Blauer Antennenwels

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Blauer Antennenwels
Systematik
Ordnung: Welsartige (Siluriformes)
Überfamilie: Loricarioidea
Familie: Harnischwelse (Loricariidae)
Unterfamilie: Ancistrinae
Gattung: Antennen-Harnischwelse (Ancistrus)
Art: Blauer Antennenwels
Wissenschaftlicher Name
Ancistrus dolichopterus
Kner, 1854

Der Blaue Antennenwels (Ancistrus dolichopterus) ist ein Süßwasserzierfisch aus der Gattung der Antennen-Harnischwelse. Synonyme sind Hypostoma punctatum (Jardine 1841) und Xenocara dolichoptera (Kner 1854). Trotz des deutschen Artnamens gehören die Tiere nicht zur Familie der Antennenwelse (Pimelodidae).

Als Aquarienfisch wurde der Blaue Antennenwels 1911 von zwei Hamburger Importeuren nach Deutschland gebracht. Er wird auch mit der L-Nummer "L 183" definiert. Rainer Stawikowski, Arthur Werner und Uli Schliewen führten im Jahr 1988 das Code-System der L-Nummern wegen der Mannigfaltigkeit und Unüberschaubarkeit importierter, aber noch nicht wissenschaftlich erstbeschriebener Antennen-Harnischwelse ein, um diese für Aquarianer eingeführten Taxa vorläufig zu ordnen und zu definieren. Das "L" leitet sich von der Familienbezeichnung Loricariidae (Harnischwelse) her, die Nummer bezieht sich auf die Reihenfolge der Veröffentlichung in der DATZ.[1]

Merkmale[Bearbeiten]

Er kann eine Größe von 13 cm bis 15 cm erreichen, wobei die Weibchen etwas kleiner bleiben. Er hat eine Lebenserwartung von etwa 10 bis 15 Jahren. Die Grundfarbe ist ein dunkles Schwarz, das im Alter leicht verblasst. Der gesamte Körper ist von kleinen weißen Punkten übersät. Die Rücken- und Schwanzflosse haben einen weißen Saum, der im Gegensatz zum sehr ähnlichen Ancistrus sp. L181 (L-Nummer) meist nicht verblasst. Auch kann man den Ancistrus dolichopterus anhand der 8-9 Weichstrahlen der Rückenflosse von anderen Ancistren mit meist 7 Weichstrahlen unterschieden. Die Männchen bilden gattungstypisch in Maulnähe ein Geweih aus fleischigen Fortsätzen aus, das auch bis auf die Stirn wächst. Die Weibchen von Ancistrus dolichopterus haben auch Auswüchse, allerdings wesentlich kleiner und nur um das Maul herum. Deswegen ist eine Unterscheidung der Geschlechter erst ab einer gewissen Größe möglich.

Lebensraum[Bearbeiten]

Er ist beheimatet im Rio Negro, einem Nebenfluss des Amazonas in Südamerika. Typisch für diesen Fluss ist das Schwarzwasser, welches klar, aber durch Gerbstoffe bernsteinfarben bis dunkelbraun ist. A. dolichopterus bevorzugt sehr weiches Wasser mit einem niedrigen pH-Wert und Temperaturen von 26 bis 29 °C.

Nahrung[Bearbeiten]

Er ist ein Aufwuchsfresser. Seine Nahrung raspelt er hauptsächlich mit den Zähnen von glatten Oberflächen wie Steinen und Holz ab. Er nimmt sowohl pflanzliche als auch tierische Nahrung zu sich. In Gefangenschaft ist eine Fütterung mit Frostfutter, Gemüse (Gurke, Paprika, Zucchini) und speziellen Welschips erfolgreich.

Fortpflanzung[Bearbeiten]

Wie alle Antennenwelse laicht er in Höhlen und unter Wurzeln. Die Eier sind etwa 3 mm groß und deutlich orangefarben gefärbt. Das Weibchen legt bis zu 90 Eier in Gelegeballen. Das Männchen betreibt Brutpflege und befächelt das Gelege ständig mit Frischwasser. Hat sich ein Pärchen erst gefunden, laicht das Weibchen unter guten Bedingungen alle 21 Tage. Die Jungen schlüpfen nach ca. 5 Tagen. Nach etwa 14 Tagen hat sich der Dottersack zurückgebildet.

Gefährdungssituation[Bearbeiten]

Die Weltnaturschutzunion IUCN führt den Antennenwels in der Roten Liste gefährdeter Arten unter Least Concern, er gilt also nicht als gefährdet.[2].

Verwandtschaft[Bearbeiten]

Die Tiere sind nur schwer vom ähnlichen Ancistrus sp. L 181 zu unterscheiden. Nur die Anzahl der Weichstrahlen der Rückenflosse und der verschwindende weiße Saum des L 181 lässt eine Unterscheidung zu. Es wird vermutet, dass es Hybriden beider Arten gibt. Tiere mit acht Weichstrahlen und eher spät verblassenden Säumen legen diese Vermutung nahe.

Allen Antennen-Harnischwelsen gemein sind die typischen geweihförmigen Auswüchse auf der Stirn der männlichen Tiere.

In der Aquaristik wird unter dieser Artbezeichnung meist eine andere Ancistrus-Art oder -Hybride gepflegt und vermehrt.[3]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.l-welse.com/reviewpost/showproduct.php/product/197
  2. Ancistrus dolichopterus in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2009. Eingestellt von: Reis, R & Lima, F., 2007. Abgerufen am 6. März 2010
  3. http://www.zierfischverzeichnis.de/klassen/pisces/siluriformes/loricarridae/L183.htm

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Blauer Antennenwels – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien