Blankenheim (Ahr)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Blankenheim
Blankenheim (Ahr)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Blankenheim hervorgehoben
50.4369444444446.6519444444444455Koordinaten: 50° 26′ N, 6° 39′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Köln
Kreis: Euskirchen
Höhe: 455 m ü. NHN
Fläche: 148,62 km²
Einwohner: 8414 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 57 Einwohner je km²
Postleitzahl: 53945
Vorwahlen: 02449 & 02697
Kfz-Kennzeichen: EU, SLE
Gemeindeschlüssel: 05 3 66 008
Gemeindegliederung: 17 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausplatz 16
53945 Blankenheim
Webpräsenz: www.blankenheim.de
Bürgermeister: Rolf Hartmann (unabhängig)
Lage der Gemeinde Blankenheim im Kreis Euskirchen
Belgien Rheinland-Pfalz Kreis Düren Rhein-Erft-Kreis Rhein-Sieg-Kreis Städteregion Aachen Bad Münstereifel Blankenheim (Ahr) Dahlem (Nordeifel) Euskirchen Hellenthal Kall Mechernich Nettersheim Schleiden Weilerswist ZülpichKarte
Über dieses Bild

Blankenheim ist eine Gemeinde in Nordrhein-Westfalen (Deutschland) im Kreis Euskirchen. Die Hauptattraktion des staatlich anerkannten Erholungsortes ist die Ahrquelle in einem Kellergewölbe eines Fachwerkhauses aus dem Jahre 1726. Der gut 8.000 Einwohner zählende Ort verfügt über einen historischen Ortskern mit einer Anzahl bemerkenswerter Sehenswürdigkeiten. Erholungsanlagen des Ortes gruppieren sich um den Schloßweiher. Inmitten des historischen Ortskerns befindet sich das Eifelmuseum Blankenheim.

Geografie[Bearbeiten]

Blankenheim liegt etwa 27 Kilometer südwestlich der Kreisstadt Euskirchen am Westrand des Ahrgebirges in der Eifel. Die Quelle der Ahr liegt im mittelalterlichen Ortskern.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Blankenheim besteht aus den folgenden Ortsteilen:

Klima[Bearbeiten]

Vier Monate herrscht reizmildes Klima und acht Monate Schonklima.

Geschichte[Bearbeiten]

Im Jahre 721 wird in der Gründungsurkunde für die Abtei Prüm der Name „blancium“ genannt. Nach Meinung von Teilen der lokalhistorisch aktiven Heimatforscher wird damit das heutige Blankenheimerdorf zum ersten Mal in einer Urkunde erwähnt. In der Urkunde heißt es: „quidquid nobis obtingit de blancio“. Etwa: „Wir vermachen dem Kloster unseren gesamten Besitz in Blancium“. „Blancio“ ist also der Ablativ von „Blancium“. Erst später ging hiernach der Name Blankenheim vom „Dorff“ auf der Höhe auf die Siedlung im „Dhal“ über. In Eifler Mundart nennt man sie Blangem. Als Folge des Friedens von Lunéville gelangte Blankenheim wie das übrige Linke Rheinland 1801 an Frankreich und 1815 durch die Beschlüsse auf dem Wiener Kongress an Preußen. Graf Sternberg-Manderscheid erhielt im Reichsdeputationshauptschluss 1803 für den Verlust von Blankenheim, Jünkerath, Gerolstein und Dollendorf als Entschädigung unter anderem die Güter der vormaligen Klöster Weißenau und Schussenried in Oberschwaben zugesprochen.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Juli 1969 wurden die damaligen Gemeinden Ahrdorf, Alendorf, Blankenheimerdorf, Dollendorf, Freilingen, Hüngersdorf, Lindweiler, Lommersdorf, Mülheim, Reetz, Ripsdorf, Rohr, Uedelhoven und Waldorf eingegliedert.[2]

