Blitzsynchronzeit

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Zwischen FP- und X-Synchronisierung umschaltbarer Blitzanschluss einer Spiegelreflexkamera

Als Blitzsynchronzeit oder Synchronzeit (auch X-Sync) bezeichnet man in der Fotografie die kürzeste wählbare Belichtungszeit (Verschlusszeit), bei der der Verschluss eines Fotoapparats kurzzeitig vollständig geöffnet ist und das Licht eines Blitzgerätes (Fotoblitz) somit das gesamte Filmbild bzw. den Bildsensor vollständig beleuchten kann. Die Blitzauslösung ist mit dem Verschluss derart synchronisiert, dass jener vollständig geöffnet ist, bevor der Blitz beginnt.

Der Hintergrund ist, dass mit einem Schlitzverschluss wesentlich kürzere Belichtungszeiten realisiert werden können, als sich dessen Vorhänge bewegen können - erst ab einer bestimmten minimalen, konstruktionsabhängigen Verschlusszeit liegt der Fall vor, dass der erste Vorhang vollständig geöffnet ist, bevor der zweite schließt (Offenzeit) - nur diese oder längere Verschlusszeiten sind zur Verwendung mit einem Blitz geeignet.

Typische Blitzsynchronzeiten[Bearbeiten]

Ein Schlitzverschluss mit einer kürzesten X-Synchronisationszeit von 1/60 s − Abschattung bei kürzeren Verschlusszeiten

Typische Blitzsynchronzeiten heutiger Kleinbildkameras mit Schlitzverschluss sind 1/60, 1/125, 1/180 oder 1/250 Sekunde; in diesem Bereich liegen auch die meisten kompakten Digitalkameras. Einige schnelle Kleinbild-Spiegelreflexkameras erlauben Blitzsynchronzeiten von 1/300 Sekunde.

Viele moderne Kameras unterlaufen durch High-Speed-Synchronisation (HSS) in Verbindung mit speziellen Blitzgeräten die Einschränkungen durch Blitzsynchronzeiten und ermöglichen die Blitzlichtfotografie mit jeder einstellbaren Verschlusszeit, allerdings mit reduzierter Blitzleistung und unter Verringerung des Einfriereffekts von Bewegungsabläufen durch den Blitz. Realisiert wird diese Technik durch eine schnelle Folge mehrerer kleinerer Blitze (Stroboskopeffekt) oder durch eine verlängerte Blitzabgabe während der gesamten Verschlusszeit: es muss während des Durchlaufens des Verschlussschlitzes eine gleichmäßige Beleuchtung erfolgen. Das meiste Licht trifft dabei ungenutzt auf die Vorhänge.[1] Die Kamerahersteller haben für diese Blitzbetriebsart die Bezeichnungen FP-Modus oder Super FP-Modus eingeführt.

Ein weiteres Gestaltungswerkzeug bieten moderne Kameras durch Langzeitsynchronisation des Blitzlichts auf einen der beiden Zeitpunkte nach Öffnen des ersten oder vor Schließen des zweiten Verschlussvorhanges.

Die schnellsten handelsüblichen digitalen Spiegelreflexkameras erlauben Blitzsynchronzeiten von 1/500 Sekunde. Auch einige kompakte Digitalkameras haben derart kurze Synchronzeiten.

Bei Mittelformatkameras mit Schlitzverschlüssen liegt die Blitzsynchronzeit aufgrund des größeren Verschlussvorhanges meist bei 1/60 Sekunde oder länger. Viele Mittelformatkameras verwenden jedoch einen Zentralverschluss (z. B. die meisten Produkte der Firma Hasselblad) und ermöglichen daher sehr kurze Synchronzeiten von 1/500 bis zu 1/2000 Sekunde.

Analoge und digitale Kameras mit Schlitzverschluss[Bearbeiten]

Moderne Spiegelreflexkameras haben typische Blitzsynchronzeiten zwischen 1/160 s und 1/320 s. Diese Zeit (3,2 bis 5,5 ms) umfasst die Zeit, in der die Vorhänge vollständig geöffnet sind, plus die Bewegungszeit der Vorhänge. Das mögliche Zeitfenster der Auslösung und des Leuchtens des zum Beispiel 1 ms währenden Blitzes ist somit geringer.

Bei lang brennenden Studioblitzen (~3 ms) sind diese Verschlusszeiten daher häufig zu kurz und müssen manuell verlängert werden.

