Bliesmengen-Bolchen

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49.1533861111117.11385208Koordinaten: 49° 9′ 12″ N, 7° 6′ 50″ O

Bliesmengen-Bolchen
Gemeinde Mandelbachtal
Wappen der ehemaligen Gemeinde Bliesmengen-Bolchen
Höhe: 208 m
Einwohner: 1825
Eingemeindung: 1. Januar 1974
Postleitzahl: 66399
Vorwahl: 06804
Bliesmengen-Bolchen (Saarland)
Bliesmengen-Bolchen

Lage von Bliesmengen-Bolchen im Saarland

Blick aus östlicher Richtung über Bliesmengen-Bolchen, im Hintergrund rechts Blies-Schweyen, Ortsteil von Blies-Guersviller, Lothringen

Blick aus östlicher Richtung über Bliesmengen-Bolchen, im Hintergrund rechts Blies-Schweyen, Ortsteil von Blies-Guersviller, Lothringen

Bliesmengen-Bolchen ist ein Gemeindebezirk der Gemeinde Mandelbachtal. Er besteht aus den ehemals selbstständigen Dörfern Bliesmengen und Bliesbolchen. Der Ort liegt im Saarland in der Bundesrepublik Deutschland.

Geographie[Bearbeiten]

Lage[Bearbeiten]

Bliesmengen-Bolchen, Ortsteil der Gemeinde Mandelbachtal, liegt im südlichen Bliestal im Saarpfalz-Kreis im Saarland. Der Ort liegt an der Blies direkt an der französischen Grenze, und ist mittels einer Fußgängerbrücke über die Blies mit dem Ort Blies-Schweyen verbunden. Die Gemarkung ist stark hügelig und trägt landwirtschaftlichen Charakter.

Klima[Bearbeiten]

Das Klima ist atlantisch beeinflusst. Der durchschnittliche Jahresniederschlag beträgt 786 mm, die regenärmste Zeit liegt in den Frühjahrsmonaten. Die mittlere Jahrestemperatur beträgt 9 °C. Das langjährige Temperaturmittel sinkt selbst im Januar nicht unter 0 °C. Die vorherrschende Windrichtung ist West/Südwest. Das Bioklima ist reizmild bis reizschonend.

Geschichte[Bearbeiten]

Eine erste Nachricht über die Besiedlung dieses Raumes bzw. Aufenthalt von Menschen in der vorrömischen Epoche gibt uns der Fund eines Brandgrabes der Urnenfelderzeit aus der Bronzezeit.

Nachweise über römische Besiedlung auf der Gemarkung von Bliesmengen-Bolchen sind reichlich vorhanden. Bei Bau- und Baggerarbeiten kamen Reste römischer Wohn- und Grabstätten, sowie Münzen und Keramikfunde zum Vorschein. Eine intensive archäologische Grabung wurde bisher aber noch nicht durchgeführt. Auch das Vordringen der merowingisch-fränkischen Siedler im 7. und 8. Jahrhundert in diesem Raum, sowie die Überlagerung der im Land verbliebenen gallo-romanischen Bevölkerungsteile, sind durch Ortsnamen, Patrozinien und insbesondere auch durch archäologische Funde belegt. Die erste urkundliche Erwähnung fand durch die Schenkungserneuerung des Grafen Ludwig von Saarwerden an das Kloster Wörschweiler im Jahre 1180 statt.

Bliesmengen-Bolchen errang beim Bundeswettbewerb Unser Dorf soll schöner werden im Jahre 1969 die Goldplakette.

Am 1. Januar 1974 wurde Bliesmengen-Bolchen in die neue Gemeinde Mandelbachtal eingegliedert.[1]

Religion[Bearbeiten]

Bliesmengen-Bolchen ist größtenteils katholisch. Die katholische Pfarrei St. Paulus gehört zum Pfarrverband Blieskastel des Dekanats Saarpfalz im Bistum Speyer[2]. Die evangelischen Christen gehören zur Protestantischen Kirchengemeinde Ensheim, die über eine Kirche in Ormesheim verfügt, in der mindestens einmal im Monat Gottesdienste stattfinden.

Politik[Bearbeiten]

Ortsrat[Bearbeiten]

Sitzverteilung im Ortsrat[3]:

(Stand: Juli 2009)

Ortsvorsteher[Bearbeiten]

Ortsvorsteherin ist Waltraud Rebmann (CDU)[4].

Gemeindepartnerschaft[Bearbeiten]

Es besteht eine Partnerschaft mit der französischen Gemeinde Sains-Richaumont.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Theater und Museen[Bearbeiten]

Im nahegelegenen Gräfinthal befindet sich die Naturbühne Gräfinthal, getragen vom Kulturverein Bliesmengen-Bolchen. Das vom Heimatverein geführte „Haus der Dorfgeschichte“ beherbergt seit 1998 auf 300 m2 Ausstellungsfläche ein Heimatmuseum.

