Blei(II)-fluorid

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Kristallstruktur
Kristallstruktur von Blei(II)-fluorid
__ Pb2+     __ F
Kristallsystem

orthorhombisch

Allgemeines
Name Blei(II)-fluorid
Andere Namen

Bleidifluorid

Verhältnisformel PbF2
CAS-Nummer 7783-46-2
PubChem 24549
Kurzbeschreibung

farbloser geruchloser Feststoff[1]

Eigenschaften
Molare Masse 245,20 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte
  • 8,24 g·cm−3[1]
  • 7,75 g·cm−3 (β-Form)[2]
Schmelzpunkt

855 °C[1]

Siedepunkt

1290 °C[1]

Löslichkeit

0,671 g·L−1 (20 °C)[3]

Brechungsindex

1,767[4]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus EU-Verordnung (EG) 1272/2008 (CLP) [5]

.

07 – Achtung 08 – Gesundheitsgefährdend 09 – Umweltgefährlich

Gefahr

H- und P-Sätze H: 360Df​‐​302​‐​332​‐​373​‐​410
P: 260​‐​281​‐​304+340​‐​405​‐​501 [1]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [6] aus EU-Verordnung (EG) 1272/2008 (CLP) [5]

.

Giftig Umweltgefährlich
Giftig Umwelt-
gefährlich
(T) (N)
R- und S-Sätze R: 61​‐​20/22​‐​33​‐​62​‐​50/53
S: 53​‐​45​‐​60​‐​61
Toxikologische Daten

3030 mg·kg−1 (LD50Ratteoral)[1]

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen. Brechungsindex: Na-D-Linie, 20 °C

Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche nicht möglich

Blei(II)-fluorid ist eine chemische Verbindung des Bleis aus der Gruppe der Fluoride.

Darstellung[Bearbeiten]

Blei(II)-fluorid kann durch verschiedene Methoden hergestellt werden, so durch Behandlung von Blei(II)-hydroxid oder Blei(II)-salzen (z.B. Blei(II)-carbonat) mit Fluorwasserstoff:[7]

\mathrm{Pb(OH)_2 + 2 \ HF \longrightarrow PbF_2 + 2 \ H_2O}
\mathrm{PbCO_3 + 2 \ HF \longrightarrow PbF_2  + H_2O + CO_2}

Auch die Reaktion von Kaliumfluorid mit einer Blei(II)-nitratlösung ist möglich.[2]

\mathrm{2 \ KF + Pb(NO_3)_2 \longrightarrow PbF_2 + 2 \ KNO_3}

Eigenschaften[Bearbeiten]

Blei(II)-fluorid ist ein farbloser, geruchloser, nicht brennbarer Feststoff, welcher sehr schwer löslich in Wasser ist.[1] In Gegenwart von Salpetersäure oder Nitraten ist die Löslichkeit größer. Die Verbindung tritt in zwei verschiedenen Kristallformen auf. Die orthorhombische α-Form (Bleichloridtyp) wandelt sich oberhalb von 316 °C in die kubische β-Form (Flussspattyp) um.[7]

Verwendung[Bearbeiten]

Blei(II)-fluorid wird in niedrig schmelzenden Gläsern, in Spiegelbeschichtungen für Infrarot und als Katalysator zur Herstellung von Picolin verwendet.[2]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g Eintrag zu CAS-Nr. 7783-46-2 in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 20. Oktober 2010 (JavaScript erforderlich).
  2. a b c Bleiverbindungen (englisch)
  3. NIST-data review 1980
  4. David R. Lide (Ed.): CRC Handbook of Chemistry and Physics. 90th Edition (Internet Version: 2010), CRC Press/Taylor and Francis, Boca Raton, FL, Index of Refraction of Inorganic Crystals, S. 10-247.
  5. a b Nicht explizit in EU-Verordnung (EG) 1272/2008 (CLP) gelistet, fällt aber dort mit der angegebenen Kennzeichnung unter den Sammelbegriff „Bleiverbindungen“; Eintrag aus der CLP-Verordnung zu Bleiverbindungen in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 8. April 2012 (JavaScript erforderlich)
  6. Seit 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Gemischen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse.
  7. a b Brauer, Georg - Handbuch Der Präparativen Anorganischen Chemie Band I, S. 232, ISBN 3-432-02328-6.