Bliesransbach

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

49.1651367.087921231Koordinaten: 49° 9′ 54″ N, 7° 5′ 17″ O

Bliesransbach
Wappen von Bliesransbach
Höhe: 195–360 m
Fläche: 8,59 km²
Einwohner: 2396 (31. Dez. 2007)
Eingemeindung: 1. Januar 1974
Postleitzahl: 66271
Vorwahl: 06805
Bliesransbach (Saarland)
Bliesransbach

Lage von Bliesransbach im Saarland

Bliesransbach ist ein Ortsteil der saarländischen Gemeinde Kleinblittersdorf im Regionalverband Saarbrücken. Bis Ende 1973 war Bliesransbach eine eigenständige Gemeinde.

Der Ort wird auch als „Tor zum Bliesgau“ bezeichnet.

Lage[Bearbeiten]

Bliesransbach liegt im südöstlichen Winkel des Stadtverbandes Saarbrücken, im unteren Bliestal auf einem nach Süden geneigten Hang. Dieser Hang gehört zu einem weiten Talkessel, der von der Blies, dem Grenzfluss zu Frankreich, durchflossen wird.

Nachbarorte sind Bliesmengen-Bolchen, Bliesschweyen, Bliesgersweiler, Sitterswald, Auersmacher, Kleinblittersdorf, Bübingen, Fechingen, Eschringen und Ormesheim.

Der Talkessel wurde vor Millionen von Jahren, zur Zeit der Alpenfaltung, von der Blies hufeisenförmig und nur nach Süden offen herausgewaschen. So bleibt dieses Becken der unteren Blies von den Randbergen her gegen allzu raues Wetter abgeschirmt.

Daraus ergibt sich für diese nach Süden offene Landschaft eine spürbar intensivere und wärmendere Sonneneinstrahlung als in anderen Landstrichen.[1][2]

Im Bannbezirk bewirken die Höhenunterschiede vom Blieslauf (195 m über NN) über die mittlere Ostlage (235 m über NN) bis hin zu dem umlaufenden Bergrücken (360 m über NN) verschiedene Kleinklimazonen, die auch als Vegetationszonen erkennbar sind. In den kühlen, feuchten Niederungen der von Pappeln und Weiden umzäunten Blies und ihrer Nebenbäche breiten sich Wiesen und Weiden aus. In den mittleren Höhen bis auf die Berge hinauf wird Ackerbau betrieben. Hier finden wir auch in Ortsnähe die vielen Obstbaumreihen, die bekannten landschaftsprägenden „Streuobstwiesen“, denen das untere Bliestal den Ruf einer „Parklandschaft“ verdankt. Der Wald von Bliesransbach, der schon auf dem Hasselberg begann und bis zur Grenze nach Ormesheim reichte, lieferte in früheren Jahrhunderten das Bau- und Brennholz für die Bewohner.

Geschichte[Bearbeiten]

Diese günstige, siedlungsfreundliche Lage des unteren Bliestals hat immer ihren Reiz auf die Menschen ausgeübt und dazu geführt, dass diese Gegend schon zur Zeit der Vor- und Frühgeschichte besiedelt war.

Schon in der jüngeren Steinzeit (5000–2000 v. Chr.) besiedelten Menschen in nicht geringer Zahl den Bliesgau als Jäger und Ackerbauern. Dies kann man aufgrund zahlreicher Bodenfunde auch für den Bliesransbacher Raum annehmen.

Bliesransbach wurde im Jahre 796 von den reichen und begüterten Widonen, Wido, und seinem Bruder Werner, dem Kloster Hornbach vermacht (die Urkunde hierüber befindet sich im Landesarchiv Speyer).

