Blasius von Sebaste

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St. Blasius auf einem Altar von Hans Memling

Blasius von Sebaste († um 316) war Bischof von Sebaste, dem heutigen Sivas (Türkei). Er starb als Märtyrer während einer Christenverfolgung. In der katholischen und orthodoxen Kirche wird er als Heiliger verehrt; er zählt zu den Vierzehn Nothelfern. Der Name leitet sich vermutlich von lat. blaesus = das Lispeln ab, also in etwa: Der Lispler, oder von der latinisierten Form des griechischen Namens basilios (altgr. basíleios) = der Königliche. Der christliche Name bedeutet „auf den Namen des Christkönigs (Jesus Christus) getauft.“

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Legende

Die ursprünglich in griechischer Sprache aufgezeichnete Heiligenlegende Vita Blasii beschreibt sein Leben und Martyrium.

Bevor Blasius Bischof wurde, soll er Arzt in Sebaste gewesen sein. Seine unermüdliche Hilfsbereitschaft und Toleranz allen Menschen gegenüber, ob arm, ob reich, ob Christ oder Heide, sollen ihm zur Wahl zum Bischof verholfen haben. Zahlreiche Legenden haben seine Heilkraft zum Thema. Die bekannteste Erzählung berichtet, dass er während seiner Gefangenschaft in einem römischen Gefängnis einem jungen Mann, der an einer Fischgräte zu ersticken drohte, das Leben rettete.

Bevor er zum Bischof ernannt wurde, floh Blasius während einer Christenverfolgung des Kaisers Licinius[1] in eine Höhle des argeischen Gebirges (?), wo er mit den Tieren des Waldes lebte, sich um sie kümmerte, wenn sie verletzt waren, und sie aus Fallen befreite. Bei einer Jagd wurde er entdeckt und gefangen genommen. Der Statthalter Agricola versuchte, ihn mit Versprechungen zum Abfall vom Glauben zu bringen. Als Blasius ablehnte, ließ man ihn mit Stöcken schlagen, mit Striegeln oder einer eisernen Hechel quälen. Nach der Folter fragte ihn der Statthalter „Willst du nun unsere Götter anbeten?“ Blasius antwortete: „Ich fürchte dich nicht, tu was du willst, aber ich werde meinem Herrn und Gott treu bleiben.“ Da hieß ihn der Statthalter in einen Teich werfen. Blasius schlug das Kreuz über dem Wasser, das fest wie gutes Erdreich wurde und er stand und rief seinen Peinigern zu: „Wenn eure Götter wahre Götter sind, so will ich ihre Macht sehen. Gehet her zu mir auf dem Wasser“. Das versuchten 65 Mann, aber sie ertranken. Vor der Hinrichtung betete Blasius, dass alle, die ein Übel an der Kehle oder sonst ein Siechtum hätten, Erhörung fänden, wenn sie in seinem Namen um Gesundung bäten. Eine Stimme vom Himmel gewährte ihm die Bitte. Mit zwei Gefährten wurde er enthauptet.

[Bearbeiten] Rezeption

Blasius wurde im Spätmittelalter zum Schutzpatron der Halskranken, Ärzte, Bäcker und weiterer Berufe. An seinem Namenstag am 3. Februar wird - mit zwei gekreuzten oder drei ineinandergeflochtenen Kerzen vom Fest Darstellung des Herrn (früher: Mariä Lichtmess) am 2. Februar - der Blasiussegen erteilt. Der Pfarrer spricht: „Auf die Fürsprache des heiligen Blasius bewahre dich der Herr vor Halskrankheit und allem Bösen. Es segne dich Gott, der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. Amen.“[2]

[Bearbeiten] Gedenktag

Wetterregel:

  • „St. Blasius stößt dem Winter die Hörner ab“.

[Bearbeiten] Schutzpatron

972 hat man den Kopf des hl. Blasius als wertvolle Reliquie nach Dubrovnik gebracht, wo sie mit weiteren Körperteilen (beide Arme, ein Bein und eine Halsreliquie) aufwändig in Gold gefasst im Dommuseum zu besichtigen ist. Seitdem ist er der Schutzpatron der kroatischen Stadt, wo man ihn sveti Vlaho nennt (sonst kroatisch: sv. Blaž). Er gilt auch als Schutzpatron der Ärzte, Musikanten, Bauleute, Maurer, Gipser, Gerber, Schuhmacher, Schneider, Strumpfwirker, Weber, Wollhändler, des Viehs, hilft gegen Halsbeschwerden, Blasenleiden, Blutungen, Zahnschmerzen, Geschwüre, Pest und für eine gute Beichte. Er ist einer der Vierzehn Nothelfer.[3]

[Bearbeiten] Darstellung

Der hl. Blasius wird häufig als Bischof mit Stab und Mitra mit zwei gekreuzten oder drei ineinandergeflochtenen Kerzen dargestellt. Die Kerze geht auf folgende Legende zurück: Ein Wolf raubte einst das Schwein einer armen Frau. Durch Blasius’ Gebet erhielt die Frau das Schwein zurück. Zum Dank brachte sie Kopf und Füße des Schweins mit Früchten und einer Kerze zu Blasius.

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Hl. Blasius – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

[Bearbeiten] Anmerkungen

  1. Dies scheint eine spätere Verirrung zu sein, denn unter Licinius fanden keine Christenverfolgungen statt. Blasius kam vermutlich eher in der Christenverfolgung Diokletians um, so etwa Bautz, in: BBKL, Bd. 1, Sp. 616.
  2. Kath.net: Heil und Heilung - Blasius als Vorbild und Fürbitter 3. Februar 2007
  3. http://www.heiligenlexikon.de/BiographienB/Blasius.htm


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