Blindstempel

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Blindstempel bezeichnet weniger das dazu benutzte Werkzeug als vielmehr die mit Stempeln geprägten, aber nicht mit Farbe versehenen Zeichen (Symbole, Ornamente, Schrift) auf bestimmten weichen Materialien. Der Begriff wird nur dort gebraucht, wo die Anbringungsweise eine Alternative zum Gold- oder Farbstempel darstellt, also nahezu ausschließlich bei Papier, Keramik und Leder, nicht bei Metallen (dazu siehe unter Punze oder Silberstempel), allenfalls, aber selten bei Holz.

Blindstempel auf einem Faksimiledruck („Reichsdruck“) der Staatsdruckerei Berlin, 1949–51

Auf Papier und Karton[Bearbeiten]

Hochwertige Drucksachen werden gelegentlich serienmäßig mit Blindstempeln versehen, z. B. Wappen auf Visitenkarten oder Logos auf Briefköpfen. Einzelne Bücher und Einzelblätter, z. B. Dokumente oder Künstlergrafiken werden gern mit Blindstempeln versehen, um sie als ein bestimmtes Eigentum zu kennzeichnen, wenn der optische Eindruck nicht gestört werden soll. Museen und Grafiksammler verfahren so. Auch wird Druckgrafik aus Künstlernachlässen vom Nachlassverwalter so markiert und der Prägestempel anschließend vernichtet, um unberechtigte Nachdrucke erkennbar zu machen. Fotografen haben ihre Namen gelegentlich blind auf Abzüge oder Trägerkartons gestempelt. Auch Verleger von Grafik und Hersteller hochwertigen Zeichenkartons versehen ihre Produkte mit Blindstempeln als Herkunftsnachweis. Der Unterschied zum Wasserzeichen ist zu beachten.

Auf Keramik[Bearbeiten]

Meisterzeichen, Fabrikmarken, Modell- und Seriennummern bezeichnen oft auf der Unterseite von Porzellanen oder anderen Keramiken den Hersteller. Sie wurden vor dem Brennen in die noch nachgiebige Oberfläche des Materials eingedrückt.

Auf Leder[Bearbeiten]

Auch bei der dekorativen Verarbeitung von Pergament- und Lederoberflächen wurde die Technik der Blindstempelung angewendet, vor allem bei Bucheinbänden der frühen Neuzeit. Hier überschneiden sich weitgehend die Begriffe Blindstempelung und Blindprägung: Blindstempelung nennt man eher die Aneinanderreihung von Ornamentformen mit kleinen Stempeln oder Punzen, Blindprägung oder Blindpressung findet eher bei solchen Einbandverzierungen Verwendung, die von einem einzigen Pressstock gedruckt werden. Der Unterschied zur Lederschnitttechnik ist zu beachten. Ist bei Papier und Keramik die Alternative zum Blinddruck der Farbstempel, so wird bei Ledereinbänden auch oft mit Blattgold gestempelt, das sich nur in den Vertiefungen des Reliefs mit der Lederoberfläche verbindet.

Literatur[Bearbeiten]

  • Lexikon der Kunst, Berlin 1981, Bd. 1, S. 308 (Blindpressung)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Blind stamps – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien