Blassfuchs

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Blassfuchs
Keulemans pale fox.png

Blassfuchs (Vulpes pallida)

Systematik
Ordnung: Raubtiere (Carnivora)
Überfamilie: Hundeartige (Canoidea)
Familie: Hunde (Canidae)
Tribus: Echte Füchse (Vulpini)
Gattung: Vulpes
Art: Blassfuchs
Wissenschaftlicher Name
Vulpes pallida
(Cretzschmar, 1827)

Der Blassfuchs (Vulpes pallida) ist eine Art der Echten Füchse (Vulpini). Er ist in Afrika in den Halbwüstengebieten südlich der Sahara verbreitet.

Merkmale[Bearbeiten]

Der Blassfuchs ähnelt dem im südlichen Afrika vorkommenden Kapfuchs. Die Beine und Ohren sind ziemlich lang, letztere an den Spitzen abgerundet. Die Grundfarbe ist blass-beige, Beine und gelegentlich auch der Rücken sind rötlichbraun. Unterseite, Gesicht und Ohrinnenseiten sind heller, manchmal fast weiß. Im Unterschied zum etwa gleich großen Rüppellfuchs (Vulpes ruepelli) besitzt der Blassfuchs eine schwarze Schwanzspitze. Die Zahnformel ist 3/3-1/1-4/4-2/3=42. [1]

Er erreicht eine Schulterhöhe von 25 Zentimetern und eine Kopf-Rumpf-Länge von 45 Zentimetern. Sein Körpergewicht beträgt etwa 2 bis 3,6 Kilogramm.[1]

Blassfüchse sind gut an den Lebensraum angepasst. Sie vertragen gut die in Trockenzeiten vorkommende große Hitze und brauchen kaum Wasser. Flüssigkeit gewinnen sie wohl aus den gefressenen Früchten und Beutetieren. Ganz ohne Wasser kommen sie allerdings nicht aus.[1]

Verbreitungsgebiet[Bearbeiten]

Verbreitungsgebiet des Blassfuchses

Das Verbreitungsgebiet des Blassfuchses liegt in den Halbwüstengebieten des nördlichen Afrika südlich der Sahara. Es erstreckt sich vom Atlantik bis zum Roten Meer und entspricht in etwa der Sahelzone und den südlich angrenzenden trockeneren Teilen des Geographischen Sudan. Dabei beinhaltet es Teile der Staaten Mauretanien, Mali, des Senegal, Gambia, Nigeria, Niger, Burkina Faso, Benin, Kamerun, des Tschad, Sudan und Südsudan, Äthiopien und Eritrea.[2]

Lebensweise[Bearbeiten]

Der Blassfuchs bewohnt trockene Savannen und Halbwüsten und dringt gelegentlich bis in echte Wüsten vor. Anscheinend lebt er in kleinen Familiengruppen zusammen, die aus einem züchtenden Paar und dessen Nachkommen bestehen.

Die nachtaktiven Tiere verbringen den Tag in selbst gegrabenen Erdhöhlen, die bis zu 15 m lang sein können, 2-3 m in die Tiefe gehen und die von mehreren Tieren bewohnt werde. Ein Wurf umfasst 3-4 Welpen. Die Tragezeit liegt zwischen 51 und 53 Tagen. Auffällig sind die gut entwickelten Backenzähne was auf ihre Nahrung Rückschlüsse zulässt: sie fressen wohl überwiegend Beeren, Melonen und andere Pflanzenteile aber auch bodennistende Vögel, kleinere Tiere und Aas.[1]

Systematik[Bearbeiten]

Phylogenetische Systematik der Gattung Vulpes[3]
 Vulpes 


 Kapfuchs (V. chama)


     

 Bengalfuchs (V. bengalensis)


     

 Blassfuchs (V. pallida)



     


 Afghanfuchs (V. cana)


     

 Fennek (V. zerda)



     


 Kitfuchs (V. macrotis)


     

 Polarfuchs (V. lagopus)



     


 Steppenfuchs (V. corsac)


     

 Tibetfuchs (V. ferrilata)



     

 Rotfuchs (V. vulpes)


     

 Rüppellfuchs (V. rueppelli)







Die wissenschaftliche Erstbeschreibung des Blassfuchses stammt von Philipp Jakob Cretzschmar aus dem Jahr 1827. Er wird heute gemeinsam mit elf weiteren Arten in die Gattung Vulpes eingeordnet.[4] Auf der Basis von morphologischen und molekularbiologischen Daten wurde er von Binninda-Emonds et al. 1999 in eine gemeinsame Gruppe mit dem Kapfuchs (V. chama) und dem Bengalfuchs (V. bengalensis) eingeordnet und den restlichen Arten der Füchse als Schwestergruppe gegenübergestellt.[3]

Neben der Nominatform Vulpes pallida pallida werden 5 Unterarten beschrieben, von denen die unteren 4 anerkannt sind:

  • Vulpes pallida cyrenaica
  • Vulpes pallida Sudab von Korbofan bis Dongalo
  • Vulpes pallida edwardsi Mali und Senegal
  • Vulpes pallida harterti Nordnigeria bis Air in Niger
  • Vulpes pallida oertzeni Nigeria, Nordkamerun, Tschad bisLybien im Norden und sudanische Darvoprovinz im Süden. [1]

Bedrohung und Schutz[Bearbeiten]

Die International Union for Conservation of Nature and Natural Resources (IUCN) stuft die Art als „nicht gefährdet“ (Least concern) ein, da eine akute Bedrohung für die Bestände nicht angenommen wird.[2] Dabei wird darauf hingewiesen, dass es keine detaillierten Informationen zur Bestandsgröße gibt, die Größe des Verbreitungsgebiet sowie fehlende Bedrohungen für den Gesamtbestand jedoch keine Einstufung in eine Gefährdungskategorie nahelegen.[2]

Belege[Bearbeiten]

  1. a b c d e  Claudio Sillo, Udo Gansloßer, Claudio Silleo-Zubiri (Hrsg.): Wilde Hunde. Bd., Filander Verlag, 2006, ISBN 3-930831-63-5, Der Blassfuchs, S. 161ff.
  2. a b c Vulpes pallida in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2012.2. Eingestellt von: C. Sillero-Zubiri, T. Wacher, 2008. Abgerufen am 1. April 2013
  3. a b O.R.P. Binninda-Emonds, J.L. Gittleman, A. Purvis: Building large trees by combining phylogenetic information: a complete phylogeny of the extant carnovora (Mammalia). Biological Reviews of the Cambridge Philosophical Society 74, 1999; S. 143–175.
  4. Don E. Wilson & DeeAnn M. Reeder (Hrsg): Vulpes pallida in Mammal Species of the World. A Taxonomic and Geographic Reference (3rd ed).

Literatur[Bearbeiten]

  • Ronald M. Nowak: Walker's Mammals of the World. Johns Hopkins University Press, 1999 ISBN 0-8018-5789-9
  • Chris & Tilde Stuart: Field Guide to the Larger Mammals of Afrika. Struik, 2000, ISBN 1-86872-534-0
  • Jean Dorst & Pierre Dandelot: Säugetiere Afrikas. Verlag Paul Parey, 1970, ISBN 3-490-01018-3

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Vulpes pallida – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien