Blended Wing Body

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Computermodell eines Blended Wing Body

Der Blended Wing Body (BWB, in englisch etwa für „übergangslose Flügel-Rumpf-Verbindung“) stellt ein alternatives Flugzeugkonzept dar, das Merkmale herkömmlicher Rohr-mit-Flügel-Konzepte mit denen von Nurflüglern verbindet. Er zeichnet sich durch einen abgeflachten, aerodynamisch geformten Rumpf aus, der sich zwar von den Flügeln klar abgrenzen lässt, dessen Form jedoch fließend in die Flügelform übergeht. Der Rumpf hat hierbei einen relevanten Anteil am Auftrieb des Flugzeuges.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Vorläufer für das Konzept Blended Wing Body kann in Hugo Junkers' Nurflügel-Patent von 1910 gesehen werden.[1] Ein frühes Beispiel für ein Flugzeug entsprechend dem BWB-Prinzip stellt die Junkers G 38 dar, in deren „dicken Flügeln“ nicht nur Motoren und Treibstoff, sondern auch je sechs Passagiere untergebracht waren.

Westland Dreadnought

Anfang der 1920er Jahre wurde mit der Westland Dreadnought auch in Großbritannien ein Passagierflugzeug nach diesem Konzept gebaut und geflogen.

Aktuelle Anwendung[Bearbeiten]

X-48B

Aktuell arbeiten Boeing und die NASA unter der Projektbezeichnung X-48 an der Erforschung eines BWB (neuerdings auch als Hybrid Wing Body (HWB) bezeichnet[2]) sowohl für zivile als auch für militärische Zwecke. Hierfür wurden mit der X-48B und X-48C bereits flugfähige 1:12-Modelle zur Erprobung der Flugeigenschaften gebaut.[3]

Vorteile[Bearbeiten]

Mögliche Vorteile dieser Bauart sind:

  • eine höhere Effizienz als herkömmliche Bauarten, die durch einen stärkeren Auftrieb (der gesamte Rumpf erzeugt Auftrieb) und eine bessere Aerodynamik erreicht werden soll
  • weniger Lärm für den Fall, dass die Triebwerke oberhalb des Rumpfes angebracht werden
  • ein geringeres Leergewicht

Nachteile[Bearbeiten]

Mögliche Nachteile dieser Bauweise sind:

  • die stärkeren vertikalen Kräfte, die auf Passagiere und Fracht wirken, die sich bei dieser Bauweise tendenziell weiter von der Längsachse des Flugzeuges entfernt befinden
  • die fehlende oder zumindest stark eingeschränkte Möglichkeit, Seitenfenster für Passagiere anzubringen
  • ein erhöhtes Gewicht und eine erhöhte Komplexität der Flugzeugstruktur, bedingt durch die Schwierigkeit, einen nicht zylinderförmigen Rumpf druckstabil zu konstruieren

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Alexander von Vegesack (Hrsg.): Airworld: Design und Architektur für die Flugreise. Vitra Design Museum, 2004, ISBN 3931936481, S. 120.
  2. X-48C Hybrid Wing Body
  3. NASA Mitteilung 12-259: Transformed X-48c Flies Successfully, englisch