Blauer Wildbacher

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Blauer Wildbacher ist eine alte Rotweinsorte. Erstmals nachgewiesen ist sie im 16. Jahrhundert. Sie wird vor allem in Österreich kultiviert, insbesondere im Weinbaugebiet Weststeiermark.[1] Dort wird aus ihr der roséfarbene Schilcher hergestellt. Trotz seiner hellroten Farbe zählt der Schilcher wegen der Art der Vergärung zu den Rotweinen.[2][3] In Deutschland gibt es ein Projekt der Forschungsanstalt Geisenheim zur Wiederauspflanzung in Heppenheim im Weinbaugebiet Hessische Bergstraße. Es existieren mehrere, vermutlich vier verschiedene Typen der Traube, die größere genetische Unterschiede aufweisen, deren nähere Untersuchung noch nicht abgeschlossen ist.

Untersuchungen von Ferdinand Regner von der Höheren Bundeslehranstalt und Bundesamt für Wein- und Obstbau in Klosterneuburg legen eine Abstammung vom Heunisch nah.

Beschreibung[Bearbeiten]

Die Traube braucht warme, luftige Lagen, da sie fäulnisanfällig ist. Es ist eine spätreifende Sorte mit mittlerem Ertrag. Bevorzugt Gneis- und Schieferböden.

Synonyme[Bearbeiten]

Die Rebsorte Blauer Wildbacher ist auch unter den Synonymen Blauer Gräutler, Blauer Greutler, Blauer Kracher, Dioljak, Divljak, Echter blauer Wildbacher, Echter Wildbacher blau, Frühblaue, Frühblauer Wildbacher, Gräutler, Großer Mauserl, Großes Mauserl, Gutblaue, Kleinblaue, Kräutler blau, Mali zherni, Maslerl, Mauserl, Pticnik crni, Ptinik crni, Schilchertraube, Schillertraube, Schlechte Kauka, Schlehenolauer Wildbacher, Später blauer Wildbacher, Tizhnik, Vildbasske, Vranek, Wildbacher, Wildbacher nero und Willbacher bekannt.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Österreichische Weinmarketingserviceges.m.b.H. (ÖWM): Dokumentation Österreichischer Wein 2007. Wien 2008 (Link zum Download, abgerufen am 19. August 2012).
  2. Sortenbeschreibung auf der Website der Schilcherstadt Deutschlandsberg abgerufen am 3. Jänner 2014
  3. Österreichischer Weinführer von Rudolf Steurer, Verlag Ueberreuter, ISBN 3-8000-9042-2, S. 104

Weblinks[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Pierre Galet: Dictionnaire encyclopédique des cépages. 1. Auflage. Hachette Livre, 2000, ISBN 2-0123-6331-8.
  •  Klaus Egle: Der Österreichische Wein.. Verlag Pichler, Wien 2007, ISBN 978-3-85431-403-5.
  •  Helmut Romé: Die großen Weine Österreichs.. Verlag Seewald, Stuttgart-Degerloch 1979, ISBN 3-512-00558-6.
  •  Jancis Robinson (Hrsg.): Das Oxford Weinlexikon. Hallwag, Gräfe und Unzer, München 2006, ISBN 978-3-8338-0691-9.
  •  György Sebestyén: Das große österreichische Weinlexikon. Verlag Fritz Molden, Wien, München, Zürich, Innsbruck 1978.