Politik[Bearbeiten]

Sitzverteilung im Gemeinderat
     
Von 28 Sitzen entfallen auf:
Kommunalwahl 2014
Wahlbeteiligung: 64,02 % (2009: 70,99 %)
 %
50
40
30
20
10
0
42,39 %
27,16 %
17,18 %
6,39 %
6,88 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
-2,64 %p
-0,41 %p
+4,84 %p
-1,87 %p
+0,07 %p

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat ist die kommunale Volksvertretung der Gemeinde Blankenheim. Über die Zusammensetzung entscheiden die Bürger alle fünf Jahre. Die letzte Wahl fand am 25. Mai 2014 statt.[3]

Partnerschaft[Bearbeiten]

Blankenheim ist mit Zaventem im belgischen Flandern verschwistert.

Wappen und Banner[Bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „Das Wappen zeigt in Gold (Gelb) einen rotbewehrten und -bezungten schwarzen Löwen, belegt oberhalb der Mitte mit einem freischwebenden, fünflätzigen roten Turnierkragen.“

Der Gemeinde Blankenheim ist mit Urkunde des Regierungspräsidenten in Aachen vom 8. September 1971 das Recht zur Führung eines Wappens, eines Siegel und einer Flagge (Banner) verliehen worden. Das Wappen zeigt das Wappentier der Grafen von Blankenheim. Es ist einem Schöffensiegel aus dem 16. Jahrhunderts nachgebildet.

[Bearbeiten]

„Die Flagge (Banner) ist schwarz - gelb - schwarz im Verhältnis 1 : 4 : 1 längs gestreift mit dem Gemeindewappen ohne Schild etwas oberhalb der Mitte.“[4]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Museen[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

Ahrquelle

Oberhalb des Ortes befindet sich die Burg Blankenheim aus dem 12. Jahrhundert. Sie wird heute als Jugendherberge genutzt. Im Zuge der Regierungsübernahme der Grafen von Manderscheid auf Burg Blankenheim im Jahre 1468 wurden bauliche Veränderungen vorgenommen. Graf Dietrich III. ließ eine Fernwasserversorgung zur Burg bauen, die unter dem „Tiergarten“-Berg in einem Tunnel geführt werden musste, um Gefälle zu behalten. Der Tunnel ist der einzig bekannte des späten Mittelalters in ganz Europa. Der wuchtige Bau der Burg beherrscht das Bild von Blankenheim.

Der mittelalterliche Ortskern bietet Reste der Befestigung (Georgstor von 1670, Hirtenturm von 1404), einige Fachwerkbauten sowie die Pfarrkirche St. Mariä Himmelfahrt (fertiggestellt 1505). Sehenswert ist auch die denkmalgeschützte Kreuzkapelle.

Die in der Ortsmitte gelegene Quelle der Ahr wurde im Keller eines Fachwerkhauses gefasst.

Tourismus[Bearbeiten]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Bahnhofsgebäude Blankenheim (Wald) vom Bahnsteig
Der Busbahnhof Blankenheim

Verkehr[Bearbeiten]

Schienenverkehr/ÖPNV[Bearbeiten]

Seit der Stilllegung der Bahnstrecke Ahrdorf–Blankenheim befindet sich der einzige Bahnhof Blankenheim (Wald) heute abseits des Ortes an der Eifelstrecke KölnEuskirchenGerolsteinTrier. Er wird von drei Linien des Regionalverkehrs bedient.

Die Anbindung des Ortskernes an den Bahnhof erfolgt stündlich mit der Buslinie 832 der RVK. Vom im Dezember 2006 eröffneten Busbahnhof in der Ortsmitte bestehen stündlich weitere Verbindungen nach Bad Münstereifel und in die Ortsteile. Bei vielen Fahrten, vor allem am Wochenende, wird der Taxibus eingesetzt, d.h. die Fahrten werden nur auf telefonische Voranmeldung durchgeführt. Zur Schülerbeförderung werden weitere Fahrten angeboten.