Bauwerke[Bearbeiten]

Ganz in der Nähe von Bliesmengen-Bolchen befinden sich die Überreste des ehemaligen Wilhelmitenklosters Gräfinthal, gestiftet von der Gräfin Elisabeth von Blieskastel. Das Kloster ist ein Marienwallfahrtsort und beherbergt seit 1993 wieder Benediktiner.

Im Dorf gibt es zwei Kirchen: die alte Dorfkirche „St.Petrus in Ketten“ und die neue Pfarrkirche „St. Paulus“. Der Hochaltar wurde aus der alten Kirche in die neue übertragen. Es handelt sich ursprünglich um den früheren Gnadenaltar aus dem aufgelösten Kloster Gräfinthal, ein Werk des regional bedeutsamen Künstlers Johann Martersteck (auch Madersteck).[5][6] Auf ihm war einst das heute in Blieskastel befindliche Gnadenbild der „Madonna mit den Pfeilen“ aufgestellt.[7]

Südlich des Ortes an der Blies befinden sich geringe Überreste der Burg Mengen, einer Wasserburg aus dem 12. Jahrhundert.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Kirb (Kirchweihfest)
  • Kappensitzung, Senioren-Kappensitzung und Kindermaskenball des Karnevalsvereins „Die Neandertaler“ Bliesmengen-Bolchen e.V.
  • Naturbühne Gräfinthal (Spielzeit zwischen Juni und August)
  • Reiterfest des Reit- und Fahrvereins Bliesmengen-Bolchen e.V.
  • Schleppjagd des Reit- und Fahrvereins Bliesmengen-Bolchen e.V.
  • Klassikertour: Jährlich wird eine „Klassikertour“ veranstaltet, bei der eine Gruppe von Männern zwischen 20 und 65 Jahren diverse Örtlichkeiten mit einem Bus anfahren. Ziel ist eine bessere Verständigung sowie die engere soziale Bindung zwischen den einzelnen Generationen.

Vereine und Verbände[Bearbeiten]

Es existieren ein Fußballverein, ein Schützenverein, ein Karnevalsverein, ein Reit- und Fahrverein, ein Tennisclub, ein Ortsverband des DRK, ein Wanderverein, ein Kulturverein, einen Lauf- und Walkingtreff, ein Jugendclub und eine Freiwillige Feuerwehr.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Bliesmengen-Bolchen ist eine ausgesprochene Wohn- und Pendlergemeinde. Die meisten Berufstätigen arbeiten als Auspendler in Saarbrücken.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Bliestalhalle, Friedhof, Einsegnungshalle, Naturbühne Gräfinthal, Kloster Gräfinthal, Haus Wulfinghoff Gräfinthal, Kath. Pfarrheim, Kath. Bücherei, DRK-Heim, Reitplatz, Festplatz, Turnhalle, Einsegnungshalle, Katholische Kirche St. Paulus, Feuerwehrhaus, Sportheim mit Kunstrasenfußballplatz, Nordic-Walking-Park, Waldfestplatz, Haus der Dorfgeschichte, Schnapsbrennerei, Soldatenfriedhof, Jugendclub

Verkehr[Bearbeiten]

Bliesmengen-Bolchen ist über die L 105 mit den Nachbarorten Bliesransbach und Habkirchen verbunden. In Habkirchen erfolgt die Anbindung an die Bundesstraße 423. Des Weiteren zweigt im Ort die L 238 ab, die mit Ormesheim verbindet. Eine Fußgängerbrücke führt über die Blies in den französischen Nachbarort Blies-Schweyen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Verkehrsverein Mandelbachtal e.V. (Hrsg.): Der Tradition verbunden - Haus der Dorfgeschichte Bliesmengen-Bolchen Mandelbachtal, 4. Auflage 2013
  • Verkehrsverein Mandelbachtal e.V. (Hrsg.): „Wir machen Theater - Die Naturbühne Gräfinthal Mandelbachtal 2009
  • Verkehrsverein Mandelbachtal e.V. (Hrsg.): Die Jakobswege – Historische Pilgerwege durch die Gemeinde Mandelbachtal neu entdecken Mandelbachtal 2009
  • Verkehrsverein Mandelbachtal e.V. (Hrsg.): Die Wappen der Gemeinde Mandelbachtal und ihrer acht Gemeindebezirke Mandelbachtal 2009
  • Verkehrsverein Mandelbachtal e.V. (Hrsg.): Kanutouren auf der Blies Mandelbachtal, 2. Auflage 2013

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bliesmengen-Bolchen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 809.
  2. Bliesmengen-Bolchen, St. Paulus Auf: cms.bistum-speyer.de, abgerufen am 19. Juli 2012
  3. Ortsräte Mandelbachtal (PDF; 263 kB), Auf: www.mandelbachtal.de, abgerufen am 19. Juli 2012
  4. Ortsvorsteher Gemeinde Mandelbachtal (PDF; 176 kB), Auf: www.mandelbachtal.de, abgerufen am 19. Juli 2012
  5. Zu Johann Martersteck
  6. Quelle zum Standort des ehemaligen Gräfinthaler Hochaltares in Bliesmengen
  7. Beschreibung und Foto des Gräfinthaler Hochaltars in der Kirche St. Paul zu Bliesmengen