Im Rahmen der saarländischen Gebiets- und Verwaltungsreform wurde die bis dahin eigenständige Gemeinde Bliesransbach am 1. Januar 1974 der Gemeinde Kleinblittersdorf zugeordnet.[3]

Namensdeutung[Bearbeiten]

Der Name Bliesransbach hat seit seiner schriftlichen Ersterwähnung manchen Wandel erfahren: Ramespach, Rameßbach, Ramilspach, Ramspach, Ranspach, Ransbach oder Ranspach iuxta Mengen (Ransbach bei Mengen, zur Unterscheidung von Heckenransbach bei Puttelange in Lothringen) bis hin zu Bliesransbach. Die Verbindung mit den Flussnamen „Blies“ erfolgte verhältnismäßig spät und wurde erstmals 1658 als „Bliesranspach“ und 1663 als „Blieshonspach“ erwähnt.[4][5]

1434 versetzte Johann von Ruldingen dem Kloster Wörschweiler seine Anteile u.a. an den Dörfern Bolchen, Ranspach und Mengen für 470 Gulden, Dadurch gelangte das Kloster Wörschweiler zu weiterem Grundbesitz auf dem Bliesransbacher Bann.

Politik[Bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen wurde am 27. Mai 1955 genehmigt.

Blasonierung: „Gespalten von Blau und Schwarz, darin eine verkürzte, gestürzte goldene Spitze, in der ein blauer Krummstab aus dem Spalt hervorkommt, vorne eine schräggestellte goldene Wolfsangel mit zwei Mittelsprossen und stumpfen Enden, hinten eine gleiche Wolfsangel mit einer Mittelsprosse.“

Die Farben des Ortes sind Blau - Gelb.

Der Ort stellt im Wappen die Zeitfolge der Territorialherrschaften dar; bis 1560 Kloster Hornbach (Abtstab), bis 1755 Pfalz-Zweibrücken (eingestrichene Wolfsangel) und danach Nassau-Saarbrücken (zweigestrichene Wolfsangel), beide auf Grenzsteinen noch erhalten. Die Dreiteilung des Schildes soll auch die Lage an der Dreiländerecke Bayern/Preußen/Frankreich bzw. Lothringen von 1815 bis 1918 symbolisieren.

Das Wappen wurde von dem Heraldiker Kurt Hoppstädter gestaltet.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kirche St. Lukas

Sehenswert ist die alte Kirche, die heute als Pfarr– und Jugendheim genutzt wird. Der einfache Saalbau entstand 1779 durch Umbau und Erweiterung eines Vorgängerbaues des 17. Jahrhunderts durch den Saarbrücker Baumeister Lautemann.

Zur Pfarrei St. Lukas gehört die Wendelinuskapelle aus dem 18. Jahrhundert. Diese Kapelle befindet sich in den „Heiligengärten“. Vor der Wendelinuskapelle führen zwei Treppen aus Sandstein hinunter zum „Heiligenbrunnen“ (1862 im Bistumsarchiv Trier Abt. 70, Nr. 24). Hierhin pilgerten früher viele Prozessionen, weil diesem Wasser heilende Kraft zugeschrieben wurde. Oben vor dem Treppenbeginn steht ein altes Stockkreuz aus dem Jahre 1736.

Bekannte Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Bliesransbacher Ortschronik, Bd. 1: Frieda Bur: Die Einwohner von Bliesransbach vor 1860, Saarbrücken 1995. ISBN 3-931519-08-2. Katalogisat
  • Bliesransbacher Ortschronik, Bd. 2: Arnold Hoor: Bliesransbach, das Tor zum Bliesgau. Heimatbuch, Bliesransbach 1996, ohne ISBN. Katalogisat

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bliesransbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. B. F. Klinkhammer: Erläuterungen zur Geologischen Karte des Saarlandes 1:25000, Bl. Nr. 6808 Kleinblittersdorf, hrsg. vom Geologischen Landesamtes des Saarlandes, Saarbrücken 1968
  2. T. Merk: Ein Bliesdorf bietet sich an, in: Saarbrücker Zeitung vom 12. Januar 1971
  3.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 806.
  4. Kirchenschaffneiarchiv Zweibrücken, Rep. IV Nr. 392, Landesarchiv Speyer, Best. C33 Nr. 125/23
  5. B. Vogler: Herzog Wolfgang von Pfalz-Zweibrücken und die Reformation. In: Blätter für Pfälzische Kirchengeschichte und religiöse Volkskunde 37/38. Jg., 1970/71, Seite 667