Blintendorf (Gefell)

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50.44833333333311.805518Koordinaten: 50° 26′ 54″ N, 11° 48′ 18″ O

Blintendorf
Stadt Gefell
Höhe: 518 m
Postleitzahl: 07926
Vorwahl: 036649
ehemaliges Gemeindehaus

ehemaliges Gemeindehaus

Blintendorf ist ein Ortsteil der Einheitsgemeinde Stadt Gefell im Saale-Orla-Kreis in Thüringen.

Geografie[Bearbeiten]

Die Gemarkung von Blintendorf wird westlich von der Bundesautobahn 9 durchquert. Das sanfte muldenartige Hochplateau ist nordwestlich und südöstlich von Wäldern begrenzt. Die Bundesstraße 90 mit dem Autobahnanschluss „Gefell/Bad Lobenstein“ führt eng am Dorf vorbei.

Nachbarorte sind Ullersreuth, Schilbach, Stadt Tanna Stadt Gefell und Dobareuth.

Geologie[Bearbeiten]

Die Flur von Blintendorf ist ein typischer Standort des Südostthüringischen Schiefergebirges. Die Böden sind durch den hohen Feinerdeanteil und Humusgehalt sehr fruchtbar. Quellmulden sowie schmale Tallagen der Böden sind typische Grünlandstandorte. Ackerbau wird auf plateauartigen Geländerücken, welligen Ebenen und Flachhängen begünstigt. Auf sonstigen Lagen überwiegt die forstliche Nutzung.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Die erste urkundliche Ersterwähnung von Blintendorf fand am 20. März 1327 statt.[2]

Gefell und Blintendorf gehörten als Exklaven zum sächsisch-albertinischen Amt Plauen (Vogtländischer Kreis). Nach dem Wiener Kongress waren die beiden Orte von 1815 bis 1944 Exklaven des preußischen Landkreises Ziegenrück, der innerhalb der Provinz Sachsen selbst eine Exklave war. Grund dieser außergewöhnlichen Verwaltungsart war wohl die Vermählung von Markgraf Friedrich dem Freidigen und Elisabeth, der 14-jährigen Tochter seiner Schwiegermutter aus der Verbindung mit Otto von Lobdeburg-Arnshaugk am 24. August 1300. Die junge Frau brachte Neustadt/Orla, Auma und Ziegenrück in die Ehe ein. Der Vormund Elisabeths, der Reuße Heinrich von Plauen erhielt von Friedrich zur Schuldenbegleichung Triptis, Auma und Ziegenrück als Unterpfand für die Summe von 3000 Schock Meißner Groschen.[3]

Nach wie vor prägt die Landwirtschaft diesen Ort.

Kirche[Bearbeiten]

St. Marien (Blintendorf)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Manfred Graf: Organisation der kooperativen Pflanzenproduktion bei hohem Grünlandanteil im Südostthüringer Schiefergebirge, dargestellt an der KOG „Lobenstein“. Dissertation an der UNI Jena 1970, S. 1–144.
  2. Wolfgang Kahl: Ersterwähnung Thüringer Städte und Dörfer. Ein Handbuch. Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza, 2010, ISBN 978-3-86777-202-0, S. 35.
  3. Wilfried Warsitzka: Die Thüringer Landgrafen. Verlag Dr. Bussert und Stadeler, 2004, ISBN 3-932906-22-5, S.260, 293, 294.