Blauaugentäubchen

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Blauaugentäubchen
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Blauaugentäubchen (Columbina cyanopis)

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Taubenvögel (Columbiformes)
Familie: Tauben (Columbidae)
Gattung: Columbina
Art: Blauaugentäubchen
Wissenschaftlicher Name
Columbina cyanopis
(Pelzeln, 1870)

Das Blauaugentäubchen (Columbina cyanopis) ist eine seltene Taubenart aus Brasilien. Sie wird der Gattung der Columbina aus der Unterfamilie der Amerikanischen Kleintauben zugerechnet.

Beschreibung[Bearbeiten]

Das Blauaugentäubchen erreicht eine Länge von 15,5 bis 17 Zentimetern. Sie ist damit nur wenig größer als eine Diamanttaube, allerdings ist ihr Schwanz etwas kürzer und stärker abgestuft.[1]

Kopf, Nacken, Brust, Bürzel und Flügel sind rostbraun. Der Mantel und die restliche Unterseite zeigen ein helles Braun. Kehle und Steiß sind weißlich. Die Flügel weisen dunkelblaue Flecken auf. Die äußeren Handschwingen sind dunkelbraun. Der Schwanz ist schwärzlich. Die Unterflügeldecken sind kastanienbraun. Die Iris ist blau und von einem grauen Augenring umgeben. Der Schnabel ist schwarz mit einer grauen Basis. Die Füße sind rosa. Die Weibchen sind heller als die Männchen.

Lebensweise[Bearbeiten]

Das Blauaugentäubchen ist bisher nur wenig erforscht. Es bewohnt die Cerrado-Steppe. Gelegentliche Beobachtungen gab es früher auch in abgeernteten Reisfeldern. Das Blauaugentäubchen ist territorial und tritt einzeln oder in Paaren auf.

Status[Bearbeiten]

In den Jahren 1823 bis 1825 fing Josef Natterer die ersten fünf Exemplare in Mato Grosso. 1904 gab es einen Nachweis aus São Paulo. Ein weiterer historischer Nachweis stammt aus den Jahren 1940 und 1941, als zwei Exemplare in Goiás gesammelt wurden. Die Sichtungen in jüngster Zeit sind alle unbestätigt. Zwei Beobachtungen waren während der 1980er Jahre im Reservat Serra das Araras und bei Cuiabá im Bundesstaat Mato Grosso. Eine letzte Sichtung soll es im Oktober 1992 bei Campo Grande im Bundesstaat Mato Grosso do Sul gegeben haben. Die größte Gefährdung stellt die Umwandlung der Cerrado-Steppe in Eukalyptus-Plantagen und in Weideland dar. BirdLife International schätzt den Bestand auf zwischen 50 und 250 Exemplare.

Belege[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Rösler, S. 203

Literatur[Bearbeiten]

  • Joseph A. Tobias, Stuart H. M. Butchart und Nigel J. Collar: Lost and found: a gap analysis for the Neotropical avifauna. (Online; PDF; 540 KB)
  • Gerhard Rösler: Die Wildtauben der Erde – Freileben, Haltung und Zucht, Verlag M. & H. Schaper, Alfeld-Hannover 1996, ISBN 3-7944-0184-0

Weblinks[Bearbeiten]