Digitale Kameras mit elektronischem Verschluss (Interline-CCDs)[Bearbeiten]

Elektronische Verschlüsse erlauben geringere Verschlusszeiten als die per mechanischem Verschluss erreichbaren. Hierfür sind andere CCD-Sensoren (Interline-CCDs) erforderlich, die Nachteile mit sich bringen, wie verringerte Full Well Capacity (fangen daher meist erst bei ISO 200 an) und deutlich verstärktes Smearing bei kurzen Belichtungszeiten.

Probleme[Bearbeiten]

Schnell bewegte Objekte bei starkem Umgebungslicht[Bearbeiten]

Unabhängig von der Abbrenndauer des Blitzes erfolgt für die Dauer der Blitzsynchronzeit eine Belichtung des Sensors bzw. des Films durch das Umgebungslicht. Dies verursacht, wenn es hinreichend stark ist, Bewegungsunschärfen und Geisterbilder.

Reduzieren kann man diese bis zu einem gewissen Grad durch Abblenden oder geringere ISO-Zahl oder Nutzen der vollen Blitzleistung.

Aufhellblitz bei großer Blende und starkem Umgebungslicht[Bearbeiten]

Die Umgebungshelligkeit allein würde möglicherweise schon eine geringere Belichtungszeit als die Blitzsynchronzeit erfordern. In diesen Fällen kommt es zu Überbelichtungen bei Einsatz eines Aufhellblitzes. Primäre Ursache ist nicht der Blitz, sondern das Umgebungslicht.

Reduzieren lässt sich dieser Effekt durch

  • Graufilter
  • Einsatz von lang abbrennenden Blitzen, die wieder kurze Belichtungszeiten erlauben (HSS-Blitz).

Beide führen zu einer (deutlichen) Reduzierung der effektiven Blitzleistung, erlauben aber das Fotografieren mit großer Blende bei viel Fremdlicht und Blitzeinsatz.

Schlechte Blitzlichtausnutzung[Bearbeiten]

Für eine gleichmäßige Belichtung des Mediums (Film, Bildsensor) muss eine der beiden Forderungen erfüllt sein:

  • TBlitz + TVorhang < TBelichtung
  • TBlitz - TVorhang > TBelichtung

Normalerweise wird die erste Bedingung (Offenzeit) benutzt, bei der 100 % der Blitzlichtmenge genutzt werden können, wenn die Kameraöffnung in etwa der Öffnung des Blitzlichkegels entspricht. Bei der Benutzung von Teleobjektiven bzw. langen Brennweiten eines Variobjektives ist das nicht der Fall.
Bei HSS wird die zweite Bedingung benutzt, bei der nur der Teil TBelichtung/TBlitz des Lichtes genutzt werden kann (bei 1/8000 s können das lediglich 2 bis 3 % sein).

Oft wird die direkte Beleuchtung durch den Blitz aus (nahezu) Kamerarichtung als ungeeignet empfunden: Es entstehen scharfe Schatten, und bei Porträts tritt die Plastizität des Gesichtes übertrieben hervor. Mitunter wird dann der Blitz gegen die (helle) Decke eines Raumes gerichtet, oder es werden (im Studio) Streuschirme verwendet. Dadurch wird eine gleichmäßigere Ausleuchtung erreicht, es geht jedoch Licht verloren, und die Leitzahl muss angepasst werden. Diese Korrektur kann bei TTL entfallen.

Abschattungen[Bearbeiten]

Eine fehlerhafte Synchronisation oder eine zu kurz gewählte Verschlusszeit führt bei Blitzaufnahmen mit Kameras mit Schlitzverschluss zu Abschattungen

Fehlbelichtungen können vorkommen, wenn der Verschluss zu spät öffnet oder zu früh schließt, sodass zum Blitzzeitpunkt ein Teil des Films bzw. Bildsensors vom Verschluss abgeschattet wird. Hersteller von Kameras mit Schlitzverschlüssen geben meist diese kürzest mögliche Verschlusszeit an, mit der eine korrekte Belichtung durch ein Blitzgerät noch möglich ist. Fehlbelichtungen werden verhindert, wenn die Kameraverschlusszeit gleich oder länger ist als die Blitzsynchronzeit. Viele moderne Kameras verhindern aber ohnehin das Einstellen einer zu kurzen Verschlusszeit, wenn ein Blitz aktiviert ist.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks / Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.fotocommunity.de/info/Blitzsynchronzeit Erklärung Offenzeit und HSS