Bletilla

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Bletilla
Bletilla striata

Bletilla striata

Systematik
Ordnung: Spargelartige (Asparagales)
Familie: Orchideen (Orchidaceae)
Unterfamilie: Epidendroideae
Tribus: Arethuseae
Untertribus: Coelogyninae
Gattung: Bletilla
Wissenschaftlicher Name
Bletilla
Rchb.f.

Die Gattung Bletilla aus der Familie der Orchideen (Orchidaceae) besteht aus fünf Pflanzenarten, die in China, Taiwan und Japan verbreitet sind. Bletilla striata wird gelegentlich als Zierpflanze kultiviert.

Beschreibung[Bearbeiten]

Die Arten der Gattung Bletilla wachsen terrestrisch. Aus einem knollenartig verdickten Rhizom entspringen die Wurzeln (das Velamen ist drei bis vier Zellschichten dick) sowie die Sprosse. Diese sind unverdickt oder verdicken sich im Laufe der Vegetationsperiode am unteren Ende zu einer schlanken Pseudobulbe. Jeder Spross trägt zwei bis sechs Blätter. Diese sind linealisch bis lanzettlich geformt und längs der zahlreichen Blattnerven gefaltet. Zwischen Blatt und Spross ist ein Trenngewebe ausgebildet. Der traubige Blütenstand erscheint endständig. Er ist oft zickzackartig hin- und hergebogen und trägt wenige resupinierte Blüten. Die Blütenfarbe ist weiß, rosa oder gelb. Die Blütenblätter sind nicht miteinander verwachsen. Bis auf die Lippe gleichen sich die Blütenblätter in ihrer Form, die inneren sind etwas breiter als die äußeren. Die Lippe ist dreilappig und weist mittig einen Kallus auf. Die Säule ist gebogen, am Rand geflügelt und trägt am Ende das gegenüber der Säulenachse herabgebogene Staubblatt. Acht Pollinien in zwei Vierergruppen sind vorhanden. Die zigarrenförmige Kapselfrucht steht aufrecht.

Die Blüten werden von verschiedenen Insekten besucht, obwohl sie keinen Nektar anbieten. Bei Bletilla striata wurde Tetralonia nipponensis als häufiger Bestäuber beobachtet.

Verbreitung[Bearbeiten]

Die Bletilla-Arten sind in einem breiten Band von Yunnan durch das südliche China verbreitet sowie im angrenzenden Myanmar und Thailand. Nach Osten erstreckt sich das Areal über Taiwan bis ins südliche Korea und Japan. Sie besiedeln Höhenlagen von 500 bis 2000 Meter.

Sie wachsen terrestrisch an wenig beschatteten Stellen, etwa in Grasgesellschaften, in Buschland, in steinigem Gelände oder am Waldrand. Häufig sind sie an Straßenrändern und Böschungen zu finden.

Systematik und botanische Geschichte[Bearbeiten]

Die erste Beschreibung einer Bletilla-Art stammt von Thunberg, der sie 1784 Limodorum striatum nannte - heute wird diese Art Bletilla striata genannt. Rafinesque stellte für diese Pflanzen 1838 die Gattung Jimensia auf. Lindley beschrieb 1847 die Art Bletia gebina - später als identisch mit Bletilla striata erkannt. Reichenbach stellte dann 1853 eine eigene Gattung auf, die er Bletilla, „Kleine Bletia“, nannte. Die Vertreter der Gattungen Bletilla und Bletia sehen sich zwar ähnlich, sind aber nicht näher miteinander verwandt. Obwohl der Name Jimensia älter ist und damit Vorrang hat, wird Bletilla als sogenannter „nomen conservandum“ benutzt.

Die Gattung Bletilla wird in die Untertribus Coelogyninae eingeordnet, wo sie eine basale Gruppe darstellt. Nahe Verwandte werden in den Gattungen Thunia, Dilochia und eventuell Pleione vermutet.[1]

Folgende Arten sind in dieser Gattung bekannt:[2]

Verwendung[Bearbeiten]

Besonders Bletilla striata ist in Mitteleuropa in Kultur zu finden. Die Pflanzen sind an geschützten Standorten winterhart. Ein sonniger bis halbschattiger Standort und lehmiger, nicht austrocknender Boden werden empfohlen.[3]

In Ostasien werden die Rhizome, Stängel und Blätter als Medizin genutzt.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Alec M. Pridgeon, Phillip Cribb, Mark W. Chase (Hrsg.): Genera Orchidacearum. Epidendroideae (Part one). 2. Auflage. Bd 4/1, Oxford University Press, New York/Oxford 2005, ISBN 0-19-850712-7, S. 35–38.
  •  Xinqi Chen, Stephan W. Gale, Phillip J. Cribb: Bletilla. In: Wu Zhengyi, Peter H. Raven (Hrsg.): Flora of China. Bd 25, Missouri Botanical Garden Press, St. Louis 1994, S. 209 (efloras.org).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Cássio van den Berg u a: An overview of the phylogenetic relationships within Epidendreae inferred from multiple DNA regions and recircumsription of Epidendreae and Arethuseae (Orchidaceae). In: American Journal of Botany. Bd 92, Nr. 4, Ohio, ISSN 0002-9122, S. 613–624 (http://www.cassiovandenberg.com/pdfs/2005-vandenbergetal.pdf, abgerufen am 06.03.2008).
  2. World Checklist of Bletilla. In: The Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew.
  3.  Richard Hansen, Friedrich Stahl: Die Stauden und ihre Lebensbereiche. 5. Auflage. Ulmer, Stuttgart 1997, ISBN 3-8001-6630-5, S. 315.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bletilla – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien