.
  • Im Herzen der Kirche ist unsere Wohnung. Selige Schwester Blandine Merten. Ansprachen und Predigten zur Seligsprechung. Blandinen-Archiv, Bad Neuenahr-Ahrweiler 1988.
  • Andreas Heinz: Heilige im Saarland. Saarbrücker Druckerei und Verlag, Saarbrücken 1991, ISBN 3-925036-44-X.
  • Martin PerschMerten, Maria Magdalena. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 5, Bautz, Herzberg 1993, ISBN 3-88309-043-3, Sp. 1337–1339.
  • Selige Schwester Blandine Merten, Ursuline von Calvarienberg (Blandinen-Rundbrief), vierteljährlich, ISSN 0949-9326.
  • Anselm Grün: Alles ist mir Himmel. Leben und Botschaft der seligen Blandine Merten. Vier-Türme-Verlag, Münsterschwarzach 2007, ISBN 978-3-87868-258-5, (Münsterschwarzacher Kleinschriften 161).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Blandine Merten – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien