Blaukehl-Sternkolibri

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Blaukehl-Sternkolibri
Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Seglervögel (Apodiformes)
Familie: Kolibris (Trochilidae)
Unterfamilie: Eigentliche Kolibris (Trochilinae)
Gattung: Tilmatura
Art: Blaukehl-Sternkolibri
Wissenschaftlicher Name der Gattung
Tilmatura
Reichenbach, 1854
Wissenschaftlicher Name der Art
Tilmatura dupontii
(Lesson, 1832)

Die Blaukehl-Sternkolibri (Tilmatura dupontii) oder manchmal auch Dupontkolibri ist eine Vogelart aus der Familie der Kolibris (Trochilidae). Die Art hat ein großes Verbreitungsgebiet, das etwa 290.000 Quadratkilometer in den mittelamerikanischen Ländern Mexiko, Guatemala, El Salvador, Honduras und Nicaragua umfasst. Der Bestand wird von der IUCN als nicht gefährdet (Least Concern) eingeschätzt.

Merkmale[Bearbeiten]

Der männliche Blaukehl-Sternkolibri erreicht eine Körperlänge von etwa 9 bis 10 Zentimetern, während das Weibchen mit circa 6,5 bis 7,5 Zentimetern etwas kleiner ist. Der gerade, schwarze Schnabel ist etwa so groß wie der Kopf. Männchen und Weibchen unterscheiden sich sehr. Der gegabelte Schwanz des Männchens ist relativ lang. Die Kehle glänzt blau bis violett-blau. Die Krone und um die Ohren (aurikular) sind grün. Postokular (hinter den Augen) befindet sich ein weißer Fleck. Der Nacken und das Oberteil sind grün mit quadratischen Flecken auf der Seite und am Rumpf. Die Brust bildet ein weißes Band unterhalb der Kehle. Der Rest des Unterteils ist dunkelgrün. Die äußeren Steuerfedern des schwarzen Schwanzes sind weiß gepunktet und weist rotbraune Streifen auf. Das Weibchen hat eine geteilten und auf beiden Seiten abgerundeten Schwanz. Das Gesicht, der Hals und Unterteil sind zimtfarben bis blass zimtfarben mit einem dunklen Strich nahe der Augen. Dazu kommt ein blasser postokularer Flecken. Die Krone, der Nacken und das Oberteil sind wie beim Männchen grün. Seitlich zieren weiße Flecken das Gefieder. Die inneren Steuerfedern sind grün, die äußeren schwarz und mit weißen sowie zimtfarbenen Flecken durchzogen.

Habitat[Bearbeiten]

Verbreitungsgebiet des Blaukehl-Sternkolibris

Der Kolibri bewegt sich bevorzugt in feuchten bis halbariden Waldrändern, gestrüppartiger Sekundärvegetation und armseligem Waldland, das oft aus Eichenbäumen besteht. Man findet ihn in Höhen zwischen 750 und 2500 Metern. So kann man den Vogel von Zentral- und Südmexiko, über die Hochebenen Guatemalas, El Salvadors und Honduras sowie im Norden Nicaraguas beobachten.

Verhalten[Bearbeiten]

Zur Fütterung schwebt er langsam Bienen gleich vor der Blüte. Während der Nahrungsaufnahme stellt er den Schwanz schräg. Dabei bewegt er sich in einer Bandbreite, die vom Boden bis zur Baumkrone reicht. Auf der Jagd nach Insekten macht er zwischen offenen Ästen ausgedehnte Flüge.

Unterarten[Bearbeiten]

Im Moment sind keine Unterarten des Blaukehl-Sternkolibri bekannt. Die Art gilt somit als monotypisch.[1]

Etymologie und Forschungsgeschichte[Bearbeiten]

René Primevère Lesson beschrieb die Art unter dem Namen Ornismya dupontii .[2] Das Typusexemplar stammte aus Mexiko.[3] Erst 1854 wurde sie von Heinrich Gottlieb Ludwig Reichenbach der Gattung Tilmatura zugeschlagen, da Tryphaena, ein Gattungsname der John Gould verwendete, bereits von Ferdinand Ochsenheimer und Georg Friedrich Treitschke besetzt war.[4] »Dupontii« ist sehr wahrscheinlich dem Naturalienhändler, Entomologen und Conchologen Richard-Henry Puech Dupont (1798–1873), einem Bruder von Léonard Puech Dupont (1795–1828) gewidmet.[3][5]

Literatur[Bearbeiten]

  • Steve N. G. Howell, Sophie Webb: A Guide to the Birds of Mexico and Northern Central America, Oxford University Press, 1995, Seite 420ff, ISBN 978-0198540120
  • Ernest Preston Edwards, Edward Murrell Butler: A Field Guide to the Birds of Mexico and Adjacent Areas: Belize, Guatemala, and El Salvador, Third Edition: Belize, Guatemala and El Salvador, University of Texas Press, 1998, Seite 79, ISBN 978-0292720916
  •  James A. Jobling: Helm Dictionary of Scientific Bird Names. Christopher Helm, London 2010, ISBN 978-1-4081-2501-4.
  •  in René Primevère Lesson: Histoire naturelle des oiseaux-mouches, ouvrage orné de planches desinées et gravée par les meilleurs artistes et dédié A S. A. R. Mademoiselle 81 Tafeln (Prêtre, Antoine Germaine Bévalet, Marie Clémence Lesson nach Louis Jean Pierre Vieillot, Antoine Charles Vauthier nach William Swainson, Pancrace Bessa, Elisa Zoé Dumont de Sainte Croix). Arthus Bertrand, Paris 1829 (online, abgerufen am 6. Juli 2014).
  •  René Primevère Lesson: Histoire naturelle des colibris : suivie d'un supplément à l'Histoire naturelle des oiseaux-mouches: ouvrage orné de planches dessinées et gravées par les meilleurs artistes: et dédié A.M. le Baron Cuvier 66 Tafeln (Prêtre, Antoine Germaine Bévalet). Arthus Bertrand, Paris 1830-1832 (online, abgerufen am 5. Juli 2014).
  •  Heinrich Gottlieb Ludwig Reichenbach: Aufzählung der Colibris oder Trochilideen in ihrer wahren natürlichen Verwandtschaft, nebst Schlüssel ihrer Systematik. In: Journal für Ornithologie. Bd. 2 (Extraheft), 1854, S. 1-24 (online, abgerufen am 5. Juli 2014).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Blaukehl-Sternkolibri – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Blaukehl-Sternkolibri – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. IOC World Bird List Hummingbirds
  2. René Primevère Lesson (1832), S. 100
  3. a b René Primevère Lesson (1832), S. 101
  4. Heinrich Gottlieb Ludwig Reichenbach, S. 6
  5. René Primevère Lesson (1829), S. viij. Aus dieser früheren Publikation geht hervor, dass der Bruder von Léonard mit Lesson kommuniziert hatte. Léonard Puech Dupont war zum Zeitpunkt der Publikation bereits verstorben.