Es gilt der Tarif des Verkehrsverbund Rhein-Sieg und verbundgebietsüberschreitend der NRW-Tarif.

Straßen[Bearbeiten]

Durch Blankenheim führen die Bundesstraßen 258 und 51 als Ortsumgehung.

Die Bundesautobahn 1 ist noch zwischen den Anschlussstellen Blankenheim und Kelberg unterbrochen, seit am 31. Mai 2012 die endgültige Verkehrsfreigabe beider Richtungsfahrbahnen zwischen der AS Gerolstein und der AS Kelberg erfolgte. Zum Lückenschluss, der im Bundesverkehrswegeplan als vordringlicher Bedarf geführt wird, fehlen jetzt noch 22 km.

In Blankenheim geboren[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Alte Blankenheimer Ansichtskarten. Köln 1996. ISBN 3-929721-07-4
  • Kreismuseum Blankenheim. Museumsführer. Blankenheim 1987.
  • Johannes Becker: Geschichte der Pfarreien des Dekanats Blankenheim. Köln 1893 (Neuauflage Aachen 2004). ISBN 3-8322-3368-7
  • Christoph Bungartz, Ralf Gier, Peter Scheulen: Von der Eifel nach Amerika. Auswanderung im Gebiet der Oberahr 1840-1914. Euskirchen 2005. ISBN 3-935221-55-X
  • Klaus Grewe: Der Tiergarten-Tunnel von Blankenheim. Köln 2000. ISBN 3-88094-869-0
  • Klaus Grewe unter Mitarbeit von Wolfgang Schumacher: Der Tiergartentunnel-Wanderweg in Blankenheim. Köln 2002. ISBN 3-88094-896-8
  • Klaus Grewe u.a.: Wasser auf Burgen im Mittelalter. Geschichte der Wasserversorgung 7. Mainz 2007. ISBN 978-3-8053-3762-5
  • Harry Heindrichs: Die Geschichte des Blankenheimer Grafengeschlechtes. Blankenheim 1978.
  • Hans Henn und Annemie Reetz: Die Orte der Gemeinde Blankenheim in alten Bildern. Band 1. Meinerzhagen 1982. ISBN 3-88913-047-X
  • Hans Henn und Annemie Reetz: Die Orte der Gemeinde Blankenheim in alten Bildern. Band 2. Meinerzhagen 1984. ISBN 3-88913-081-X
  • Jürgen Kaiser: Blankenheim St. Mariä Himmelfahrt. Regensburg 2005. ISBN 3-7954-6547-8
  • Peter Neu: Blankenheim. In: Rheinischer Städteatlas. Lieferung II Nr. 11, Bonn 1974. ISBN 3-7928-0361-5
  • Karl Otermann: Die Heimat erhellen. Ein Jahrzehnt im Dienste der geschichtlichen Heimatkunde von Blankenheim, Blankenheimerdorf und Umgebung. Gesammelt und neu herausgegeben von Peter Baales. Blankenheimerdorf 2004.
  • Hans Peter Schiffer: Heimat an der Oberahr. Geschichte und Volkskunde aus der Gemeinde Blankenheim. Kall 1998.
  • Johann Vossen: So wars bei uns, Eifelgeschichten von der Oberahr, Blankenheimerdorf 1996
  • Ernst Wackenroder: Die Kunstdenkmäler des Kreises Schleiden, Düsseldorf 1932, S. 48-88

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Blankenheim (Ahr) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 3. September 2014. (Hilfe dazu)
  2.  Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 99f.
  3. Gemeinde Blankenheim. Europawahl / Kommunalwahlen 2014. 25. Mai 2014, abgerufen am 4. November 2014.
  4. Hauptsatzung der Gemeinde Blankenheim, § 2. Abgerufen am 31. Dezember 2012.