Blasius von Sebaste

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St. Blasius auf einem Altar von Hans Memling (1491) in Lübeck

Blasius von Sebaste (französisch und englisch: Saint Blaise; spanisch: San Blas; portugiesisch: São Brás; italienisch: San Biagio) († um 316) war Bischof von Sebaste, dem heutigen Sivas im Nordosten der Türkei. Sebaste war die Hauptstadt der römischen Provinz Armenien. Blasius starb als Märtyrer während einer der Christenverfolgungen des römischen Reiches. In der katholischen und orthodoxen Kirche wird er als Heiliger verehrt; er zählt zu den vierzehn Nothelfern. Sein Gedenktag ist im allgemeinen römischen Kalender der katholischen Kirche der 3. Februar (nichtgebotener Gedenktag), in den orthodoxen Kirchen der 11. Februar.

Name[Bearbeiten]

Der Name leitet sich vermutlich entweder von lat. blaesus = das Lispeln ab, also in etwa: Der Lispler, oder von der latinisierten Form des griechischen Namens basilios (altgr. basíleios) = der Königliche, der „auf den Namen des Christkönigs (Jesus Christus) Getaufte.“

Überlieferung[Bearbeiten]

Die ursprünglich in griechischer Sprache aufgezeichnete Heiligenvita Vita Blasii beschreibt sein Leben und Martyrium. Bevor Blasius Bischof wurde, soll er Arzt in Sebaste gewesen sein. Seine unermüdliche Hilfsbereitschaft und Toleranz allen Menschen gegenüber, ob arm, ob reich, ob Christ oder Heide, sollen ihm zur Wahl zum Bischof verholfen haben. Zahlreiche Legenden haben seine Heilkraft zum Thema. Die bekannteste Erzählung berichtet, dass er während seiner Gefangenschaft in einem römischen Gefängnis einem jungen Mann, der an einer Fischgräte zu ersticken drohte, das Leben rettete. Deshalb wird er gegen Halsleiden angerufen (Blasiussegen seit dem 16. Jahrhundert).

Bevor er zum Bischof ernannt wurde, floh Blasius während einer Christenverfolgung des Kaisers Licinius[1] in eine Höhle des argeischen Gebirges, wo er mit den Tieren des Waldes lebte, sich um sie kümmerte, wenn sie verletzt waren, und sie aus Fallen befreite. Bei einer Jagd wurde er entdeckt und gefangengenommen. Der Statthalter Agricola versuchte, ihn mit Versprechungen zum Abfall vom Glauben zu bringen. Als Blasius ablehnte, ließ man ihn mit Stöcken schlagen, mit Striegeln oder einem eisernen Wollkamm quälen. Nach der Folter fragte ihn der Statthalter „Willst du nun unsere Götter anbeten?“ Blasius antwortete: „Ich fürchte dich nicht, tu was du willst, aber ich werde meinem Herrn und Gott treu bleiben.“ Da ließ ihn der Statthalter in einen Teich werfen. Blasius schlug das Kreuz über dem Wasser, das fest wie gutes Erdreich wurde und er stand und rief seinen Peinigern zu: „Wenn eure Götter wahre Götter sind, so will ich ihre Macht sehen. Gehet her zu mir auf dem Wasser“. Das versuchten 65 Mann, aber sie ertranken. Vor der Hinrichtung betete Blasius, dass alle, die ein Übel an der Kehle oder sonst ein Siechtum hätten, Erhörung fänden, wenn sie in seinem Namen um Gesundung bäten. Eine Stimme vom Himmel gewährte ihm die Bitte. Mit zwei Gefährten wurde er enthauptet.

Verehrung[Bearbeiten]

Im Jahr 972 brachte man den Kopf des hl. Blasius als wertvolle Reliquie nach Dubrovnik, wo sie sich, in Gold gefasst, mit weiteren Reliquien (beide Arme, ein Bein und eine Halsreliquie) im Dommuseum befindet. Der hl. Blasius ist Schutzpatron der kroatischen Stadt, wo man ihn sveti Vlaho nennt (sonst kroatisch: sv. Blaž). Er gilt auch als Schutzpatron der Ärzte, Kämmler, Blasmusikanten, Bauleute, Maurer, Gipser, Gerber, Schuhmacher, Schneider, Strumpfwirker, Weber, Wollhändler, der wilden Tiere. Er wird gegen Halsbeschwerden, Blasenleiden, Blutungen, Zahnschmerzen, Geschwüre, Pest angerufen und um eine gute Beichte. Er ist einer der vierzehn Nothelfer.[2]

Blasius wurde im Spätmittelalter zum Schutzpatron der Halskranken, Ärzte, Bäcker und weiterer Berufe. An seinem Gedenktag wird mit zwei gekreuzten oder ineinandergeflochtenen Kerzen der Blasiussegen erteilt.

Mehrere Orte und eine Vielzahl von Kirchen und Hospitälern tragen seinen Namen – z. B. Sankt Blasien im südlichen Schwarzwald, L’Hôpital-Saint-Blaise in den französischen Pyrenäen, San Blas an der Pazifikküste Mexikos u. v. a..

Darstellung[Bearbeiten]

Der hl. Blasius wird häufig im Gewand eines Bischofs mit Stab und Mitra mit zwei gekreuzten oder ineinandergeflochtenen Kerzen dargestellt. Die Kerze geht auf folgende Legende zurück: Ein Wolf verschleppte einst das Schwein einer armen Frau. Durch Blasius’ Gebet erhielt die Frau das Schwein zurück. Zum Dank brachte sie Kopf und Füße des Schweins mit Früchten und einer Kerze zu Blasius.

Wetterregel[Bearbeiten]

  • „St. Blasius stößt dem Winter die Hörner ab“.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Hl. Blasius – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Dies scheint eine spätere Verirrung zu sein, denn unter Licinius fanden keine Christenverfolgungen statt. Blasius kam vermutlich eher in der Christenverfolgung Diokletians um, so etwa Bautz, in: BBKL, Bd. 1, Sp. 616.
  2. http://www.heiligenlexikon.de/BiographienB/Blasius.htm