Blinisht

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Blinisht
Blinisht (Albanien)
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41.88333333333319.6333333333335Koordinaten: 41° 53′ N, 19° 38′ O

Basisdaten
Qark: Lezha
Kreis: Lezha
Höhe: m ü. A.
Fläche: 38,1 km²
Einwohner: 3361 (2011)
Bevölkerungsdichte: 88 Einw./km²
Postleitzahl: 4505[1]
Kfz-Kennzeichen: LE
Struktur und Verwaltung (Stand: 2011)
Gliederung: 7 Dörfer
Bürgermeister: Jak Zhupa (PD)

Blinisht (albanisch auch Blinishti) ist ein Dorf und eine Gemeinde im Kreis Lezha in Nordalbanien. Der Ort liegt in der Zadrima-Ebene, die vom Altlauf des Drin durchzogen wird. Der Kreishauptort Lezha liegt rund zwölf Kilometer südlich, Shkodra rund 25 Kilometer nördlich und das Adriatische Meer – getrennt von zwei Hügelzügen – nicht ganz zehn Kilometer südwestlich.

Die Gemeinde hat eine Fläche von 38 Quadratkilometern[2] und laut Volkszählung von 2011 3361 Einwohner.[3] Die Lokalbehörden geben rund 5700 Einwohner an.[2] Sie ist sehr ländlich geprägt und besteht nebst dem Hauptort Blinisht, wo etwas mehr als Tausend Personen leben (2011),[4][5] aus den sechs Dörfern Troshan, Fishta, Krajna, Piraj, Baqël und Kodhel.[2][6] Sie liegen alle im östlichen Teil der Ebene oder am unteren Hangfuss.

Blinisht gehört zur Zadrima, eine fruchtbare Ebene, die als katholisches Gebiet auch eine ethnografische Region darstellt.[7] Die Pfarrei von Blinisht – damals Blijnisti – wurde im 17. Jahrhundert von Frang Bardhi als reichste und größte Albaniens beschrieben. Er bezeichnete Blinisht als großes Dorf, das seinen Reichtum den 150 christlichen Familien verdanke. Auch in Troshan befand sich damals eine der neun Kirchen der Zadrima.[8] 1639 wurde in Blinisht eine der ersten Schulen Albaniens eröffnet, in der Franziskaner erstmals auch Unterricht auf Albanisch hielten.[9][10] Im Dorf Fishta wurde 1871 der Franziskaner Gjergj Fishta geboren, der wohl bedeutendste Poet Nordalbaniens.

Heute steht in Blinisht wieder eine neue, große Kirche.[5]

Ganz im Westen des Gemeindegebiets verläuft die Schnellstraße Lezha–Shkodra (SH1). Seit ihrem Bau kurz nach dem Jahr 2000 ist die zuvor schwer zugängliche Region besser erschlossen. Beim Dorf Baqël befindet sich eine Haltestelle der Albanischen Eisenbahn.

Das Toponym leitet sich von der Baumgattung der Linden (albanisch: bli) ab, die in dieser Region häufig auftritt.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Postleitzahlen vom Kreis Lezha. In: Geopostcodes.com. Abgerufen am 6. März 2013.
  2. a b c Komuna Blinisht. In: Këshilli i Qarkut Lezhë. 17. April 2012, abgerufen am 5. März 2013 (albanisch).
  3.  Ines Nurja, INSTAT (Hrsg.): Censusi i popullsisë dhe banesave / Population and Housing Census – Lezhë 2011. Rezultatet Kryesore/Main Results. Pjesa/Part 1, Adel Print, Tirana 2013 (Dokument als PDF).
  4. Rreth Projektit. In: Zadrima Toka Jone. Abgerufen am 5. März 2013 (albanisch): „[fshati] Blinisht, Komuna Blinisht, 253 familje, 1086 banore“
  5. a b Anila Prifti: Blinishti, fshati ku luten … 21. September 2009, abgerufen am 6. März 2013 (albanisch): „Në krah të djathtë të autostradës, sapo kalon Lezhën në drejtim të Shkodrës, shfaqet kisha e madhe. … Blinishtët ishin guvernatorët e fushës së Zadrimës, afër Lezhës dhe qendra e tyre ndodhej në Blinisht, sot fshat me 1200 banorë.“
  6. Komuna Blinisht. In: Shoqata e Komunave te Shqiperise. Abgerufen am 5. März 2013 (albanisch).
  7.  Robert Elsie : Historical Dictionary of Albania. The Scarecrow Press, Lanham 2004, ISBN 0-8108-4872-4, S. 495.
  8. Frang Bardhi: A Description of Zadrima. 1641. In: Texts and Documents of Albanian History. Robert Elsie, abgerufen am 5. März 2013 (englisch).
  9.  Albanian Catholic Information Center (Hrsg.): The Catholic Church in Albania. In: Albanian Catholic Buletin . Volume V, Santa Clara 1984, ISSN 0272-7250, S. 4 – 25 (PDF, abgerufen am 6. März 2013).
  10. Zadrima Territory. In: Zadrima Toka Jone. Abgerufen am 6. März 2013 (englisch): „In Blinisht is opened the first Albanian school, in 1639.“